Dienstag, 26. Juli 2016

Empfehlung zu "Das Liebes-Projekt" von Lydia Netzer

@btb randomhouse.de


Titel: Das Liebes-Projekt

Autor: Netzer, Lydia

Verlag: btb Verlag

Preis: 9.99 Euro

Seiten: 416 Seiten



Worum es geht: 

Liebe unter Wissenschaftlern… George, ein verträumter Kosmologe, erforscht den Ursprung des Universums. Irene, die pragmatische Astrophysikerin, erschafft schwarze Löcher im Labor. Als beide sich am bekannten Institut für Astronomie in Toldeo begegnen, passiert es: Die Liebe schlägt ein wie ein Blitz und wirft beide aus ihrer Umlaufbahn. Irene und George scheinen wie füreinander geschaffen. Ein glücklicher Zufall? Daran glauben Astrophysiker prinzipiell nicht. Dann findet Irene auch noch heraus, dass ihre und Georges Mutter einander kannten und ganz eigene Pläne mit den beiden hatten… Steht ihre Liebe unter keinem guten Stern. Klappentext @randomhouse.de


Meine Meinung: 




»Warum verlieben sich manche Menschen ineinander und andere nicht? Was ist Liebe? Sie ist so, so, so lächerlich, bis es einen Selbst trifft. Dann ist sie das Wichtigste auf der Welt, ob man nun an sie glaubt oder nicht.«

Können Seelenpartner füreinander geschaffen werden? Kann man Liebe erzeugen, durch die richtigen Umstände? Zwei Freundinnen, Scheidungskinder, wollen es bei ihren Kindern nicht dem Zufall überlassen...





George glaubt. An alles. Götter, Magie, Seelenverwandte, Feen. Seit ihm ein Medium mitteilte, dass seine grosse Liebe, die Eine, als Astronomin in Toledo auf ihn treffen wird, verbingt er seine Zeit damit alle Frauen mit braunen Haaren ( noch ein Hinweis des Mediums ) am Toledo Institut der Astronomie als potentielle Freundin zu testen. Irene glaubt nicht. An nichts, ausser ihrer Theorie Schwarze Löscher auf der Erde zu finden. Als ihre Mutter bei einem Unfall stirbt, sieht sie sich gezwungen zurück nach Toledo zu fahren und bekommt dank ihrer Forschung sogar eine Stelle am Institut. Als beide aufeinander treffen, werden sie wie magnetisch voneinander angezogen. Schicksal? Für einander bestimmt? Oder einfach nur konditioniert?
Es wird schwierig das Buch zu Rezensieren ohne zu viele Spoiler, finde ich ja man sollte es lesen ohne irgendwelche Vorkenntnisse, um vollends überrascht zu werden! Ich hatte das Buch mit in Urlaub und in 2 Tagen fertig, und nein, es war kein "rumliegen am Strand"-Urlaub. 
Netzer spielt mit der Frage der Erziehung und wie weit man gehen kann um das Glück der Kinder sicher zu stellen. Thriller gleich, kommt das Buch daher, je tiefer der Leser in die Geheimnisse der Umstände eingeweiht wird. Netzer ist explizit, nichts wird ausgelassen. Liebe? Um die geht es herzlich wenig. Oder doch ausschliesslich? George gibt dem Buch was lockeres, erinnert an einen Labrador der geliebt werden will. Der glaubt und Halluzinationen von Göttern hat. Irene ist schwieriger zu mögen, aber erträglich. Die Mütter, und deren Hintergründe, bringen die Spannung und wissen den Leser zu fesseln. Liebe, um die geht es irgendwie dann doch immer wieder. Die Liebe von Bernice zu Sally, von den Müttern zu ihren Kindern, die Kinder zu ihren Eltern, zueinander. 

Neben Irene und George, amüsiert sich die Autorin mit einer Nebenhandlung, der Geschichte von Belion, Magier in einem Onlinegame, und seines Silvergirls. Fragt man sich erst, was das soll, fand ich schnell gefallen an dem Subplot und hätte gegen Ende fast lieber mehr über Belion erfahren als über Irene und George. 
Leider hat mich das Ende enttäuscht, da mir das angedeutete Ende besser gefallen hätte. Schade dass sich die Autorin nicht zu diesem Schritt getraut hat. 
Eine faszinierende Verwertung der Kindeserziehung und psychischen Manipulierung. Herumschwirrende Götter, ein Teeblätter lesendes Medium, Prophezeihungen... der Grad zwischen Fantastie und Realität ist schmal. Murakamisch eingebaut, ohne zu stören. Am Ende dann doch leider nur ein "Ja, war sehr nett" Buch. Empfehlen kann ich euch trotzdem allen, die mal eine bisschen andere Liebesgeschichte erleben wollen. Und sich für Astrologie und Astronomie interessieren. 





Danke an das Bloggerportal für die Verfügungstellung des Leseexemplars.



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