Freitag, 29. Juli 2016

Rezension zu "Eigentlich bist du gar nicht mein Typ" von Anna Bell

@Droemer-Knaur


Titel: Eigentlich bist du gar nicht mein Typ

Autor: Bell, Anna

Verlag: droemer-knaur

Preis: 9.99 Euro

Seiten: 400 Seiten



Worum es geht: 

Abi ist sich sicher, in Joseph ihren Traummann gefunden zu haben. Mit ihm möchte sie alt werden und den Sonnenuntergang in Portsmouth beobachten. Joseph sieht das allerdings etwas anders und verlässt Abi von einem Tag auf den anderen mit der Begründung, sie seien zu verschieden. Abi ist am Boden zerstört und hofft, dass Joseph wieder zur Besinnung kommt. Als er ihr wenige Tage später allerdings eine Kiste mit ihren Sachen vor die Tür stellt, ist es amtlich: Er will nichts mehr mit ihr zu tun haben. 
In der Kiste findet Abi eine Bucket-List von Joseph, die sie nie zuvor gesehen hat: "Zehn Dinge, die ich vor meinem 40. Geburtstag getan haben möchte." Abi ist sich sicher: Wenn sie die Punkte auf Josephs Liste abarbeitet, wird er erkennen, dass sie die perfekte Frau für ihn ist. 
Dummerweise muss man ein sportbegeisterter Adrenalin-Junkie sein, um dabei zumindest ein bisschen Spaß zu haben. Surfen, mit dem Fahrrad an einem Tag um eine Insel radeln, Berge erklimmen und den höchsten Turm der Stadt besteigen? Oh Gott, denkt Abi und spürt, wie ihre Knie allein beim Gedanken daran weich werden. Doch sie gibt nicht auf und nimmt all ihren Mut zusammen. Alte und neue Freunde unterstützen sie, und so wächst Abi mit jeder kleinen und großen Herausforderung ein Stück weit mehr über sich hinaus. Sie ist mutig, verlässt ihre Komfortzone und überwindet Unsicherheiten. Als sie sich schließlich ihrer größten Angst - der Höhe - stellt, erkennt Abi, dass sie nur dann wirklich glücklich wird, wenn sie ihre eigenen Träume lebt. Und in denen spielt Joseph plötzlich gar keine Hauptrolle mehr ... 



Meine Meinung: 

Liebesgeschichten um das Abarbeiten von Bucketlists sind nichts Neues. Eine Verflossene, die die Liste ihres Ex's abarbeitet um ihn zurückzugewinnen, ist es. Mhairi Mcfarlane kam aus dem schwärmen nicht mehr raus, wohl der einzige Grund warum ich das Buch mit in Urlaub nahm. Und für die Ferien ist es perfekt. Kurzweilig und locker flockig ist es ein entspannter Zeitvertreib, ohne großen Eindruck zu hinterlassen. Dies ist nicht schlecht, wenn man einfach mal abschalten will.

Mein Hauptproblem mit dem Buch lag an den Figuren, namentlich Abi und Joseph. Mir persönlich war Abi mit ihren 30 Jahren zu unreif. Mir fehlte das Verständnis für all ihre abstrusen Ängste, und Abi hat Angst, vor allem. Ich habe keinen Spass dabei empfunden zu lesen wie Abi etwas plant und dann nur darüber redet wie schlecht sie sich dabei fühlt. Unterwegs bekommt sie Unterstützung von Freunden, die allesamt begeistert darüber sind wie sich schlägt. Ich hab mich mehrmals gefragt warum diese Figuren überhaupt befreundet sind weil außer nörgeln und maulen und schnippisch reagieren, hat Abi nicht viele einnehmenden Qualitäten.
Joseph wird als goldenes Kalb dargestellt, der heilige Gral den es zu haben gilt. Abi ignoriert die Realität der Beziehung so sehr, bis zum Ende hin, dass ich mich als Leser oft fragte was mit ihr nicht stimmt. Ich hatte auf Erkenntnis ihrerseits gehofft, vergeblich. Als dann auch mehrfach erwähnt wird, wie die früheren Freundinnen alle darum gebettelt haben, dass er sie zurücknimmt, wurde es mir ein bisschen viel. Joseph kam beim Lesen nicht gut weg, ihn dann trotzdem als Prinz Charming auffahren zu lassen, hat sich widersprochen. Wohl der einzige Pluspunkt Abis, sie hat nicht gebettelt, sondern etwas unternommen.

So, nach den Negativpunkten dann auch ausführlich warum mir das Buch, trotz allem, sehr gut gefallen hat:
Die Aussage: Du bist mehr als deine Ängste, überwinde dich ab und zu und lerne dich besser kennen! Weil Abi ihr Leben lang nie etwas gemacht hat das nicht bequem war, wusste sie nicht was ihr eigentlich gefällt. Vieles muss man probieren, und ja bei vielem kann rauskommen, dass man recht hatte und Windsurfen gefällt einem wirklich nicht. Aber wenn man es nicht einmal probiert, kann man sich nicht sicher sein.
Zu Beginn der Story tut Abi alles um zu gefallen. Sie hat im Grunde keine Meinung aus Angst, dass ihre Joseph nicht gefallen könnte. Was er mag wird auch gemocht. Je mehr sie sich kennenlernt, desto besser kann sie sich mitteilen. Und umso schwerer ist es zum Ausgangspunkt der Geschichte zurückzukehren. Eine schöne Entwicklung mit einem angenehmen Tempo.
Neben der Handlung der Selbstfindung/Liebesgeschichte kriegen wir noch ein kleines Bürodrama geliefert und ein bisschen Spannung reinbringt. Abi's Arbeit wird sabotiert und die Auflösung dieses Mysteriums läuft parallel zu ihren Bucketlist Abenteuern. Des weiteren gefiel mir wie viel und mit welchem Genuss gegessen wurde. Oh, und wie perfekt zutreffend die unfreundlichen Kellner in Paris beschrieben werden. Keine romantisierung der Stadt, nein, die Autorin scheint tatsächlich schon mal da gewesen zu sein.


Ein angenehmes Buch für laue Sommertage.



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