Samstag, 28. Mai 2016

Empfehlung: "Every Exquisite Thing" von Matthew Quick

Titel: Every Exquisite Thing
Autor: Quick, Matthew
Verlag: Hachette
Seiten: 272
Preis: 16,50 EUR

 Worum es geht: 

Nanette hat ihr ganzes Leben lang versucht es allen Recht zu machen. Fussball spielen für ihren Vater, gute Noten in der Schule für ihre Mutter, Make up für ihre beste Freundin... Nur ihr Lieblingslehrer sieht hinter die Fassade und versucht ihr zu helfen. Ein Buch: The bubblegum Reaper soll die Lösung sein. Das Taschenbuch habe auch sein Leben verändert, und verändern wird das Buch auch Nanettes Leben.

Dank des Autors, Mr Booker, findet Nanette zum ersten Mal sich selbst und erlebt die Opfer die Einzigartigkeit mit sich bringt.

Meine Meinung:

Von Matthew Quicks Jugendbücher mochte ich bisher eigentlich nur "Forgive me Leonard Peacock", seine Romane habe ich allerdings bisher alle geliebt. Als mir das neuste Werk "Every exquisite Thing" als englisches Leseexemplar angeboten wurde habe ich deswegen keine Sekunde gezögert. Kaum 2 Kapitel in der Geschichte drin wurde mir abermals Quicks Talent bewusst. Das scheine ich öfters leider zu vergessen. Nanette ist verloren und weiss nicht was sie will, versucht es aber allen Recht zu machen und schafft es erst durch das Buch sich gegen ihre Umwelt durchzusetzen.

Dass einem Bücher auch gefährlich werden können, wissen wir nicht erst seit Madame Bovary. Nanette befreundet sich mit dem Autor des Buches in der Hoffnung Antworten zu ihren Fragen zu bekommen, Antworten zum Leben, und vielleicht sogar den Sinn dazu. Wer wenn nicht Booker soll ihr das liefern können? So einfach ist es leider nicht. Ihr neuer Freund Alex, ein weiterer Fan des Bubblegum Reapers, verliert sich in der Geschichte und Nanette und Alexs Leben wird ordentlich aufgemischt. Gemeinsam versuchen sie den Geheimnissen des Romans auf die Spur zu kommen, während Alex sich in der Vorstellung des Romanhelden verliert. Wer hier grosse Liebe erwartet wird leider enttäuscht, beide sind so verloren, dass sie sich nicht wirklich finden. Hier ist die Idee von Einander reizender als die Realität.

"Für Fans von Der Fänger im Roggen" hiess es in einer Rezension, dem kann ich mich anschliessen, wobei ich Nanette weitaus erträglicher fand als Holden Caufield.

“Then we talked a lot about our parents and how we didn't want to become them, but we had no other role models--or "maps," Alex kept saying. "My father is a terrible map, mostly because he doesn't ever lead me anywhere." And I thought about my parents being maps that led to places I didn't want to go-- and it made a shocking amount of sense, using the word maps to describe parents."

Dass Nanette bereits 18 ist, kam für mich ein wenig überraschend, hatte ich den Ton ursprünglich jünger eingeschätzt. Quick weiss die dunklen Abgründe eines verwirrten und deprimierten Teenagers nachvollziehbar zu beschreiben, in solchen Massen, dass man sich zu Lesepausen zwingen muss um sich nicht selbst zu verlieren. Ein Buch, dass ich mir in meiner Teenagerzeit gewünscht hätte. Ich hoffe alle Teenager da draussen, die dieses Buch lesen, wissen sich glücklich zu schätzen, damit aufwachsen zu können.

Phenomenale Figuren, die noch lange im Gedächnis bleiben, allen voran natürlich Nanette. Sprachwitz, Poesie und so viele Zitate die einem unter die Haut gehen, sind ein weiteres Highlight. Matthew Quick ist bei mir immer mit Tragik verbunden und Every Exquisite Thing scheint darin zu suhlen, bis zur letzten Seite.

'Behind every exquisite thing that existed, there was something tragic.' - Oscar Wilde

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen