Samstag, 6. Mai 2017

Rezension zu "Im Licht des Augenblicks" von Garth Stein

Droemer-knaur.de
Autor: Stein, Garth

Titel: Im Licht des Augenblicks

Verlag: droemer-knaur

Seiten: 432 Seiten

Preis: 19.99 Euro

Worum es geht: 

Der 14-jährige Trevor besucht mit seinem Vater das heruntergekommene Familien-Anwesen in der Nähe von Seattle, in dem sein Großvater und seine Tante wohnen. Trevor stöbert durch längst verlassene Zimmer, in Geheimgänge hinter Tapetentüren, immer auf der Suche nach Antworten, vor denen die Erwachsenen zurückscheuen: Warum verletzt man immer wieder die, die man am meisten liebt? Wie kann man Schuld wiedergutmachen? Wie schwer wiegt ein Geheimnis, das man anderen vorenthalten hat? Seit Generationen scheint ein Fluch auf Trevors Familie zu lasten. Doch nun macht sich der gewitzte Trevor auf, die Wahrheit zu entdecken und auszusprechen.
- Droemer

Meine Meinung: 

Vor einigen Jahren hatte ich einen Arbeitsplatz der mich zu 2 Stunden Autofahrt zwang, sodass ich begann Hörbücher zu hören. Eines der ersten Titel war "Enzo, die Kunst ein Mensch zu sein" von Garth Stein. Enzo gefiel so gut, dass ich es einigen Freunden aufschwatzte die es dann auch alle hörten und begeistert lobten. Kaum ein Buch erhielt zuvor solche uneingeschränkte Begeisterung.

Als wasliestdu.de eine Leserunde aufrief zu Garth Steins neuestem Buch konnte ich mein Glück kaum fassen als mein Nick bei den Gewinnern aufgelistet wurde. Leider warte ich bis heute auf das Buch, während die anderen alle ihren Gewinn erhalten hatten. Die Regeln der Homepage besagen, dass man sich an der Leserunde beteiligen muss im Fall eines Gewinnes oder man wird gesperrt für weitere Gewinnchancen. In der Not erhielt ich von einer Freundin die englische Ausgabe um mich so doch noch beteiligen zu können.

Folgende Rezension bezieht sich dementsprechend auf die englische Ausgabe. Liebes wasliestdu.de Team, sollte mein Buch irgendwann nochmal bei euch auftauchen, ich würde mich immer noch über das Buch freuen.

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So, nun aber mal zum Buch! Die englische Ausgabe wirkt gleich sehr viel bedrohlicher als die Deutsche, was aber vielleicht gar nicht so schlecht ist. Durch die englische habe ich eine gruselige Geistergeschichte erwartet, was an sich auch passt, aber auch zu hohe Erwartungen an das Buch weckt. Bei der deutschen Ausgabe, fand ich, kommt nur das Familiendrama zum Ausdruck. Auch dies ist passend, aber halt nicht nur. Trevor ist ein typisch frühreifer Teenager der von seinem Vater gezwungen wurde, den Sommer in dessen alten Familienhaus zu verbringen. Sein Vater hat vor genau dieses Haus zu verkaufen und Trevor trifft zum ersten Mal Familie Väterlicherseits. Nach und nach findet er raus, was es mit der Familiengeschichte auf sich hat. Trevor wirkt durchweg zu altklug, lässt sich aber dadurch erklären dass das Buch eine Erzählung durch den erwachsenen Trevor ist. Die Familienmitglieder sind alle recht Mysteriös, wie auch das Haus, welches den Titel Riddell trägt und genau das ist, ein großes Rätsel.

Lange weiss man nicht ob Trevor sich alles einbildet, die Geister echt sind, oder alle anderen einen Knacks haben. Der angenehme Schreibstil lässt den Leser in seinem Suchen nach Antworten ins Buch eintauchen und eine düstere Welt erleben in der nichts ist wie es scheint.

Gath Stein ist leider nicht der beste Autor des Horrorgenres, sodass vor allem das Ende recht gehetzt wirkte, dennoch zufriedenstellt. Leider nicht das originellste Ende. Der Schreibstil macht die Negativpunkte aber wett, und Horrorgenre Neulingen kann ich das Buch nur empfehlen. Angenehmer Start ins Genre!

„Ich fragte mich, was mich so anrührte. Es war wie eine Inspiration“.
„“Es ist morsch“, sagte mein Vater“.
Und beides stimmt.



Freitag, 28. April 2017

Empfehlung zu "Die vier Farben der Magie" von V.E. Schwab


Autor: Schwab, V.E.



Titel: Die vier Farben der Magie, Shades of Magic


Verlag: Tor Verlag / Fischer


Seiten: 496 Seiten


Preis: 9.99 Euro


Worum es geht: 

›Vier Farben der Magie‹ ist der erste Band von V. E. Schwabs großer Fantasy-Trilogie um den Magier und Weltenwanderer Kell und um Delilah Bard, ihres Zeichens Diebin und Trickbetrügerin.
Es gibt vier Farben der Magie: Im roten London befindet sie sich im Gleichgewicht mit dem Leben. Im weißen London wird die Magie versklavt, kontrolliert, unterdrückt. Dem grauen London ist sie fast abhandengekommen. Und im schwarzen London hat sie das Leben selbst vertilgt.
Als einer der wenigen Antari springt Kell zwischen den verschiedenen Welten hin und her. Doch er führt ein Doppelleben: Er ist Botschafter der Könige, aber auch ein Schmuggler. Eines Tages wird ihm als Bezahlung für einen außergewöhnlichen Botengang ein schwarzer Stein zugesteckt. Dass es sich um ein mächtiges magisches Artefakt handelt, merkt er erst, als er sich von einem gefährlichen Feind verfolgt sieht, der ihm das gute Stück abjagen möchte und dabei vor keinem Mittel zurückschreckt.
Auf der Flucht trifft der Magier die gewitzte Diebin Delilah Bard, die Kell zunächst ausraubt, ihm dann aber hilft. Allerdings erwartet sie eine Gegenleistung von ihm ...
- Tor Verlag/ Fischer. 

** Ich habe das Buch auf Englisch gelesen. Meine Review bezieht sich also auf die Englische Ausgabe, ich kann nichts zur deutschen sagen**

Meine Meinung: 

Letzten Monat kam "A Conjuring of Light", der dritte Teil der "Darker Shade of Magic"Trilogie, auf den Markt. Das Coverart der Reihe ist eines der schönsten die ich seit langem gesehen habe. Als ich dann das Coverart der deutschen Ausgabe des ersten Bandes gesehen habe, wollte ich mehr wissen. Ich kenne niemanden der etwas Negatives zum ersten Band zu sagen hatte und doch hatte ich bedenken. Ohne grössere Vorkenntnisse zur Geschichte, ja nicht mal den Klappentext habe ich gelesen, nahm ich mir vor das Buch vor deutschem Veröffentlichungstermin zu lesen. Eine Woche lang bin ich mit Kell in London untergetaucht.





"Gray London is yours.
Red London, which is mine. 
White London, which is Holland’s. 
And Black London, which is no one’s."
"And why’s that?"
"Because it fell." 





Mit der Figur Kell hatte ich zu beginn ein wenig Probleme, bisschen Fad, ohne Kanten, mir persönlich zu lieb, obwohl es ja ein Schmuggler sein soll. Ein bisschen zu Emo was seine Familienumstände angeht. Dies legt sich allerdings wenn man bis in der Story drin ist. Dies dauerd leider eine ganze Weile. Ich war schon mit einem Drittel des Buches durch und hatte immer noch nicht wirklich eine Idee wohin das Ganze jetzt führen sollte. Da dies der Auftakt der Geschichte ist, funktioniert der langsame Aufbau aber im Endeffekt ganz gut. V.E.Schwab lässt sich Zeit die Welt zu erklären, Kell zu erklären und den Leser einzubinden.

Für mich wurde das Buch erst durch Lila zum richtigen Pageturner. Lila, die Möchtegern Piratin die zum Überleben stiehlt, und sich Kell aufdrängt in der Hoffnung auf Abenteuer. Kell und Lilas Freundschaft, die jedem Leser ein Lächeln auf die Lippen zaubern wird, hat das Buch für mich von einem 3 Sterne Buch zu einem 5 Sterne Buch gemacht. Leider meint die Autorin da eine romantische Note mit einbauen zu müssen, welche mich bereits beim ersten Anzeichen verwirrte. Kann man aber übersehen, da es zum Glück noch nicht allzu prominent ist.





“I'm not going to die," she said. "Not till I've seen it."
"Seen what?"
Her smile widened. "Everything.”






Während Kell und Lila sich durch die verschiedenen Londons kämpfen um zum schwarzen London zu gelangen um den bösen Stein loszuwerden, wird der Leser öfters an der Nase entlang geführt. Mit mehr oder weniger überraschenden Wendungen glaubt die Autorin dich in die Irre zu führen. 1, 2 kleine Anmerkungen lassen einen freudig den zweiten Band erwarten.    

Ein Fantasy Roman der mich zu überzeugen wusste. Man kann das Buch hervorragend als Einzelband lesen, er macht aber Lust auf eine Fortsetzung, vorallem was Lilas Werdegang angeht. Für Fans von "Six of Crows" und "Lies of Locke Lamora".

“As Travars,” he said. Travel.

Dienstag, 7. März 2017

Empfehlung zu "Nur eine Ohrfeige" von Christos Tsiolkas

Titel: Nur eine Ohrfeige / The Slap

Autor: Tsiolkas, Christos

Verlag: klett-cotta Heyne

Seiten: 512 Seiten

Preis: 10.99 Euro

Worum es geht: 

Sommer in Melbourne. Hector und Aisha geben zu Hectors Geburtstag eine grosse Gartenparty. Freunde und Familie sind geladen. Der schöne Tag nimmt ein jehes Ende als Harry dem dreijährigen Hugo eine Ohrfeige verpasst. Hugo ist nicht Harrys Sohn und so beginnt der Untergang der zivilisierten Freundschaft wie die Figuren sie aufrecht erhalten hatten. Aus einer scheinbar banalen Begebenheit entwickelt sich eine packende Erzählung über Liebe, Sex und die verschiedenen Auffassungen von Ehe, Erziehung und Freundschaft. Die Ohrfeige zwingt alle Beteiligten dazu, ihr eigenes Familienleben, all ihre Erwartungen, Überzeugungen und Wünsche infrage zu stellen. - Enthält Sätze des Klappentextes vom Heyne Verlag.

Meine Meinung: 




Das Buch mit einem Wort zu beschreiben fällt nicht schwer: Furchtbar. Doch, es ist einfach furchtbar. In einem sehr guten Sinn.
Selten habe ich ein Buch gelesen, dass mich so fasziniert hat, und an das ich jetzt noch, Monate danach, so genaue Erinnerungen habe. Tsiolkas will dem Leser nicht gefallen. Er zeigt das hässliche Bild der Gesellschaft, die Abgründe des Menschen auf einer ganz alltäglichen Ebene. Man muss Streckenweise kämpfen und durchgehend fühlt man sich unwohl. Dennoch kann ich es nur jedem wärmstens empfehlen.
Nicht nur die Figuren werden gezwungen, eine Stellung zu vertreten, automatisch nimmt auch der Leser eine Stellung ein. Im Buchclub kam das interessant als Generationskonflikt heraus. War es vor 30-40 Jahren noch Gang und Gebe dem Kind mal eine Backpfeife zu geben, sollte es nicht gehorchen, darf man heutzutage ein Kind in der Öffentlichkeit nicht mal mehr böse ankuken.

Ich erinner mich, dass auch ich mal eine Ohrfeige von einer Nachbarin erhalten habe, kann aber versichern, dass meine Eltern nicht zum Anwalt gelaufen sind. Vielmehr gabs den Kommentar, dass ich ja wohl auch was angestellt haben musste um sie so zu provozieren. Schön kristallieren sich so die Fronten der "Is doch nur ne Ohrfeige" Denker und den "Wie kann er es wagen ein fremdes Kind anzufassen". Was alles zu der Ohrfeige geführt hat scheint nebensächlich. 

In 8 verschiedenen Perspektiven wird die Stellung der einzelenen Figuren beleuchtet, sowie der Werdegang der gerichtlichen Verhandlungen und dessen Auswirkungen auf das Leben der Figuren. 
Hectors Ehe scheint dem Untergang geweiht, haben er und Aisha unterschiedliche Meinungen zu der Situation. Seine Affäre mit der Minderjährigen Connie ist hierbei keine Hilfe.  Hugos Mutter fühlt sich unverstanden und kapselt sich ab, erschwert es den anderen und dem Leser ihre Entscheidungen zu Unterstützen. 
Von Drogenkonsum über Gewaltätigkeit zu Vernachlässigung gibt es in diesem Roman keine funktionierende Beziehung. 
Wichtiges Thema wird ausserdem der Klassenkampf Australiens. "Es geht um den Kampf zwischen "wogs" und "skips" - den Menschen mit dunkler Hautfärbung wie Harry und Hector, deren Eltern aus Griechenland stammen, und den weißen englischsprachigen Australiern. Aber auch um den Streit zwischen den neureichen Migranten und Hugos mittellosen Eltern." beschreibt Simon Broll es sehr treffend in seiner Spiegel Renezion.





















Der Roman verliert sich mittig leider ein wenig, weiss durch das abgerunde Ende den Leser wieder zu versöhnen. 
Wer die Möglichkeit hat, sollte sich auch unbedingt die hervorragende australische TV-Serie zum Buch ansehen (nicht die US Kopie). Eine Meisterleistung.

Dienstag, 28. Februar 2017

"Bailey- ein Freund fürs Leben" von W. Bruce Cameron

Titel: Bailey - Ein Freund fürs Leben / A dog's purpose

Autor: Cameron, W. Bruce

Verlag: Randomhouse / Heyne

Seiten: 352 Seiten

Preis: 9.99 Euro

Worum es geht: 

Ab 23. Februar 2017 im Kino

Bailey ist clever, faul und ziemlich frech. Am Ende eines tristen Lebens als Straßenköter fragt er sich, wozu er überhaupt auf der Welt war, und ist verblüfft, plötzlich als wunderschöner Rassehund wiedergeboren zu werden. Der achtjährige Ethan nimmt ihn bei sich auf, und Bailey lernt, was es heißt, einen echten Freund zu haben. Aber seine Reise ist noch nicht beendet, er muss weiterziehen und noch viel lernen. Als er Ethan nach vielen Jahren wiedersieht, ergibt alles plötzlich einen Sinn ... - Heyne

Meine Meinung: 
Tierbücher gehen irgendwie immer. Sei es Enten, Erdmännchen oder Schafe, ist eines der Flauschis auf dem Cover verkäuft sich ein Buch ohne grosse Anstrengung. "Bailey" ist ein Buch von 2011, welches für den Film neu aufgelegt wurde. Mit einer grossen Golden Retriever Schnauze auf dem Cover ja eigentlich ein vorprogrammierter Bestseller... oder?
Ich gebe zu, ich war erst nach dem Trailer zum Film am Buch interessiert. Hundebuchliebhaber kennen sicherlich Marley, eine Geschichte die mir weniger gefiel, oder auch Enzo? "Enzo, die Kunst ein Mensch zu sein" ist mein unangefochtenes Lieblingstierbuch. Kaum ein anderes hat mich so sehr zum weinen gebracht. Der Trailer verspricht eine Geschichte über die bedingungslose Freundschaft eines Hundes zu seinem Jungen, durch mehrere Inkarnationen, hier wird dem Zuschauer mehrere Tode zugemutet. Wer bei Marley schon in Tränen unterging, wirds hier recht schwer haben überhaupt etwas vom Film zu sehen. 
Dank des lieben Bloggerportals hatte ich die Möglichkeit das Buch zum Film zu lesen. Da das ganze Buch aus Baileys Sicht geschrieben ist, ist die Sprache gewollt sehr einfach gehalten. Dies ändert leider nichts daran, dass der Autor öfters nicht weiss was er will. Es scheint als vergesse er während des Schreibens den gewollten stil, nur um dann wieder zurückzuspringen. Dies liess mich leider öfters stirnrunzelnd zurück. Vor allem zu Beginn der Geschichte störte mich folgendes extrem: 
"Von uns vieren war er der Einzige ,mit einem weissen Fleck im Gesicht..." erklärt Bailey dem Leser das aussehen seines Bruders. Bailey, der zu diesem Zeitpunkt nur seine Geschwister kennt und noch nicht den Bau verlassen hat. Woher will er wissen, dass er nicht auch so einen Fleck hat? Hat er einen Spiegel? Es mag blöd sein, aber solche "Unstimmigkeiten" regen mich auf. Und dies sollte nicht das einzige Mal sein. 
Hauptteil des Buches ist natürlich, wie auch im Trailer zu sehen, sein Leben mit Ethan. Während seiner zeit mit ihm, stellt sich der Hund die Frage nach dem Sinn des Lebens. Hier wichtig: Der Sinn des Lebens für einen Hund. Ihm ist schnell klar, dass sein Sinn darin besteht Ethan glücklich zu machen. Eine Aufgabe die mit dem Alter des Kindes immer schwieriger wird. Als ein schwerer Schicksalschlag Ethans Leben aus der Bahn wirft, scheint es fast unmöglich. Umso schlimmer, dass Bailey bald darauf stirbt. Wiedergeboren als Polizeihund, stellt Ellie überraschend fest dass sie sich immer noch an ihr Leben als Bailey und an Ethan erinnern kann. Ihr neuer Mensch, Jakob, scheint sie aber genauso nötig zu haben. Ellie tut alles um Jakob von seiner Einsamkeit zu befreien, ebenso bei ihrem nächsten Menschen Maya.
Ethan ist schon fast in Vergessenheit geraten, in Baileys neuestem, ziemlich schrecklichen Leben, staunt er nicht schlecht als er eine bekannte Fährte wahrnimmt. Könnte er es nach Hause geschafft haben? Und könnte Ethan ihn immer noch brauchen? 
Zu Tränen gerührt hat mich Bailey leider zu keinem Zeitpunkt. Dennoch würde ich das Buch vor allem Menschen ans Herz legen die erst kürzlich einen Hund gekriegt haben. Ich finde bei jedem Hundeerwerb sollte das Buch mitgereicht werden. Zur Sensibilisierung. 

Donnerstag, 23. Februar 2017

"Der Mann der zu träumen wagte" von Graeme Simsion

Titel: The best of Adam Sharp / 
         Der Mann der zu träumen wagte
Autor: Simsion, Graeme
Verlag: Fischer
Seiten: 400 Seiten
Preis: 19.99 Euro

Worum es geht: 
Adam Sharp gehts mit 50 recht gut. Ab und an mal was Arbeiten, hat eine wundervolle Lebenspartnerin, ist ungeschlagen wenn es um Musikwissen geht. Ja, Adam könnte ganz glücklich sein. In seiner Alltagsidylle scheint ein einziges Pling alles zu zerstören. Eine Email, ausgerechnet von Angelina Brown. Die eine Frau, die ihm vor mehr als zwanzig Jahren den Kopf verdreht hat. Die eine, die unereichbar schien. Sie sucht Kontakt, und er stellt sich die Frage, wie weit geht zu weit? Und, was wäre wenn? 
Zum Autor: Sein erster Roman, ›Das Rosie-Projekt‹, wurde auf Anhieb ein Welterfolg und stand in Deutschlang monatelang auf Platz 1 der Bestsellerliste. Mit dem Roman ›Der Rosie-Effekt‹ und jetzt ›Der Mann, der zu träumen wagte‹ setzt der Australier Graeme Simsion seine Erfolgsgeschichte fort. Simsion war erfolgreicher IT-Berater, bis er mit dem Schreiben anfing. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt mit seiner Familie in Melbourne. - Fischer Verlag

Meine Meinung: 
Wie viele andere Leser auch, mochte ich "Das Rosie Projekt", und freute mich auf einen neuen Roman von Simsion. An alle Fans das wichtigste vorweg: Adam Sharp ist kein Rosie Projekt 3. Mit diesem neuen Buch macht Greame einen gewollten Schnitt zum mainstream Humor und will auch seinem eigenen Schatten springen. Nur noch wenig erinnert an den Humor der Vorgängerromane. Absichtlich wird einen ganz anderen Weg eingeschlagen. Adam Sharp ist ein Drama, eine Spirale in den Abgrund, heraufgerufen durch Habgier und Unzufriedenheit. Adam geht es gut, aber könnte es ihm nicht noch besser gehen? Ein simples "Hi", das eine Achterbahnfahrt der Gefühle auslöst. 
Angelina Brown ist eine australische Schauspielerin die er mit Mitte zwanzig in Australien kennenlernt. Eine Frau, die seitdem auf einem Sockel stand, und an die keine Frau nach ihr rankam. Neben den Hauptfiguren ist die liebe Nostalgie hier im Mittelpunkt. Im ersten Teil des Buches kriegen wir Rückblenden in Melbourne, zurück zu dem Moment des Kennelernens, des Verliebens, des letztendlichen Scheiterns. Die Frage kommt auf, ob es wirklich so ablief oder wir die rosarote Erinnerung Adams vorgesetzt kriegen. 
Wie bereits bei den vorherigen Bücher, ist es ein leichtes sich in Greames Welt zu verlieren. Trotz des neuen Tonfalls findet man sofort Zugang zur Figur und Handlung. Mir persönlich gefiel die ernstere Note mit dezenterem Humor besser als das locker flockige Rosie Projekt. Die ganzen Musikreferenzen liessen mich natürlich auch an Nick Hornby's "High fidelity" denken. Kommt nicht ganz daran ran, aber ist auf einem guten Weg. 
So gut wie der erste Teil des Buches war, so schlecht war der Schluss. Ich hab keine Ahnung was da ab der Mitte abging, aber es lief definitiv gegen meinen Geschmack. Während Adam im ersten Teil sich bloss der Träumerei hingibt, man in der Nostalgie und Erinnerung schwelgt, wird im zweiten Teil Nägel mit Köpfen gemacht. Kann Angelina seinen Ansprüchen genügen? Hat er sie sich im Laufe der Jahre zu gross gedacht? 
Der Leser kriegt hier einiges geboten: Untreue, Todesfälle, Unfruchtbarkeit, Misshandlung, Scheidung, Bedauern und nicht zuletzt Lust und Leidenschaft. Hier wird das Publikum gespalten werden. So wie meine Meinung. 

Dienstag, 14. Februar 2017

"Küss mich, Mistkerl" von Sally Thorne

Titel: Küss mich, Mistkerl / The hating game
Autor: Thorne, Sally
Seiten: 304 Seiten
Preis: 9,99 Euro

Worum es geht: 
Lucy und Josh hassen sich abgrundtief. Tagtäglich sitzen sie sich im Büro gegenüber, und spielen das "Staring Game" oder das "Mirror Game" wo er jede ihrer Bewegungen imitiert. Zum ausrasten! Als beiden der gleiche Job angeboten wird, als Chef des jeweils anderen, geht der Kampf in die nächste Runde. Der Verlierer verspricht zu Kündigen. Ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt festzustellen, dass Hass und Liebe nur allzu ähnlich sind und Josh bereit wäre, das "Friends Game" zu spielen? 


Meine Meinung: 
Das deutsche Cover, Mannomann... Wer die englische Version kennt, weiss, dass hier ein grosser Sprung gemacht wurde. Nicht vom deutschen Cover abschrecken lassen. Diese Hate-Love Office-Romanze hat weitaus mehr zu bieten, als das Erotikromancover glauben lässt. 
Lucy führt uns ein in ihr Leben, und vor allem ihre Arbeit, welche sie liebt. Wie sehr hat sie gekämpft für ihren Platz und ist jetzt ihrem Traumjob so nah wie nie zuvor. Wäre da nicht Josh, ihr Kollege, ihr Nemesis. Beide haben das gleiche Angebot erhalten, und nun scheint ihr Hass aufeinander neue Dimensionen anzunehmen. Josh darf nicht gewinnen. Zwischen kleinen Neckereien wird dem Leser schnell klar, dass Lucy ja eigentlich nichts gegen eine Freundschaft hätte. Wenn Josh bloss nicht so verbohrt wäre. Erst als Lucy ein Date hat, beginnt Josh eine andere Seite zu zeigen, aber ob die Lucy auch gefällt? 
Hier knistert es, und zwar gewaltig. Ich war von Anfang an gefesselt, selbst als mich Lucy unheimlich nervte mit ihren Kindereien. Die Aufmachung und Handlung zieht ein eher älteres Publikum an ( englische Ausgabe ), die Geschichte an sich ist aber schon eher Jugendbuch Niveau. Einzig der Umstand dass die beiden Arbeiten, statt zur Schule gehen lässt auf erwachsene Charaktere schliessen. Das kindliche Getue Lucy's hat mich jetzt allerdings nicht sonderlich gestört, ich kann aber nachvollziehen wenn das andere Leser stört. Wenn sie wie ein Klammeraffe an ihm hängt weil sie sich 7 Stunden nicht gesehen haben, obwohl sie sich noch offiziell hassen?! Muss ich nicht haben. Auch dass auf Lucy Körpergrösse immer wieder, auch von ihr selbst, rumgeritten wurde, fand ich da schon eigenartiger. Kam manchmal wie ein Fetisch von Josh rüber. 
Klingt jetzt alles erst mal bisschen Negativ, das Positive kennt man eigentlich schon. Schnuckelchen mit harter Schale, quierliche Süsse die ihn weich kriegt. Ein paar erleuchtende Situationen. Eine grosse Prise Humor.
Alles in allem ein schöner, mitreissender Roman der zum schwärmen einläd, und ordentlich Unterhält. 

Dienstag, 7. Februar 2017

Titel: Ein anderes Wort für Glück

Autor: O'Brien, Deborah

Verlag: Goldmann Verlag

Preis: 9.99 Euro

Seiten: 320 Seiten


Worum es geht:

Kevin hat zwei große Hobbys: Quizzabende und Informationen in Notizheften aufschreiben. Die nächsten 12 Wochen wird, sehr zum Unmut seiner Schwester Beth, an einem Quizwettbewerb mitmachen. Doch womit Kevin nicht gerechnet hat: Maggie lädt in ihn in ihr Quizteam ein. Statt wie immer alleine anzutreten muss sich der kauzige 47 jährige plötzlich in Teamwork üben. Doch für die sympathische Maggie will er es versuchen, denn die scheint ihn als einzigen nicht verändern zu wollen. 12 Wochen, 2 Fremde, jede Menge Fragen und einen Neffen sorgen für einigen Trubel.



Meine Meinung:

12 Wochen dauert der neueste Quizwettbewerb bei dem Kevin sich angemeldet hat. 12 mal erscheint er als seine One-man-Show und stiehlt genau diese allen anderen. 11 treffen Maggie und er aufeinander. Ich gebe zu der Klappentext erinnerte mich an "das Rosie Projekt", was mein Interesse geweckt hat. Das Alter der beiden Protagonisten war eine erfrischende Brise, wobei es für die Geschichte unerheblich war. O'Briens lockerer Stil macht es dem Leser leicht sich in den wechselnden Perspektiven zu verlieren. Während einem die einen Figuren dadurch sehr ans Herz wachsen, hilft es bei anderen gerade mal für eine Prise Verständnis. Hier gibt es für jeden Geschmack einen Charakter.

Kevin und Maggie treffen vorerst nur an den Quizabenden aufeinander, entwickeln aber schnell eine Freundschaft, von der Maggie aber nicht mehr erwartet. Neben den Quizabenden geht das Leben der beiden weiter, immer getrennt. Das klingt auf den ersten Blick langweilig, ist es aber zu keinem Moment. Ich habe mir öfters gewünscht Kevin und Maggie würden heiraten und Patrick adoptieren. Info hierbei, ich mag keine Happyends, aber die Figuren lösten den großen Wunsch dazu aus. Die Schrulligkeit der beiden, vor allem Kevin, gibt dem Buch außerdem noch eine angenehme Prise Humor. Seine soziallen Unzulänglichkeiten ließen mich öfter Lächeln, seine Überlegungen diesbezüglich ebenfalls. Da man sich gerne zu voreiligen Schlüssen zu Kevin hinleiten lässt, fand ich die Rückblenden zu den Ereignissen in seiner Jugend, sehr aufschlussreich. Dieses Buch ist keine Geschichte über Quizabende, und auch keine typische Liebesgeschichte. Die Autorin selbst meinte, sie wolle auch keinen Roman über Syndrome oder bestimmte Störungen schreiben, wobei auch diese hier vorkommen. Nein, es geht um "das Bedürfnis, einer Welt anzugehören, die Konformismus liebt und mit allzu individuellen Abweichungen nicht umgehen kann."

Die zaghafte Freundschaft zwischen Maggie und Kevin ist herzerwärmend. Manch kann das Buch als zu langsam empfinden, ich fand es genau richtig. Die Nebenfiguren haben es auch in sich. Wir kriegen in eigenen Abschnitten auch Beth, Kevins Schwester, und Patrick, Beths 7 jährigen Sohn näher gebracht. Durch die Hauptabschnitte werden außerdem noch Maggies Freunde mit eingebracht. Einige von denen eigenen sich hervorragend für Buchclubdiskussionen. Die Autorin traut sich auch mal eckige Figuren einzubringen, die nicht Jedermann Sache sein werden.

Fazit: Leichtfüßig präsentiert und O'Brien eine Welt von Misfits und dem Wunsch, dass wir doch alle mal ein bisschen offener werden.

Sonntag, 5. Februar 2017

Monatsrückblick Januar 2017


Neugierig was ich im Januar gelesen habe? Hier ein kleiner Rückblick. Nachdem das ganze Jahr 2016 eher mager war, was meine Leselaune anging, kann ich freudig verkünden, dass ich wieder im Lesefieber bin. Mal sehen wie lange es diesmal anhält ;-) 
Die weissen Bücher auf dem Bild sind Netgalley Titel die ich auf dem Kindle gelesen habe. Ja ich bin Buchhändler und Kindlenutzer. Es war ein Weihnachtsgeschenkt. Nach 4 Jahren bin ich sehr Dankbar darüber und das Kindeli ist ein fester Bestandteil meiner Handtasche geworden. 

Gelesen im Januar: 
-Sabine Schoder - Liebe ist was für Idioten, wie mich
Weihnachtsgeschenk, dass ich im urlaub gelesen habe. Nette Zwischendurch Unterhaltung mit Überrascung am Ende. Ich freu mich auf neues von der Autorin! 
-Woodson Jacquelin: Another Brooklyn. 
-Gappah, Pettina: Die Farbe des Nachtfalters 
Gelesen im rahmen eines Buchclubs. Leider waren unsere Erwartungen zu hoch. Wir haben uns gefreut über die Albino-Thematik, welche dann irgendwie gar nicht mehr zur Sprache kam. 
-Graeme Simsion: The Best of Adam Sharp 
Rezension folgt am deutschen Veröffentlichungsdatum.
-Pennypacker, Sara: Pax
Rezension folgt am deutschen Veröffentlichungsdatum. 
-Sedoti Chelsea: The Hundred lies of Lizzie Lovett: 
Spannend!
-Zentner Jeff: The Serpent King
HIGHLIGHT!
-Marquardt Marie: The Radius of Us 
-Bardugo, Leigh: Six of Crows 
Dude, where is my caring? 
-Crossan Sarah: We come apart 
Lovely Story in Gedichtform.
-Kaufman, Amie: Gemina 
Nicht so gut wie the Illuminae Files, aber trotzdem eine solide Nachfolge.
-Best kind of magic: 
Süsse Geschichte über eine unmagische Hexe, die sich zum ersten Mal verliebt- in den Falschen
Teil 1 einer Serie.
-13 ways of looking at a fat girl
Die Geschichte eines dicken Mädchen, und wie das Gewicht zur Obsession wird. 

Sonntag, 29. Januar 2017

Empfehlung zu "Ein wenig Leben" von Hanya Yanagihara

Titel: Ein wenig Leben

Autor: Yanagihara, Hanya

Verlag: Hanser

Seiten: 960 Seiten

Preis: 28.00 Euro


Worum es geht: 
"Ein wenig Leben" handelt von der lebenslangen Freundschaft zwischen vier Männern in New York, die sich am College kennengelernt haben. Jude St. Francis, brillant und enigmatisch, ist die charismatische Figur im Zentrum der Gruppe – ein aufopfernd liebender und zugleich innerlich zerbrochener Mensch. Immer tiefer werden die Freunde in Judes dunkle, schmerzhafte Welt hineingesogen, deren Ungeheuer nach und nach hervortreten. "Ein wenig Leben" ist ein rauschhaftes, mit kaum fasslicher Dringlichkeit erzähltes Epos über Trauma, menschliche Güte und Freundschaft als wahre Liebe. Es begibt sich an die dunkelsten Orte, an die Literatur sich wagen kann, und bricht dabei immer wieder zum hellen Licht durch. -Hanser Verlag


Meine Meinung: 
Durchschnittlich lese ich 3 Bücher simultan. Eines auf der Arbeit, eines Zuhause und eines im Fitnessstudio, wenn ich auf dem Laufband vor mich hinschlender. Wenn ich Glück habe, gefällt mir eines der Drei so gut, dass es übergreifend mein einziges Buch wird, bis ich es beendet habe. A little Life war so ein Buch.

Zugegeben "a Little Life" ist ein Brocken. Der Umfang hat selbst mich eingeschüchtert, dazu dann noch nominiert für alle erdenkliche Preise... ich war mehr als eingeschüchtert. Aber alles sprach mich an. Die Synopsis, die Gestaltung, ja selbst die Seitenzahl, wollte ich endlich mal wieder ein Buch lesen, dass mich länger beschäftigt als 2 Tage. Ohne große Vorworte wird der Leser in das Leben der Jungs rein geworfen. Jude und Willem haben es geschafft eine Wohnung in Manhattan anzumieten. Hier beginnt das Abenteuer. Nach der ersten Angst den Anschluss bei all den Namen zu verlieren, stellt Yanagihara die Protagonisten der Reihe nach vor. Einer nach dem anderen kriegt seinen Moment im Scheinwerferlicht, die ungeteilte Aufmerksamkeit des Lesers. Mit kleinen Bemerkungen zur weiteren Entwicklung der jeweiligen Freundschaft, wird dem Leser außerdem Lust auf den nächsten Einblick gemacht.

Are you happy? he once asked Jude (they must have been drunk).
I don't think happiness is for me, Jude had said at last, as if Willem had been offering him a dish, he didn't want to eat. But it's for you, Willem.

Yanagihara baut nicht auf einen grossen Höhepunkt auf, es gibt kein Ziel. Dies könnte einige als Langweilig empfinden, wer sich aber der Sprache und den Figuren hingibt, wird es an nichts mangeln, was einen grandiosen Roman auszeichnet. Einige längere Handlungen betreffen Willem's Schauspielkarriere, JB's Drogensucht, und Jude, immer wieder Jude. Jude's Einsamkeit, seine Freundschaft zu Willem, der Versuch des Abschließens mit seiner Vergangenheit. Allgemein über die Angst einer Generation nicht genug zu sein. Angst vorm Versagen und Selbsthass bilden ein wiederkehrendes Muster, ebenso wie die Wahlfamilie Freunde, welche das Buch zum Sprachrohr unserer Zeit werden lässt.

Während einige der Figuren ziemlich durchschaubar sind, und man schnell Zugriff zu Ihnen hat, bleibt Jude lange ein Mysterium. Er bereitet dem Leser die meisten Schmerzen, indem er sein Schicksal so apathisch annimmt. Der Leser echauffiert sich an seiner Stelle, bringt einen dazu das Buch wütend in die Ecke zu pfeffern, nur um es daraufhin wieder in die Arme zu schließen, tief durchatmen, weiter gehts. Mehrmals ist mir ein lautes "OH, COME ONE" entwichen, es reicht, es reicht bereits nach einem Drittel des Buches. Doch Yanagihara puscht weiter, weiter als man es für Möglich hält. Und schafft es damit den Leser zu berühren, tiefer als man vielleicht möchte.


www.bnnrdck.space


A little Life erweckt Gefühle in einem, die den Leser zwingen wird, sich an seine Außenwelt zu wenden. "Hast du das Buch gelesen? Können wir darüber reden?" Man sucht Hilfe, Verständnis, Zusammengehörigkeit um zu verdauen was man da vorgesetzt bekommen hat. Weil alleine, alleine hält man die schier endlosen Qualen kaum aus. Yanagihara versucht nicht nur herauszufinden wie viel eine fiktive Person aushalten kann, sondern auch wie viel der Leser erträgt. Und während man die letzten Seiten verschlingt, "Ernsthaft, schlimmer gehts doch nicht mehr?!", man zum gefühlt 100sten Mal seinen Facebook und Goodreads Status mit Gefühlsausbrüchen zum Buch geupdated hat ( soll ja jeder mitkriegen, dass man leidet ), stößt man ein letztes Mal an seine Grenzen und weiß, das dies ein einmaliges Buch war.

‘Why wasn’t friendship as good as a relationship? Why wasn’t it even better?’ Willem asks, ‘It was two people who remained together, day after day, bound not by sex or physical attraction or money or children or property, but only by the shared agreement to keep going, the mutual dedication to a union that could never be codified.’

Ein Buch das einem lange, wenn nicht für immer, zu eigen wird. Ein Buch, das hält was der Titel verspricht: ein bisschen Leben.


Montag, 23. Januar 2017

"Hold back the Stars" by Katie Khan [english review]



‘We’re going to be fine.’ 
He looks around, but there’s nothing out here: nothing but the bottomless black universe on their left, the Earth suspended in glorious technicolour to their right.

Carys and Max have ninety minutes of air left.
None of this was supposed to happen.
But perhaps this doesn’t need to be the end…

Adrift in space with nothing to hold on to but each other, Carys and Max can’t help but look back at the well-ordered world they have left behind – at the rules they couldn’t reconcile themselves to, and a life to which they might now never return.
For in a world where love is banned, what happens when you find it? 

Hold Back the Stars is a love story like no other.






OMG Guys! It's been a while since my last freak out. I think Hutchinsons "We are the Ants" and "a little life" by Yanagihara. Last night I had the newest with this little book, that's just genius. An ending exactly how I wish for it! The author did absolutely EVERYTHING right! Can you imagine?! Everything you wish for in a novel come true? I never expected it to happen, and definitely never in a new adult sci fi book. There are so many twists in this story that you neck gonna hurt, ha-ha. Also the love story was incredible.

"You mean settle for less?"
"Settling", scoffs Gwen. "We all settle. There isn't a person alive who matches every element of the fantasy we wish for. Every person in a relationship has settled. What you choose to compromise is up to you."

What we get: 

We get space, just the right amount of it. I just finished reading "Illuminae" by Amie Kaufmann and was reluctant to start this one. I don't like reading too similar books back to back. Girl in Space Sci Fi is quite... repetitive. I like it, but yeah. After reading the blurb it sounded a lot like "Gravity", but the online reviews were all gushing about it, so I was quite happy to find it on Netgalley. Even more when I got approved.
So we have a couple floating lost in space, with no way to survive. They have 90 min left. What to do? They try to find a solution and maybe survive.

While this is happening, they are having conversations about their relationship. Half of the book concentrates on their story back on earth. How they met and so on. A classical love story. But not quite. Earth society has evolved a bit. Nuclear bombs destroyed America, leaving Europe (Europia) on top. Individualism is the rule and no one really stays in one place, with one home, but everyone lives in rotations. Meaning you stay for 3 years, then move on. You are to learn as many languages as possible because "with only 5 languages you can communicate with 78% of Europia!. The most intriguing rule is not to get involved with someone till you re 35 years old. You're suposed to have flings and one night stands. The couple rule, meaning to rotate together with your partner, states that you're only able to form a stable relationship at that age, and of course aren't allowed children earlier than that. “It’s a better society, if everyone can give their all. So we all contribute towards the utopia as an individual, until such a time we can begin to think about settling down and starting a family.”

When Max and Carys meet, they're both in their mid twenties. Way to early to commit, but they still do, and try to maintain a relationship, hidden from society. Of course, this can't work out forever. I loved this idea of this society development because it felt so scaringly real. With how people behave right now and all the technology and social media, this could totally happen. For a better understanding of individualism kids are entering rotations, living away from parents, as early as age 7. It's scary. Max argues at one point "It's a shallow life, never forming any relationships, knowing you leave in some months. everything is shallow" ( freely recited) and I totally related to it.

"I think it's human nature to struggle, even in a perfect world. Caveman struggles to find food and shelter. More recently men struggled in wars. But us? We get depressed if we say something stupid on the MindShare. We got enough so we have nothing to fight for. And it makes us unhappy."

we should not forget that Utopia really means "no-place".

“‘Carys?’ he asks, as they continue to watch the fireworks display over the People’s Republic of China.
‘Yes, Max?’
‘Nothing.’
‘Are you sure?’
‘Yes, Carys.’
‘I’m glad we had this conversation, Max,’ she says, deadpan.
‘Me, too,’ he replies.”

This is Katie Khan's debut and I hope she stays this brave because the conclusion was one of my highlights of the year. I cannot wait till publication date so I can press this book to all my customers.

**Huge thanks to Netgalley and Doubleday for the ARC**

Dienstag, 17. Januar 2017

"History is all you left me" by Adam Silvera [english review]


When Griffin’s first love and ex-boyfriend, Theo, dies in a drowning accident, his universe implodes. Even though Theo had moved to California for college and started seeing Jackson, Griffin never doubted Theo would come back to him when the time was right. But now, the future he’s been imagining for himself has gone far off course.

To make things worse, the only person who truly understands his heartache is Jackson. But no matter how much they open up to each other, Griffin’s downward spiral continues. He’s losing himself in his obsessive compulsions and destructive choices, and the secrets he’s been keeping are tearing him apart.

If Griffin is ever to rebuild his future, he must first confront his history, every last heartbreaking piece in the puzzle of his life.








Oh boy, this was THE title I wanted to read since I knew of its existence. Last year Netgalley approved me to "More happy than not" and it became my most favourite book that year. I couldn't wait to get my hands on something new by Silvera. Again, Netgalley and Soho Press were incredibly nice to me. 2 months before the official pub date, I was able to download my most anticipated titles in ages on my kindle. Thanks again! You guys made my day, month, year! 

After I had the file on my kindle I needed a week till I got myself to actually read it. Because if I start and read it, I would have read it. What if it wasn't good? what if it was so good I was angry that I read it so fast and soon... Schrödingers cat. Well, I dove into it, and as it is Silveras style, could escape till I was finished. I don't know how he does it. Something speaks to me. My expectations were quite high, which is never good! BUT, Silvera didn't disappoint... as much.

Ah, I'm being unfair here. The story is really good. His writing is really good. What's wrong, you ask? Personal preferences. I was hoping for a Silvera-ish twist at 70% into the book, I was counting on it. The way the story was heading couldn't stay the way it was. I was so hoping to get laughed in the face, by the book.

I had a discussion some time ago how I dislike how fast fictional characters are forced to overcome their grief. It's a private matter, some people take longer than others. Still I always wonder how you can be expected to move on after 3 months that THE LOVE OF YOUR LIFE died. Why is it such a problem for your surroundings to let you grief? So this is a total personal opinion of mine, and I think Silvera works very well with the theme of grieving, but sadly he too starts that subject pretty soon. I mean 4 weeks of grieving is pretty much no time at all for me. ( even if it's not his LOVE OF THE LIFE, at least it's his FIRST LOVE that he is suppose to end up with). Griffin is a quirky lead that transports his feelings real enough. The idea to start the book with the ending and jump back in the beginning to see how everything happened, may not have been the best idea here. Sadly, I didn't connect with Theo, so everything they were going through... didn't made got emotional. A huge point in that is my dislike for the "I'm breaking up with you for your own good, without considering your own choice in this matter and then being miserable the whole time"- scheme. I thought better of you Silvera...

My favorite part was the relationship between Griff an his parents. Not even John Green could write a better dynamic. Thanks for that! Also the friendship between Theo, Griff and ... was interesting to see, not rainbows and unicorns, but with edges and struggles along the way. Like real life! Bonus points for that. A huge part, next to the griefing, is Griff OCD. When it was first mentioned I didn't know it would become such a huge part of the book. That was also something that felt halfheartly, a little bit like "Grieving is not enough... he needs another problem on top of it!" and it popped up whenever Silvera needed it. 

If you didn't knew it after More happy than not, it should be clear that Adam Silvera is here to stay, even without the 100%-"Wow Book". I gonna read book that man is writing and... who are we kidding, his tweets too. History is all you left is a moving contemporary, and even more important, LGTB book that shouldn't miss on your shelf.  


**Huge thanks to SoHo Teen and Netgalley for providing the arc in exchange for an honest review**

Freitag, 13. Januar 2017

Empfehlung zu "Wie die Luft zum Atmen" von Cherry C. Brittainy

 Lübbe.de

Titel: Wie die Luft zum Atmen

Autor: Brittainy, Cherry C.

Verlag: LYX by Bastei Lübbe

Seiten: 358 Seiten

Preis: 14,00 Euro

Worum es geht: 
Er küsste mich, als würde er ertrinken. Er küsste mich, als wäre ich für ihn, wie die Luft zum Atmen
Alle hatten mich vor Tristan Cole gewarnt, mich angefleht, ihm aus dem Weg zu gehen. »Er ist ein Monster, er ist verrückt, und er ist tief verletzt, Liz«, hatten sie gesagt. »Er ist nichts als die hässlichen Narben seiner Vergangenheit.« Doch was sie alle ignorierten, war die Tatsache, dass auch ich ein bisschen verrückt und tief verletzt war, dass auch ich Narben hatte. Und keiner von ihnen bemerkte, dass ich an Tristans Seite endlich wieder atmen konnte. Denn nicht zu vergessen, wie man atmete, das war das Schwierigste, wenn man ohne die Menschen leben musste, die man von ganzem Herzen liebte.


Meine Meinung: 

Favim.com
Brittainy C. Cherry hatte sich bereis mit Loving Mr Daniels einen Namen bei mir gemacht. Ich würde jetzt nicht sagen, dass Sie mich begeistert hätte, aber man konnte das Buch gut lesen und hatte ein paar nette Twists, an die ich noch gerne zurück denke. Den weiteren Werdegang hatte ich nicht geziehlt verfolgt, allerdings war mein Instagram schnell mit Fotos zum neuen Buch überfüllt. Neugierig geworden durch das Cover ( me likes it! ) besorgte ich mir die englische Ausgabe kurz vorm Urlaub. Zwischen Fez und Merzouga war ich bei Liz und Tristan zu Besuch. Praktisch in einem Rutsch habe ich das Buch verschlungen. 

“You don’t have to be good all the times. It’s okay to be hurt sometimes. It’s okay to feel lost like you’re wandering around in the dark. It’s the bad days that make the good ones so much better.” 

Wir kriegen in abwechselnden Perspektiven die Schicksalschläge von Liz und Tristan näher gebracht. Beide gehen unterschiedlich mit ihrer Trauer um, und während Tristan sich als Emerit versucht, sucht Liz Nähe. In ihm erkennt sie ihr eigenes Leid, einen Schmerz den sonst keiner zu verstehen scheint. Die beiden versuchen ein Experiment, dass es ihnen erleichtern soll, durch den Tag zu kommen. Ein gefährliches Spiel, dass beiden schnell über den Kopf wächst. 

Neben der Liebesgeschichte, ist die Trauer Hauptbestandteil des Buches. Cherry hat das für mich erfolgreich eingebaut. Auch die Zuneigung der Beiden hat für mich den nötigen Sinn ergeben. Die Chemie stimmte. Ich hätte mir mehr Zeit gewünscht aber es ist keine Liebe auf den ersten Blick und die Trauer wird bis zuletzt nicht vergessen. Wie für Cherry schon beinahe typisch, bleibt es nicht nur bei der Liebesgeschichte, sondern entwickelt sich zum Schluss schon fast zum Thriller. 

“Sometimes life is weird. You just have to deal with the weirdness and hope that you find some weirdos who will move forward with you.”

Während Tristan und Liz ganz nett sind, waren die Nebenfiguren für mich die wahren Helden dieses Buches. Vor allem Liz' beste Freundin Faye hat mich öfters lauthals auflachen lassen. Dies war ein erfrischendes Aufatmen zwischen der düsteren Stimmung. Tristan in Verbindung mit Faye war mein Highlight. 

Grosse Emotionen, viel erotisches Knistern und Spannung bis zuletzt! Eine sprühende Mischung, die Cherry weit nach oben meiner Watchlist katapultiert hat. "Wie die Luft zum Atmen" ist Teil der Elements Reihe, kann aber unabhängig gelesen werden. Also, man wird egal wie die Anderen auch lesen, aber man muss nicht ;-). "Wie das Feuer zwischen uns" wird am 21. Juli erscheinen. Folgen werden noch "The silent water" und "the gravity of us".

“He and I together was a terrible idea. We were both unstable, we were both shattered, and there was no getting around it. He was thunder, I was lightning, and we were seconds away from creating the perfect storm.” 






Dienstag, 3. Januar 2017

Empfehlung zu "Das ganze Leben da draussen" von Nina Sahm

Titel: Das ganze Leben da draussen

Autor: Sahm, Nina

Verlagdroemer knaur

Seiten: 288 Seiten 

Preis: 14,99 Euro

Worum es geht: 
Elín ist ein besonderes Mädchen – eigenwillig, verträumt und wie aus der Zeit gefallen. Sie entfernt sich immer mehr von ihren Altersgenossen und folgt in jeder freien Minute den Fährten eines jungen Fuchses, der in der Umgebung von Reykjavik aufgetaucht ist. Selbst ihre Lehrerin Alfa dringt nicht zu ihr durch, obwohl auch diese eine ziemliche Außenseiterin ist. Ihre Welt hat einen Sprung bekommen, seit ihr großes Vorbild – ihr Großvater Magnús – sich das Leben genommen hat. Alfa würde am liebsten der Realität entfliehen und die Welt neu entdecken. Und so brechen die beiden jungen Frauen gemeinsam aus und begeben sich auf eine sehr eigene Reise jenseits von gesellschaftlichen Vorstellungen und Idealen.

Meine Meinung: 
"Das ganze Leben da draußen" wurde mein letztes gelesene Buch 2016, und die Wahl hätte nicht besser sein können, um das Jahr noch auf einer positiven Note zu verabschieden.

Elín und Alfa scheinen auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam zu haben. Alfa schlägt sich mehr schlecht als recht durch ihren Job, Lehrerin einer Klasse voller Teenager, und ihr Leben. Magnus, ihr Großvater scheint der einzige Lichtblick zu sein, bis dieser Selbstmord begeht. Elín hat nur einen Wunsch: die Zivilisation hinter sich zu lassen und in die Wildnis zu verschwinden. Beide haben Schwierigkeiten sich anzupassen, wollen es auch gar nicht. Frau Sahm schafft hier wundervoll vielseitige Figuren die so verloren sind in unserer Welt, dass man selbst als Leser manchmal glaubt darin zu ertrinken. Doch wie Paul so schön sagt, wir haben ein Meer voller Möglichkeiten. Warum sich den Konventionen anpassen?
Elín blieb mir bis zum Schluss unsympathisch. Mürrische Teenagern, die eine unerklärbare Aversion ihren Eltern gegenüber haben, lassen mich keine Luftsprünge machen, allerdings schafft es Nina Sahm zumindest Gefühle zu erzeugen, und Negative sind immer noch besser als gar keine. Die Figur bleib mir leider bis zum Schluss unverständlich. Ab und an blitzte etwas hervor das mich beruhigte, das Gesamtbild war aber leider nicht nach meinem Geschmack. Muss es ja aber auch nicht, wie wir seit Sarah Kuttner schon wissen. Mit Alfa kamen wir der Sache schon näher. Ehrlich und schmerzend bringt sie uns dem Thema der Demenz und Trauer näher. Und trotz der allgemeinen düsteren Stimmung, hat man doch nie das Gefühl die Lockerheit zu verlieren.
Ein Island Roman, dem es egaler nicht sein könnte, dass er in Island spielt. Ein Freundschaftsroman ohne Freunde. Selbstfindung ohne Ziel. Denn wie wir wissen; der Weg ist das Ziel, und dieser Weg war ein düsteres vielschichtiges Melodram mit Hoffnung.