Montag, 19. August 2019

[Werbung, Verlinkung] Rezension zu "Nächstes Jahr in Havanna" von Chanel Cleeton


@gackelchensbooks

Autor: Cleeton, Chanel

Titel: Nächstes Jahr in Havanna / next Year in Havana ( Kuba Saga Teil 1 ) 

Übersetzer: Fahrner, Stefanie

Verlag: Heyne 

Seiten: 464 Seiten

Preis: 10,99 Euro 

Dieses Buch gehört zum Reese Witherspoon Bookclub "Hello Sunshine"





Worum es geht: 

Marisol ist mit den Geschichten ihrer Grossmutter Elisa aufgewachsen, Geschichten von deren Kuba. Die verlorene Heimat wird zu ihrem Lebenstraum. Als Fidel stirbt, scheint dieser sich endlich zu erfüllen, doch dann stirbt ihre Grossmutter vor der grossen Rückkehr. Nun muss Marisol alleine zurück. Mit Hilfe von einer alten Freundin ihrer Abuela, und deren Enkel macht sie sich auf die Spuren ihren Familiengeschichte. Und eines Geheimnisses ihrer Grossmutter. 

 "Ich bin nur eine Besucherin in diesem Land, das sich anfühlen sollte wie mein Zuhause."
Meine Meinung: 


Sommer, here I come. Ok ich bin mit Ende August vielleicht ein Spät mit meiner Urlaubslektüre, aber was solls. Mein großer Jahresurlaub ist eh erst im November. Ursprünglich war auch geplant diesen in Kuba zu verbringen und Chanel Cleeton sollte mich in Stimmung dafür bringen. Tja, der Plan wurde kurz vor Sommer dann doch wieder umgeworfen, aber auf das Buch freute ich mich dennoch. Aufschoben ist ja nicht aufgehoben. Kuba, bitte warte auf mich! 
Durch das deutsche Cover waren meine Erwartungen an das Buch sehr gering. Allerdings machte mich das Buch auch sehr neugierig, da es zu Reese Witherspoon´s Buchclub gehörte, und in dem befinden sich Titel wie Celest Ng´s "Kleine Feuer überall" und Delia Owens "Der Gesang der Flusskrebse". 
Bereits nach den ersten 50 Seiten wurde mir aber bewusst: Cleeton kann nicht mithalten. Ja es ist Urlaubslektüre, dennoch müsste es nicht so vereinfacht geschrieben sein. 

-Beispiel:
"Die Häuser befinden sich in verschiedenen Stufen des Verfalls. [...] 
Wir fahren weiter. [...] 
Nun nehmen wir die Quinta [...] 
Danach fährt Louis einen Bogen [...] Louis hält vor einem Haus..."
Seite 38

Das Buch ist in 2 Ebenen aufgeteilt. Marisol in 2017 und Elisa´s Geschichte im Jahr 1959.
In Beiden erleben die Frauen die Liebe auf den ersten Blick. In beiden Handlungsstränge hat mich das gestört. Ich hätte es gerne gesehen, wenn beide Paare mehr verbunden hätte als nur oberflächliche Schönheit. Und ja, alle sind wunderschön. Elisa´s Schwestern werden noch öfters erwähnt, allen voran Beatriz, die als Schönheit der Familie gilt und für Skandale bekannt ist. Bereits auf den ersten 100 Seiten dachte ich öfters, dass mir das Buch wahrscheinlich besser aus Beatrize´s Sicht gefallen hätte. Zum Glück dachte das die Autorin wohl auch, das nächste Buch der Autorin, Wir träumten von Kuba, dreht sich nämlich ausschließlich um Beatriz.  

"Ich gehe durch die Strassen, schaue aufs Meer hinaus und möchte das Gefühl haben dazuzugehören. Aber ich bin nur zu Besuch, ein Gast im eigenen Land."
Luis nimmt meine Hand. 
"Dann weisst du, was es bedeutet, Kubanerin zu sein. " sagt er. "Wir greifen immer nach etwas, das ausserhalb unserer Reichweite liegt." 

Die Autorin sagt selbst, dass "Nächstes Jahr in Havanna" ihr nah am Herzen liegt. Vieles hat sie aus ihrer eigenen Familiengeschichte übernommen. Hatte ich anfangs noch Angst, sie würde Kuba verschönigen, durch die Rosarote Brille sehen, wird dennoch klar, dass sie nicht versucht es zu verschönigen. Durch die zwei Zeitstränge wird einen Teil der politischen Geschichte veranschaulicht, und vor allem der Schrecken und die Opfer, die die Kubaner geben mussten. Auch Marisols Geschichte in 2017 bleibt nicht verschont. Ständig wird ihr deutlich gemacht wie die Menschen immer noch leiden. Das Bild der Touristen ist nicht immer schön. Louis, der Enkel, zeigt ihr sein Kuba, und das beinhaltet auch dass er noch nie in einem Hotel geschlafen hat. Das können sich nur die Touristen leisten. 
Marisol muss ausserdem feststellen, dass sie zwar auf dem Papier als Kubaner gelten kann, aber noch lange keiner ist. Die Figuren sind leider alle recht vergesslich. So stach Marisol mit nichts hervor. Luis war mir ein bisschen zu sehr Klischee. Warum sie sich verliebten war mir ein Rätsel. Bei ihrer Grossmutter ebenfalls, da wird nur von Äusserlichkeiten gesprochen.  

Das Buch konnte mich nur langsam für sich gewinnen. Die Insta-Love Stories der zwei Ebenen sind nicht nach meinem Geschmack, und meisten ist der Schreibstil seeeeehr einfach gehalten. Aber gespickt mit den tollen Einblicken in die kubanische Geschichte und ein bisschen Spannung in der zweiten Hälfte war es nett zu lesen und ich würde es guten Gewissens empfehlen als Urlaubslektüre.    

"Ich kenne den Zorn, der in Luis brennt, das Unvermögen, dies als Kubas natürlichen Zustand zu akzeptieren. Die Hoffnung auf mehr."