Dienstag, 7. Februar 2017

Titel: Ein anderes Wort für Glück

Autor: O'Brien, Deborah

Verlag: Goldmann Verlag

Preis: 9.99 Euro

Seiten: 320 Seiten


Worum es geht:

Kevin hat zwei große Hobbys: Quizzabende und Informationen in Notizheften aufschreiben. Die nächsten 12 Wochen wird, sehr zum Unmut seiner Schwester Beth, an einem Quizwettbewerb mitmachen. Doch womit Kevin nicht gerechnet hat: Maggie lädt in ihn in ihr Quizteam ein. Statt wie immer alleine anzutreten muss sich der kauzige 47 jährige plötzlich in Teamwork üben. Doch für die sympathische Maggie will er es versuchen, denn die scheint ihn als einzigen nicht verändern zu wollen. 12 Wochen, 2 Fremde, jede Menge Fragen und einen Neffen sorgen für einigen Trubel.



Meine Meinung:

12 Wochen dauert der neueste Quizwettbewerb bei dem Kevin sich angemeldet hat. 12 mal erscheint er als seine One-man-Show und stiehlt genau diese allen anderen. 11 treffen Maggie und er aufeinander. Ich gebe zu der Klappentext erinnerte mich an "das Rosie Projekt", was mein Interesse geweckt hat. Das Alter der beiden Protagonisten war eine erfrischende Brise, wobei es für die Geschichte unerheblich war. O'Briens lockerer Stil macht es dem Leser leicht sich in den wechselnden Perspektiven zu verlieren. Während einem die einen Figuren dadurch sehr ans Herz wachsen, hilft es bei anderen gerade mal für eine Prise Verständnis. Hier gibt es für jeden Geschmack einen Charakter.

Kevin und Maggie treffen vorerst nur an den Quizabenden aufeinander, entwickeln aber schnell eine Freundschaft, von der Maggie aber nicht mehr erwartet. Neben den Quizabenden geht das Leben der beiden weiter, immer getrennt. Das klingt auf den ersten Blick langweilig, ist es aber zu keinem Moment. Ich habe mir öfters gewünscht Kevin und Maggie würden heiraten und Patrick adoptieren. Info hierbei, ich mag keine Happyends, aber die Figuren lösten den großen Wunsch dazu aus. Die Schrulligkeit der beiden, vor allem Kevin, gibt dem Buch außerdem noch eine angenehme Prise Humor. Seine soziallen Unzulänglichkeiten ließen mich öfter Lächeln, seine Überlegungen diesbezüglich ebenfalls. Da man sich gerne zu voreiligen Schlüssen zu Kevin hinleiten lässt, fand ich die Rückblenden zu den Ereignissen in seiner Jugend, sehr aufschlussreich. Dieses Buch ist keine Geschichte über Quizabende, und auch keine typische Liebesgeschichte. Die Autorin selbst meinte, sie wolle auch keinen Roman über Syndrome oder bestimmte Störungen schreiben, wobei auch diese hier vorkommen. Nein, es geht um "das Bedürfnis, einer Welt anzugehören, die Konformismus liebt und mit allzu individuellen Abweichungen nicht umgehen kann."

Die zaghafte Freundschaft zwischen Maggie und Kevin ist herzerwärmend. Manch kann das Buch als zu langsam empfinden, ich fand es genau richtig. Die Nebenfiguren haben es auch in sich. Wir kriegen in eigenen Abschnitten auch Beth, Kevins Schwester, und Patrick, Beths 7 jährigen Sohn näher gebracht. Durch die Hauptabschnitte werden außerdem noch Maggies Freunde mit eingebracht. Einige von denen eigenen sich hervorragend für Buchclubdiskussionen. Die Autorin traut sich auch mal eckige Figuren einzubringen, die nicht Jedermann Sache sein werden.

Fazit: Leichtfüßig präsentiert und O'Brien eine Welt von Misfits und dem Wunsch, dass wir doch alle mal ein bisschen offener werden.

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