Freitag, 1. Juli 2016

Empfehlung zu "Die Punkte nach dem Schlussstrich" von Laura Lackmann

Autor: Lackmann, Laura

Titel: Die Punkte nach dem Schlussstrich

Verlag: Ullstein Buchverlage

Preis: 14.99.-

Seiten: 320 Seiten




Worum es geht: 

Liebeskummer ist wie Igel essen

Ich wollte Apollo unbedingt lieben. „Ich liebe dich.“ Apollo sagte nichts. Nur ein leises, zartes Männerseufzen, das mich wie ein Soundtrack durch mein ganzes Leben begleiten würde. Plötzlich fing es in meinem Bauch an zu flattern. Keine Schmetterlinge, sondern Motten. Giftige, riesige Motten taumelten kopflos in meinem Magen. Solche, die mit ihrem Urin Löcher in Autolack brennen. Weil ich den Unterschied zwischen Motten und Schmetterlingen im Bauch nicht kannte, hielt ich diese Angst aus Versehen für die echte große Liebe. Für die Berufsfreundin Luzy sind Männer der Mittelpunkt ihrer Welt. Auch wenn es ihr gar nicht passt: Sie kann nicht alleine sein. Also, in einem Raum geht das schon, aber ohne einen Freund im Leben wird es schwierig. Bislang konnte Luzy sich immer retten. Wenn das Beziehungsende nahte, suchte sie sich rechtzeitig den Nächsten. Apollo, Peter, Jonas. Von einem zum anderen wie der Affe im Dschungel. Sie investiert all ihre Energie in den Erhalt der oft nicht einfachen Beziehungen mit Männern, die sich so flüchtig verhalten wie Edelgase. Aber plötzlich geht etwas schief, und Luzys Putzerfisch-Verhalten kann ihre Trennungsangst nicht mehr kaschieren. Sie flippt aus. Im Streit bricht sie Jonas den Arm und muss fortan 100 Meter Abstand zu ihm wahren. Mit Liebeskummer im Herzen und einem Entfernungsmesser in der Hand stellt sie fest, dass sich etwas ändern muss, denn von aufrichtiger Liebe versteht sie nichts. -@Ullstein Buchverlage




"Um interessant zu bleiben, musste ich mir was ausdenken. Etwas Spannendes, Aufregendes, Dramatisches, Neues, das in Apollos Welt passte und uns beide einander näherbrachte. 


Also wurde ich heroinsüchtig." 




Meine Meinung: 

Gestörtes Elternhaus, gestörte Freundschaft mit der "besten Freundin", gestörte Beziehungen, gestörte Luzy?

Als Luzy ihrem Freund Jonas "aus Versehen" den Arm bricht wegen eines Strauss Blumen, ist sie mit der sofortigen Trennung seinerseits ein wenig überrumpelt. Nach der Verhaftung und dem Bescheid sich bis auf 200 Meter nicht mehr nähern zu dürfen ist Luzy zum ersten Mal in 15 Jahren Single, und Lebensunfähig. Als Berufsfreundin war sie bisher noch nie in der Situation sich um sich selbst zu kümmern. Mit dem Gedanken, dass Jonas sie ja sicherlich demnächst zurückholen wird, beginnt sich Luzy auf eine Reise in die Vergangenheit und reflektiert ihre Handlungen. Eine Frau die ihre ganze Energie darauf fokussiert hat geliebt zu werden, auf dem Weg sich selbst zu finden.




"Liebst du mich jetzt?", fragt eich so nebenbei wie möglich, um den Stand der Dinge herauszufinden. 

"Das kann ich nicht sagen." 
"Aber du kennst mich doch jetzt."
"Ich kenn mich ja selbst nicht."

Sätze, die einen wie Schläge auf die Nieren einfach ausschalten."




In Rückblenden durchwandert der Leser die Beziehungen Luzy's, und beide müssen leiden. Der ruppige, offenen Ton weiß stellenweise zu irritieren. Soll ich jetzt lachen oder weinen? In Luzys Gedanken fühlt man sich nicht wohl und doch ist es heimisch, hab ich mich persönlich in vielem wiedererkannt. Sie ist Schauspielerin, nur da um ihren Männern zu gefallen, sich anzupassen. Niemals lässt sie jemanden ihr wahres Ich sehen, sie will ja schließlich geliebt werden. Dass sie nicht weiß wer sie eigentlich ist und was sie eigentlich mag, stellt ein weiteres Problem dar. Ihr Reichtum hilft ihr sich komplett auf ihren Partner einzustellen. Als Sie ihren Vater fragte was sie mit ihrem Leben machen solle, jetzt nach dem Abitur, "Der Mensch brauch doch eine Aufgabe", meinte der nur zu ihr, es mache alles sowieso keinen Unterschied, da könne sie sich doch auch einfach entspannen.

Die Hilflosigkeit treibt sie von einem Verderbnis ins andere. Sie handelt nach dem einzigen Prinzip das sie kennt; es anderen Recht machen. So findet sie sich in Abstrusen, ungesunden Situationen wieder, die den Leser zwar fesseln, aber auch Abschrecken. Der Grad zwischen Mitleid und Frust ist beim Lesen sehr schmal.


Ungesundes Verhalten, nicht aufgearbeitete emotionale Probleme, Abhängigkeit und die konstante Suche nach Liebe haben dieses Buch zum meinem bisherigen Highlight 2016 gemacht.

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