Dienstag, 25. Oktober 2016

Empfehlung zu "Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen" von Ulla Scheler

Autor: Scheler, Ulla

Titel: Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen

Verlag: Heyne fliegt

Seiten: 368 Seiten

Preis: 14.99.-


Worum es geht:  

Ben ist seit Ewigkeiten Hannas bester Freund. Er ist anders. Wild, tollkühn, ein Graffiti-Künstler, ein Geschichtenerzähler. Und keiner versteht Hanna so wie er. Nach dem Abi packen die beiden Bens klappriges Auto voll und fahren zum Meer. An einen verwunschenen Strand, um den sich eine düstere Legende rankt. Sie erzählen sich Geschichten. Bauen Lagerfeuer. Kommen einander dort nahe wie nie zuvor. Und Hanna hofft, endlich hinter das Geheimnis zu kommen, das Ben oft so unberechenbar und verzweifelt werden lässt. Doch dann passiert etwas Schreckliches …



Meine Meinung: 

"Zu meinem achtzehnten Geburtstag schenkte mir mein bester Freund Ben eine Sachbeschädigung." Der erste Satz weiß den Leser bereits zu fesseln!

Im August und September 2016 war es egal welche Buchblogger man folgte, welche Sozialmedia man aufmachte, gefühlt jeder sprach über Ulla Scheler und ihr Buch. Zugegeben weder der Titel noch das Cover waren hilfreich beim Versuch das Buch in eine Schublade zu stecken. Thriller, Liebesgeschichte, ist es überhaupt ein Jugendbuch? Vom ersten Blick war es schwer zu erfassen. Die ausschließlich positive Resonanz machte mich allerdings nach der 3. Woche neugierig. Es sollte noch 2 Monate dauern bis ich endlich selber dazu kam, es zu lesen. Morgens um 9 begonnen, Nachts um halb 2 beendet, war es seit langem wieder ein "Ich sag alles ab, muss weiterlesen"-Buch.

Die einzigen negativen Rezensionen konzentrieren sich darauf, dass erstmal nicht wirklich viel Handlung vorhanden ist. Die unangepassten Charakteren, machen sich keine Freunde, scheinen sie wie zwei fremdartige Planeten die nur um sich selbst drehen, ihr eigenes kleines Universum bilden. Die Autorin weiß eine Faszination darauf aufzubauen, wenn der Leser auch kaum Verständnis für sie hat. Vor allem Ben und sein Verhalten machen es einem sehr sehr schwer, dennoch kommt man nicht drum herum, die Worte wie im Sog aufzusaugen.

"Wir machten die Leute um uns herum wahnsinnig, aber wir fühlten uns golden."

In ihrem Egoismus ziehen sie noch weitere Menschen in ihr Spektakel, und wie bei einem Autounfall, können auch diese nicht so recht wegsehen. Sam, ein wenig verloren, alleine und einfühlsam, versucht sein Bestes und wird doch immer auf Distanz gehalten. Bis zum Schluss versucht Sam für Hannah da zu sein, sehr zu meinem Unverständnis. Chloé, trotz guter Begründung, ist ein weiterer schwieriger Charakter, der sich auch mehr gefallen lässt, als manch ein anderer würde. 08/15 Schema kann man Scheler keinesfalls vorwerfen.

Der Mix aus allem sorgt für eine Achterbahn der Gefühle, bis hin zum explosiven Ende. Ein Feuerwerk zum Abschluss, der für Atemlosigkeit sorgen wird.

Liest sich wie eine angenehme Mischung aus Antonia Michaelis und Sarah Kuttner.

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