Freitag, 5. Februar 2016

Empfehlung zu "Es muss wohl an dir liegen" von Mhairi Mcfarlane

Titel: Es muss wohl an dir liegen
Autor:  Mcfarlane, Mhairi
Verlag: Droemer - Knaur
Seiten: 512 Seiten
Preis: 10.99.-

Worum es geht:
Wie viele Schmetterlinge passen in einen Bauch? 

Mit ihren tizianroten Haaren und ihren Kurven ist Delia vielleicht nicht ganz der Model-Typ, aber dass Paul sie nach zehn Jahren gemeinsamen Glücks mit einer Studentin betrügt, trifft sie ziemlich unvorbereitet. Am Anfang glaubt sie, alles sei ihre Schuld. Doch dann erkennt Delia, dass die zerplatzten Seifenblasen von gestern die Chance auf das Glück von morgen bedeuten: Denn nun kann sie selbst entscheiden, wie sie die bunten Puzzleteile ihres Lebens neu zusammensetzt. Kurzerhand zieht sie zu ihrer besten Freundin Emma nach London und sucht sich einen neuen Job. Alles könnte gut werden. Wäre da nicht Adam, ein Skandalreporter und der härteste Konkurrent ihres neuen Arbeitgebers - denn er bringt die Schmetterlinge in Delias Bauch plötzlich kräftig in Wallung. Und zu allem Übel setzt Paul wieder alle Hebel in Bewegung, um Delia zurückzugewinnen. - Klappentext Droemer-Knaur.de

Meine Meinung:

Für dieses Buch muss man ein gewisses Alter haben, finde ich. Als Teenager hätte es mir wohl nicht gefallen, hätte es als dramatisch abgetan. Überlegt sie jetzt ernsthaft bei dem Fremdgeher zu bleiben, weil sie 33 ist und vielleicht keinen Anderen mehr findet um Kinder zu kriegen? Wie kann man sich selbst sowas antun? Nicht vergessen, hätte ich als Teenager gedacht!

“I saw the love of my life about to walk out and I thought complete honesty would mean losing you forever. It’s taken me until now to see that complete honesty was my only hope.”

Mittlerweile selbst kurz vor der großen 3, konnte ich bei Delias Überlegungen öfter verständnisvoll Nicken. Ich habe mich dabei erwischt zu denken "Er will sie ja nicht verlassen. Er will ja bleiben und würde sie auch Heiraten." Mit denselben Ängsten geplagt kann man darüber hinweg sehen, dass Paul sie betrogen hat. Wie viel Wahl hat man den als Frau in den Dreißigern die Familie will? Eine düstere Frage der man lieber kaum Gedanken widmen will und doch erwischt man sich Nachts vorm Einschlafen genau dabei. Eben dieser Frage geht McFarlane nach und ruft den Mittdreißiger Frauen zu: "Keine Angst!" In ihrem bekannt lässigen Humor wird Mhairi zur besten Freundin des Lesers, Delia und Emma zum Leitmotiv, die aussprechen woran Frau nicht denken will. Emma echauffiert sich einmal herrlich über eine Moderatorin die daran erinnert hat, dass eine Frau nach 35 an Fruchtbarkeit verliert und man am besten davor noch schnell Schwanger wird.

"Ach das hätte ich jetzt FAST VERGESSEN! Danke! Ich geh schnell den potentiellen Vater im Pub abholen, den hab ich mit meinen Schirm dort vergessen!"

Mhairi McFarlane erklärte, sie wolle einen Roman darüber schreiben wie eine gute Beziehung durch einen Fehler kaputt geht, dass auch gute Menschen, in diesem Fall Paul, Fehler machen können. Leider wurde mir Paul zu keinem Moment sympathisch, sodass ich es zu keinem Zeitpunkt als Schade empfand, dass die gleich zu Beginn des Buches erstmal getrennte Wege gehen. Durch Delias Überlegungen wurde mir schnell klar, dass Paul gar kein Interesse an der Beziehung zeigt und wirklich angestrengt, dass sie bleibt, hat er sich zu beginn auch nicht. Ich dachte mir hauptsächlich, wie man im Englischen so schön sagt: "Good riddance". Adam unterstreicht das mit seinem "War ja auch sicherlich nicht das erste Mal, weiß er doch, dass DU niemals gehen wirst". Na ob er da so sicher sein kann? Adams Wandel im Laufe der Handlung gefiel mir leider auch nicht sonderlich. Das ist dann leider doch eine sehr große Wendung für einen Zeitraum von 3 Monate.

Delia's Naivität und Gutgläubigkeit kommt ihr öfters in die Quere, zum Glück ist sie anziehend genug dass Männer Mitleid haben und dann doch noch nett werden. Irgendwie. So ein bisschen. Die Eigenschaften lassen Delia sehr sympathisch rüber kommen, man will weiterlesen. Leider fehlt dadurch ein wenig an Substanz. Mal abgesehen von den paar Pfunden zu viel scheint sie ein perfekter Mensch zu sein. Da haben die Nebenfiguren besser abgeschnitten. Wie Delia einmal selbst sagt, Kurt ist nur gut oder böse. Das gleiche gilt für Adam, Paul und natürlich Steph und Emma. Es gibt kein Schwarz/weiss denken.

Die Freundschaften spielen in dieser Geschichte auch eine wichtige Rolle. Delias Freundschaft zu Emma, ohne die sie nicht hätte nach London ziehen können. Gleich zu Beginn wird eine Freundschaft mit dem Naan groß aufgebauscht. Seitenweise kriegen wir gezeigt wie Delia diese Internetbekanntschaft hegt und pflegt. Außerdem nutzt Delia Naan ordentlich aus. Jedes mal, wenn ein IT Problem besteht darf er ran. Ich bestreite gar nicht dass die beide gute Freunde geworden sind, leider wird der Naan ab der Mitte fast 200 Seiten lang nicht mehr erwähnt, nur um dann am Schluss nochmal der Retter in Not zu sein. Ein Detail, sicherlich, aber ich hätte gerne auch in der Mitte was vom Naan gehabt.


Also Freundschaft, auf eigenen Beinen stehen, seine Träume erfülle und natürlich die Liebe spielen hier wiedermal schön zusammen. Mhairis Humor, den ich nicht oft genug erwähnen kann, ist immer wieder ein Highlight für mich. Empfehlenswert!

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