Donnerstag, 23. Februar 2017

"Der Mann der zu träumen wagte" von Graeme Simsion

Titel: The best of Adam Sharp / 
         Der Mann der zu träumen wagte
Autor: Simsion, Graeme
Verlag: Fischer
Seiten: 400 Seiten
Preis: 19.99 Euro

Worum es geht: 
Adam Sharp gehts mit 50 recht gut. Ab und an mal was Arbeiten, hat eine wundervolle Lebenspartnerin, ist ungeschlagen wenn es um Musikwissen geht. Ja, Adam könnte ganz glücklich sein. In seiner Alltagsidylle scheint ein einziges Pling alles zu zerstören. Eine Email, ausgerechnet von Angelina Brown. Die eine Frau, die ihm vor mehr als zwanzig Jahren den Kopf verdreht hat. Die eine, die unereichbar schien. Sie sucht Kontakt, und er stellt sich die Frage, wie weit geht zu weit? Und, was wäre wenn? 
Zum Autor: Sein erster Roman, ›Das Rosie-Projekt‹, wurde auf Anhieb ein Welterfolg und stand in Deutschlang monatelang auf Platz 1 der Bestsellerliste. Mit dem Roman ›Der Rosie-Effekt‹ und jetzt ›Der Mann, der zu träumen wagte‹ setzt der Australier Graeme Simsion seine Erfolgsgeschichte fort. Simsion war erfolgreicher IT-Berater, bis er mit dem Schreiben anfing. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt mit seiner Familie in Melbourne. - Fischer Verlag

Meine Meinung: 
Wie viele andere Leser auch, mochte ich "Das Rosie Projekt", und freute mich auf einen neuen Roman von Simsion. An alle Fans das wichtigste vorweg: Adam Sharp ist kein Rosie Projekt 3. Mit diesem neuen Buch macht Greame einen gewollten Schnitt zum mainstream Humor und will auch seinem eigenen Schatten springen. Nur noch wenig erinnert an den Humor der Vorgängerromane. Absichtlich wird einen ganz anderen Weg eingeschlagen. Adam Sharp ist ein Drama, eine Spirale in den Abgrund, heraufgerufen durch Habgier und Unzufriedenheit. Adam geht es gut, aber könnte es ihm nicht noch besser gehen? Ein simples "Hi", das eine Achterbahnfahrt der Gefühle auslöst. 
Angelina Brown ist eine australische Schauspielerin die er mit Mitte zwanzig in Australien kennenlernt. Eine Frau, die seitdem auf einem Sockel stand, und an die keine Frau nach ihr rankam. Neben den Hauptfiguren ist die liebe Nostalgie hier im Mittelpunkt. Im ersten Teil des Buches kriegen wir Rückblenden in Melbourne, zurück zu dem Moment des Kennelernens, des Verliebens, des letztendlichen Scheiterns. Die Frage kommt auf, ob es wirklich so ablief oder wir die rosarote Erinnerung Adams vorgesetzt kriegen. 
Wie bereits bei den vorherigen Bücher, ist es ein leichtes sich in Greames Welt zu verlieren. Trotz des neuen Tonfalls findet man sofort Zugang zur Figur und Handlung. Mir persönlich gefiel die ernstere Note mit dezenterem Humor besser als das locker flockige Rosie Projekt. Die ganzen Musikreferenzen liessen mich natürlich auch an Nick Hornby's "High fidelity" denken. Kommt nicht ganz daran ran, aber ist auf einem guten Weg. 
So gut wie der erste Teil des Buches war, so schlecht war der Schluss. Ich hab keine Ahnung was da ab der Mitte abging, aber es lief definitiv gegen meinen Geschmack. Während Adam im ersten Teil sich bloss der Träumerei hingibt, man in der Nostalgie und Erinnerung schwelgt, wird im zweiten Teil Nägel mit Köpfen gemacht. Kann Angelina seinen Ansprüchen genügen? Hat er sie sich im Laufe der Jahre zu gross gedacht? 
Der Leser kriegt hier einiges geboten: Untreue, Todesfälle, Unfruchtbarkeit, Misshandlung, Scheidung, Bedauern und nicht zuletzt Lust und Leidenschaft. Hier wird das Publikum gespalten werden. So wie meine Meinung. 

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