Samstag, 30. Dezember 2017

Highlights 2017

Ich warte immer gerne bis zur letzten Minuten bevor ich meine Highlights festlege, da ich so viel lese, auch bis zum letzten Tag des Jahres, dass ich es unfair finden würde für das eventuelle Buch das noch kommen wird.
Ich glaube allerdings, dass ich nun mit gutem Gewissen sagen kann:

DAS SIND SIE, MEINE 5 HIGHLIGHTS 2017 

@Gackelchensbooks Instagram

Wer meinen Blog verfolgt, wird die Bücher schon kennen, oder zumindest gesehen haben. Wer jetzt erst auf mich gestossen ist: Herzlichen Willkommen! Hier, lest diese Bücher, und werdet mein neuer bester Freund: 

Wintersong von S. JAE Jones

@Piper - Ivi Verlag

Eine alte Legende, ein dunkles Reich unter der Erde und eine unmögliche Liebe
An jenem Tag, an dem das alte Jahr stirbt und die Grenze zwischen den Reichen der Kobolde und der Menschen verwischt, wandelt der Erlkönig durch die Welt der Sterblichen, auf der Suche nach einer Braut. Diese muss ihm in sein Reich unter der Erde folgen, den König ehelichen und sterben – denn nur durch ihren Tod wird die Wiedergeburt des neuen Jahres gewährleistet.
Seit ihrer Kindheit kennt die 18-jährige Liesl die Sage um den unheimlichen, faszinierenden Erlkönig. Als ein mysteriöser Fremder auftaucht und Liesls Schwester entführt, weiß Liesl: Nur sie kann ihre Schwester noch aus den Fängen des Erlkönigs befreien, indem sie ihm in sein Reich folgt und ihn anstelle ihrer Schwester selbst heiratet. Doch wer ist dieser geheimnisvolle Mann? Während Liesl noch versucht, ihre Gefühle zu verstehen, arbeiten die alten Gesetze der Unterwelt bereits gegen sie ...
Erschien auf Deutsch beim Piper Verlag Dezember 2017.



@randomhouse.de




Hold back the stars von Katie Khan

↑ Überschrift anklicken für meine Rezension

Zwei Menschen, schwerelos und allein. Um sie herum: die Schwärze des Alls. Unter ihnen, zum Greifen nah und doch unerreichbar: ihr Zuhause, der blaue Planet. Jetzt haben Carys und Max bloß noch einander zum Festhalten – und nur noch Atemluft für neunzig Minuten. Gemeinsam blicken sie auf die Erde, die ihnen als Liebende keinen Platz bot. Die Erde, zu der sie nun um jeden Preis zurückkehren wollen. Doch die Zeit läuft gegen sie ...
Erschien auf Deutsch im Dezember 2017 im Heyne Verlag 









A Story of a Brief Marriage von Anuk Arudpragasam

@Hanser Verlag
↑ Überschrift anklicken für meine Rezension



Die Geschichte eines Tages im Krieg. Dinesh, ein junger Mann, versorgt Verletzte in einem Lager im Dschungel, läuft ziellos umher, denkt an seine Mutter, die getötet wurde und an deren Gesicht er sich nicht mehr erinnert. Jede Nacht fallen Bomben, doch sie machen ihm keine Angst mehr. Ein Mann bittet ihn, seine Tochter zu heiraten, Ganga. Er hofft, dass Dinesh für sie sorgen wird. Ganga ist eine junge, ernsthafte Frau – und nun seine Frau. Die beiden versuchen, die Fremdheit zu überwinden, ihre unerwartete Nähe zu erkunden, bevor der Krieg sie wieder trennt. In unvergesslichen Szenen lässt Anuk Arudpragasam die menschliche Existenz inmitten der Finsternis in ihrer ganzen Würde aufscheinen.








The most dangerous Place on Earth von Lindsey Lee Johnson

↑ Überschrift anklicken für meine Rezension

@DTV Verlag
Als Tristan Bloch eines Morgens auf sein Fahrrad steigt und losradelt, auf die Golden Gate Bridge zu, den heißen, schweißnassen Kopf gesenkt, da ahnen wir schon, dass ihn der Verrat seiner Angebeteten, Calista, vernichtet hat. Sein Liebesbrief wurde auf Facebook gepostet, und das war ihre Schuld.
Fünf Jahre später: Kurz nach dem dramatischen Ende einer Abschlussparty betrachtet Calista, Tristans erste und letzte große Liebe, in dem Versuch, die Ereignisse zu begreifen, ein altes Klassenfoto – Tristan, lachend, in seinen unmöglichen grellgelben Trainingshosen, der sanfte Dave Chu, der durchtriebene Ryan Harbinger, Baseball-Captain und Schwarm aller Mädchen, Abigail Cress, damals noch Calistas beste Freundin, die später mit einem Lehrer anbandelte, und all die anderen, die mit dem Leben und der Liebe gespielt hatten. Ihre fröhlichen Gesichter täuschen. »Sie taten, was sie konnten, um zu überleben.«
Für einen von ihnen war Mill Valley, das verträumte reiche Städtchen über der Bucht von San Francisco, ein vermeintliches Paradies, zur Hölle geworden. Und sie, die zurückblieben, waren vom Leben gezeichnet, noch bevor es richtig begonnen hatte.



Tell the wolves I'm home von Rafik Brunt

@eisele Verlag



New York, 1987: Eigentlich gibt es nur einen Menschen, der June Elbus je verstanden hat, und das ist ihr Onkel Finn Weiss, ein berühmter Maler. Als Finn viel zu jung an einer Krankheit stirbt, deren Namen ihre Mutter kaum auszusprechen wagt, steht in Junes Leben kein Stein mehr auf dem anderen. Auf Finns Beerdigung bemerkt June einen scheuen jungen Mann, und ein paar Tage später bekommt sie ein Päckchen. Darin befindet sich die Teekanne aus Finns Apartment – und eine Nachricht von Toby, dem Fremden. Wer ist dieser Mann, der behauptet, Finn ebenso gut zu kennen wie June selbst? Zunächst ist June misstrauisch, doch dann beginnt sie sich heimlich mit Toby zu treffen, und sie erfährt, dass es gegen Trauer ein Heilmittel gibt: Freundschaft und Zusammenhalt.
Erscheint auf Deutsch beim Eisele-verlag.de am 23. Februar 2018.



Auf ein gutes 2018 für alle!

Montag, 18. Dezember 2017

Ivy und Abe von Elizabeth Enfield



@randomhouse.de

Titel: Ivy & Abe

Autor: Enfield, Elizabeth

Verlag: Diana Verlag / Randomhouse.de

Seiten: 448 Seiten

Preis: 14, 99 Euro


"In der String - Theorie gibt es die sogenannte Mehrweltentheorie, nach der unser Universum nicht das einzige ist. Viele Universen existieren parallel nebeneinander. Diese verschiedenen Universen bezeichnet man in der Mehrwelten-Theorie als Paralleluniversen. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Theorien die diese Sichtweise aufgreifen." - Andrew Zimmermann Jones - String-Theorie für Dummies.

Worum es geht: 

Ivy und Abe – zwei Menschen, die füreinander bestimmt sind. Sie begegnen sich zu verschiedenen Zeiten in ihrem Leben. Doch das perfekte Glück verpassen sie immer. Mal wechseln sie ein paar Worte in einem Café, dann trennen sich ihre Wege wieder. Ein anderes Mal haben sie eine Affäre miteinander. Später sind sie verheiratet, aber ihre Ehe steckt in einer tiefen Krise. Ihr Leben lang tragen Ivy und Abe etwas von dem anderen in sich. Innige Momente, in denen sie ihre Liebe spüren. Wird sie je von Dauer sein?

"Ich glaube , es gibt den Richtigen zum richtigen Zeitpunkt und den Falschen zum richtigen Zeitpunkt - und den Richtigen zum falschen Zeitpunkt. Wer weiss, was passiert wäre, wennwir uns zu einem anderen Zeitpunkt begegnet wären?"

Meine Meinung: 

Kennt ihr das Gefühl, wenn es sich einfach bequem machen will und etwas lesen, das nicht aufregt? Etwas lesen, das einen einfach nur wohlig zurück lässt. Ein Kuschelbuch. Ich habe mir in Ivy & Abe so ein Buch gewünscht. Nach allem was ich dieses Jahr gelesen hatte, fehlte mir die traditionelle Romanze. Liebe.

Das Buch beginnt auch ganz hervorragend: Ivy ist verschüchtert im Supermarkt, da der Mann hinter ihr sie ganz klar beobachtet. Nachdem sich herausstellt, dass es sich um ihren Kinderfreund Abe handelt, wird recht schnell geheiratet. Mit 72 Jahren wird man schliesslich auch nicht mehr Jünger. Die Autor hat mir damit den Einstieg sehr leicht getan. Ich war angetan von denen Zwei und wollte mehr erfahren. Häppchen für Häppchen kriegt der Leser eine Erinnerung mitgeteilt, eine Episode, aus dem Leben vorher, eröffnet.

Ähnlich Paul Auster's "4 3 2 1" oder Laura Barnett's "Drei mal wir" werden Ivy und Abe durch 11 Geschichten gejagt, alle mit einem kleinen Detail Unterschied, aber doch immer für einander bestimmt. Das Thema des Schicksals und ob es DEN EINEN wirklich gibt sind Pfeiler dieser Handlungen. Die Handlungen haben ausserdem ein Benjamin Button Sydrom, beginnt das Buch mit dem Protagonisten im Rentneralter sind sie in der letzten Geschichte Grundschüler. Das grosse WAS WÄRE WENN mal wieder von allen Seiten durchleuchtet. Gibt es den richtigen Mann oder nur den richtigen Moment? Gibt es den einen perfekten Moment an dem alles geklappt hätte? Hätte man einmal alles richtig gemacht? Nein, wie das Leben so spielt gibt es kein "Perfekt". Das macht aber nichts, es gibt dennoch Liebe. So viel davon. Wer die vorherig genannten Titel bereits gelesen hat, wird hier nichts neues entdecken. Ivy und Abe ist sehr Dialog lastig, was den Lesefluss sehr einfach macht, leider aber auch viel weglässt. Vor allem weil die Autorin jede Geschichte mit dem Moment der Begegnung beginnt und aufhört wenn das Paar sich eben wieder trennt, verliert, stirbt. Oft habe ich mir weniger Episoden, dafür mehr Handlung gewünscht. Mehr von den jeweiligen Leben getrennt, mehr Ivy alleine in Israel oder Indien, Abe mit Lily oder an der Uni. Ausserdem musste ich an Kerstin Gier denken. Wieso? Ich erkläre es euch: Ich habe mal Kerstin Gier bei einer Lesung gesehen und es kam das Thema einer Fortsetzung zu der Edelsteintrilogie auf. Kerstin meinte irgendwie "niemand will 3 Seiten darüber lesen wie Gideon und Gwen zusammen Kellogs essen". Bei Ivy und Abe kam das ziemlich oft vor, zusammenhocken und was essen und halt... reden. Die beiden reden Non Stop.

Mir persönlich war Enfield von denen drei Büchern in dem Stil allerdings am Sympathischsten. Ivy und Abe haben Spass gemacht und man hat ihnen das Happy End gewünscht.

"Eines Tages wird es sein, als wäre es nie passiert. Du wirst überrascht sein, wie sehr es nie passiert ist."
@Randomhouse.de

Sonntag, 10. Dezember 2017

Artemis von Andy Weir [English Review!]


Titel: Artemis

Autor: Weir, Andy

Verlag: Del Ray

Seiten: 384 Pages

Preis: 18.00 Euro 

What's it about: 

Goodreads Choice Award Winner for Science Fiction!

Jazz Bashara is a criminal.

Well, sort of. Life on Artemis, the first and only city on the moon, is tough if you're not a rich tourist or an eccentric billionaire. So smuggling in the occasional harmless bit of contraband barely counts, right? Not when you've got debts to pay and your job as a porter barely covers the rent.

Everything changes when Jazz sees the chance to commit the perfect crime, with a reward too lucrative to turn down. But pulling off the impossible is just the start of her problems, as she learns that she's stepped square into a conspiracy for control of Artemis itself—and that now, her only chance at survival lies in a gambit even riskier than the first.


“It’s a simple idiot-proofing scheme that’s very effective. But no idiot-proofing can overcome a determined idiot.”

My opinion: 

9 things you need to know about Artemis
1. Artemis is the second novel by Andy Weir. Like The Martian, the book is undated but set roughly seventy years in the future.
2. This time we’re on the moon. The title Artemis refers to the name of the first lunar city, population 2,000.
3. As in any city, there’s dirty politics and an underclass of workers, criminals and chancers.
4. You might be surprised by who is winning the space race…
5. The moon has 1/6th of the Earth’s gravity. Which means  that on the moon anyone can run faster, jump higher.. it's basically like being a superhero.   
6. Duct tape is back! But no potatoes. There is gunk though…   
7.  Gunk is a food substance derived from algae and grown in vats. It’s made palatable (barely) by flavourings. It’s what most average people eat in Artemis.  (Unless you’re rich and can afford to import those potatoes).
8. The main character is Jazz Bashara. She’s a young criminal - witty, awesome and every bit as memorable as Mark Watney.
9. Artemis is a standalone novel. It doesn’t feature Mark Watney - though we do wonder what would happen if Mark met Jazz in the future...

With this note I've been approved to read Artemis thanks to Netgalley. As you can see on my blog, I'm usually not that  much into Sci-Fi, so when I got to read The Martian some years back, it was out of my norm. I tremendously enjoyed it, as you can read here
So, Artemis huh?! Let's see... What probably everyone knows is, is that Andy Weir got rejected with the Martian so many times, that he started selfpublishing. What i want to say: professionals thought his writing wasn't good. Guess what? I agree to that. 
I'm sure he is a funny guy, I do like some of his ideas. What I loved about the Martian was that you really never knew if Mark would survive or not. That the technicalities were nescessary to the story. That his humor made kinda sense. 
Jazz on the other hand... is basically Mark in a female body, but without all the rest. So while I read that she is a woman, she never felt like one to me. I don't care all too much if the narrative is female or male, so for me Jazz was just genderless most of the times. 
Her humor was way out of place and most of the time not funny. 


@ESA/Fosters + Partners
"I knew what I had to do- I just didn't like it. I'd have to blow the remaining two at the same time. 
Please don't quote that last sentence out of context." 

My critic with Mark had been that he never really had a meltdown. The answer: He only recorded a log when he was in a stable mood. 
Jazz isn't recording anything, but is still talking to the audience, it's still all treated as a journal kind of thing. Which doesn't work. She's the local lunar tramp, poor, and willing to smuggle for a little extra cash. She needs a certain amount of money and agrees to do a bigger heist for 1 Million Slugs ( Artemis money). Problem with this? I really don't care. She doesn't either, or so it seems. And for someone poor she sure is using a lot of money! 
Oh, and she is super duper smart. Yeah, ok. And the many hints on her being a tramp were really unnecessary. Especially this conversation with her father: 

"This may shock you, but I haven't had sex with anyone in this room." 
"Well, it's a small room." 

Side Characters were ok, but the interactions always felt weird. For ones I was sure I had her eventual Love interest figured out as she is mentioning how hot he is all the time. But the guy who's getting the part was really surprising, at least for me. And unnecessary. This book wouldn't have needed a lovestory. 
Andy Weir also puts in many many diverse characters from so many different races. It's really greatly put together, without much fuss about it! I loved this and wished it would always be this naturally included. Jazz being from Saudi Arabia didn't do anything special to her character, except her father being muslim, and that's how I think it should be treated. We're all from earth either way, even the artemisians. 
Don't get me wrong, I finished the book in 3 days. It really entertained me. The way Ben Stillers Tower Heist did. You can relax, don't think to much ( because Andy tells you everything), eat a snack. Nice and easy, no drama. 
I liked the bits that actually involved information on living on the moon and the society structure. 


So, you get humor, some action scences involving science, a little bit of moon, not so deep characters, and not so many feelings. Sounds like a book for you?

Montag, 4. Dezember 2017

Die Farbe von Winterkirschen von Jackie Copleton



@randomhouse.de
Titel: Die Farbe von Winterkirschen

Autor: Copleton, Jackie

Verlag: Limes

Seiten: 320 Seiten

Preis: 19.99 Euro


Worum es geht:

Ein Tag, der alles zerstörte. Eine Mutter, die ihr Kind verlor. Und ihr Wunsch nach Vergebung, der nie verging – eine bewegende Geschichte um Liebe, Reue und Hoffnung.

Sie verlor ihre Tochter an dem Tag, an dem die Bombe fiel. Ama hatte sich mit Yuko verabredet, um mit ihr über den Mann zu sprechen, den Yuko so liebte und Ama gleichermaßen verabscheute. Doch dazu kam es nie. Ama war zu spät – und ihre Tochter und ihr Enkel tot. Ama ließ Nagasaki hinter sich, wanderte nach Amerika aus, aber der Schmerz blieb. Nie konnte sie sich verzeihen, gab sich selbst die Schuld am Tod, ja sogar am Schicksal ihrer Tochter. Sie zog sich immer mehr zurück und lebte in ihrer eigenen Welt voll Trauer und Schmerz – bis ein junger Mann an ihre Tür klopft. Er sagt, er sei Hideo, ihr totgeglaubter Enkel. Zuerst will sie ihm nicht glauben, doch dann öffnet sie ihr Herz und lässt die Hoffnung herein …

Meine Meinung: 

Als ich letzte Woche aus Japan heimkehrte ( Ja, ich werd das Thema wohl noch öfter anschneiden ;-) Ich vermisse das Land jetzt schon! ), erwartete mich erfreuliche Post. Das liebe @Bloggerportal versorgte mich mit Nachschub, um mein Fernweh zu kurieren. Hinter dem wunderschönen Cover birgt sich ein japanisches Familiendrama erster Güte. Jedes Kapitel beginnt mit einer kleinen japanischen Worterklärung, was den englischen Titel : A dictionary of mutual Understanding wunderbar passend erscheinen lässt. Der Leser lernt Amaterasu kennen ( Auch der Name der wichtigsten Shinto Göttin ), die seit Pikadon in Amerika lebt. Pikadon setzt sich zusammen aus Pika - helles Licht und Don - Knall, der Name den den Einwohner der Atombombe gegeben haben. Sie verliess Nagasaki kurz nach dem Bombenangriff als jede Hoffnung für ihre Tochter und Enkelsohn verloren war.

Haragei: Der Begriff setzt sich zusammen aus hara ( Bauch) und gei ( Kunst) und bedeutet wörtlich übersetzt >Bauchkunst<. 
Die meisten Wörterbücher definieren es als die verbale und nonverbale Kommunikation, mit deren Hilfe jemand versucht, sein Gegenüber dazu zu bringen, mit vereinten Kräften ein gegenseitiges Problem zu lösen. Haragei befähigt die Menschen, Verständnis füreinander zu entwickeln, ohne dass es zu einer Auseinandersetzung kommt. 

Das Buch beginnt mit der Ankunft eines mittvierzig Jährigen japanischen Mannes, der behauptet ihr Enkel zu sein. Gemeinsam mit Ama begibt der Leser sich auf eine Reise durch die Zeit, zurück nach Nagasaki, 1945. Die Ankunft Hideos veranlasst Ama die Tagebücher ihrer Tochter zu lesen und so ihre Sicht der Dinge zu erfahren. Im Wechsel der beiden Perspektiven und den Reflexionen der Mutter entsteht hier ein schrecklich emotionales Buch, das zum großteils wenig zum Thema Bombe sagt. Es geht vordergründig um das Familiendrama und die Geheimnisse, die jeder zu haben schien. Bemängelt wird in einigen Rezensionen die allwissende Schreibweise, wenn es doch eine Ich-Erzählung ist, was mich persönlich zu keinem Moment gestört hat. Die Einträge aus dem Tagebuch sind passend platziert, der Rest von Ama dazu geschustert. Es ist Fiktion, es passt. Yuko's Geschichte hat es ordentlich in sich. Ama muss sich vielen ihrer Entscheidungen stellen, und mit sich ins Reine kommen, bevor sie Hideo in ihr Leben lassen kann. Die Autorin hat einen Hang dazu den Handlungsstrang ein wenig ins Melodramatische zu ziehen, was einigen Lesern vielleicht tatsächlich zu viel werden könnte. Das beste am Buch für mich, war tatsählich alles was mit Pikadon zu tun hatte. Wir waren vor 2 Wochen in Hiroshima und das bedrückende Gefühl bleibt lange haften. 

Hinomaru: Ein roter Kreis auf weissem Hintergrund stellt nicht nur die aufgehende Sonne dar, sondern ist auch das Motiv der japanischen Flagge. Offiziell wurde es 1870 von der meiji-Regierung ausgewählt, weil es eines der Symbole für die Auorität des vorangegangenen Tokugawa-Shogunats war. 

Jackie Copleton studierte Englisch an der Cambridge Universität, bevor sie das Land verließ, um in Japan, genauer gesagt in Sprachschulen in Nagasaki und Sapporo, Englisch zu unterrichten. Sie hat zudem als Zeitungsjournalistin in Großbritannien und dem Mittleren Osten gearbeitet. Dank ihres Aufenthaltes vor Ort, weiss sie wovon sie spricht! Des weiteren helfen die Begriffsklärungen um einen kleinen Eindruck in die wundervolle japanische Kultur zu erhaschen. Ich war besorgt, dass eine amerikanische Autorin die Essenz einer japanischen Frau nicht wirklich rüber bringen könnte, ich immer nur eine Amerikanerin sehen würde. Diese Sorge wurde schnell ausgewischt. Ein Buch, das sich hervorragend zu einem Buchklub eignet, da es für viel Gesprächsstoff sorgen wird.

Wie Copleton ihren Roman beschreibt: 

"Eine zugleich herzzerreißende aber auch erbauende Geschichte über die innere Reise einer Mutter, die es endlich schafft, den Menschen zu vergeben, die ihre Tochter auf dem Gewissen haben. Sich selbst eingeschlossen."