Montag, 25. Januar 2016

Empfehlung zu "Zusammen werden wir leuchten" von Lisa Williamson

Titel: Zusammen werden wir leuchten
Autor: Williamson, Lisa
VerlagFischer Verlag
Preis: 12.99.-
Seiten: 384 Seiten

Worum es geht: 

Eine Geschichte über Freundschaft und Vertrauen – leichtfüßig, humorvoll und herzerwärmend

Es ist Davids vierzehnter Geburtstag und als er die Kerzen ausbläst, ist sein sehnlichster Wunsch … ein Mädchen zu sein. Das seinen Eltern zu beichten, steht auf seiner To-do-Liste für den Sommer – gaaaanz unten.
Bisher wissen nur seine Freunde Essie und Felix Bescheid, die bedingungslos zu ihm halten und mit denen er jede Peinlichkeit weglachen kann. Aber wird David jemals als Mädchen leben können? Und warum fasziniert ihn der geheimnisvolle Neue in der Schule so sehr?


Meine Meinung:

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Jugendbuch ist nicht gleich Jugendbuch und nach dem ganzen Hype in England zu diesem Buch war ich erstmal erstaunt über das Niveau. Geschrieben für ein weitaus jüngeres Publikum als ich erwartet hätte, schoss es mir durch den Kopf. Vergleichbar mit dem Level von Wunder von Palaccio. Nach der ersten Überraschung wusste das Buch zu fesseln, endlich mal wieder ein "am Stück lesen"-Buch!

Die Autorin weiss unglaublich starke Gefühle herauf zu beschwören. Ich musste das Buch weglegen vor Wut auf den Direktor der Schule, der Leo bestraft, welcher sich für David eingesetzt hat, statt Harry zu bestrafen der David blossgestellt hat. Die Ungerechtigkeit der Situation, die so ziemlich jedem Schüler vertraut sein sollte, sorgt für Magenschmerzen. Entsetzen macht sich breit, ab dem Moment in dem Harry zu weit geht, eine Grenze überschreitet die jedem Mensch bekannt ist. Ab dem Punkt kann man nicht mehr anders als mitfühlen. Eine Achterbahnfahrt der Gefühle.

Die Mobbingszenen sind sehr delikat und passend eingebaut. Der Realismus schmerzt. Die Grausamkeit der Welt in der wir leben erkennen viele bereits in der Schule, und es ist lachhaft, dass sich ein Problem wie Mobbing, existent in allen Schulen,  immer noch nicht gelöst hat.

Dank der beiden Sichtweisen dieser Geschichte bekommen wir auch zwei vollkommen unterschiedliche Sozialstrukturen vorgestellt. David der in der behüteten Familie aufwächst, geliebt von den Eltern, seiner Schwester und seinen beiden Freunden. Dennoch lastet sein Geheimnis schwer auf ihm, bringt ihn dazu sich zurück zu ziehen und die Aktzeptanz und Liebe seiner Eltern in Frage zu stellen. Leo lebt mit seiner Zwillingsschwester und kleinen Schwester mit seiner Mutter, die gefühlt jede Woche einen neuen Mann ins Haus schleppt. Das Geld ist knapp, so wie das Essen. Leo legt keinen Wert auf Freundschaften und bleibt für sich allein, wartet nur darauf endlich 18 zu sein und abhauen zu können.

Leider verliert die Autorin ein wenig den Fokus und die Handlung gerät ins Schlittern. Durch Leo's Kapitel rückt David und sein Wunsch ein Mädchen zu sein für längere Zeit ziemlich in den Hintergrund, als hätte die Autorin Angst sich nur auf das Thema zu konzenzrieren. Desweiteren war das Ende ein wenig zu Kitschlastig für meinen Geschmack. Ein kleiner Kritikpunkt in einem ansonsten hervorragendem Buch.

"Der erste letzte Kuss" von Ali Harris

Titel: Der erste letzte Kuss
Autor: Harris, Ali
Verlagblanvalet
Preis: 9.99.-
Seiten: 576 Seiten

Worum es geht: 

Es ist nie zu spät für den einen letzten Kuss …

Dies ist die Liebesgeschichte von Molly und Ryan. Es ist die Geschichte davon, wie sie sich zum ersten Mal küssen, als Ryan der beliebteste Junge des Städtchens ist und Molly eine unsichere Fünfzehnjährige – und davon wie dieser Kuss kein gutes Ende nimmt. Dies ist aber auch die Geschichte davon, wie sich Molly und Ryan Jahre später wieder begegnen und eine zweite Chance bekommen. Es ist wie ein wahr gewordener Traum. Doch dann müssen Molly und Ryan feststellen, dass Liebe allein manchmal einfach nicht genug ist. Es braucht auch den Mut, dafür zu kämpfen. Gerade dann, wenn einem das Glück plötzlich entgleitet …

Meine Meinung:

"Molly ist anstrengend, heult ständig, ist zickig, unentschlossen. Das ständige hin und her der Handlung ist verwirrend und bereitet Kopfschmerzen, anstatt aufzulockern. Du viele Sprünge in zu kurzer Zeit. Man kann sich gar nicht einlassen, wenn man an einen Punkt kommt, dass man sich wohlfühlt wird sofort wieder gesprungen." Dies sind meine ersten Notizen zum Buch. Es liest sich wie man einen Film sehen würde, nur unausgereift. Es wird klar dass die Autorin Szene für Szene gesehen hat, statt eine gesamthandlung, und dementsprechend wirkt das Buch für mich nicht als Ganzes. Ja es gibt schöne Szenen, bis sich etwas draus ergibt ist allerdings schon zuviel Zeit vergangen als das ich als, dass es mich als Leser noch kümmern würde. Nach ungefähr 150 Seiten wollte ich abbrechen. Einzig die Beteuerungen meiner Kollegin liessen es mich beenden, mit der Hoffnung auf ein besseres Ende. Fehlanzeige. Für mich ist es immer wieder unverständlich wie schnell die Liebe des Lebens ersetzt wird in Büchern.

Ryan zu perfekt. Das ist ja ein Pappbild an Mann. Ich fands ja noch lustig, dass er Liebeskomödien mag, aber irgendwann wurds zuviel. Lange war mir gar nicht klar worauf die Autorin eigentlich wollte mit Ryan. War er der Traummann? War er es nicht? So oft Molly sagt er ist ihr Traummann, so oft lässt sie verlauten, dass die beiden eigentlich gar nicht zusammen passen. Die grossen Liebesfilme im Hintergrund helfen leider auch nicht bei der fehlende Chemie dieser beiden Charaktere. Zu keinem Moment hab ich die Szenen der Beiden als prickelnd empfunden, keine der Gesten schien romantisch. Alles so aufgesetzt. Trotz Kitschroman bei weitem Übertrieben, und das nicht mal zum lachen komisch, sondern zum bedauern.

Hat meinen Geschmack leider nicht getroffen.

Dienstag, 12. Januar 2016

Empfehlung zu "Sophie auf den Dächern" von Katherine Rundell

Carlsen Verlag
Autor: Rundell, Katherine

Titel: Sophie auf den Dächern

VerlagCarlsen verlag

Seiten: 256 Seiten 

Preis: 15.50 EUR


"Do not underestimate children. Do not underestimate girls."

Worum es geht: 

Seit einem Schiffsunglück im englischen Kanal ist Sophie Waise. Davon sind zumindest alle anderen überzeugt. Aber Sophie ist sich sicher, dass ihre Mutter noch lebt und folgt der einzigen Spur, die sie von ihr hat – nach Paris. Dort lernt sie Matteo kennen und eine Handvoll Kinder, die aus den unterschiedlichsten Gründen auf den Dächern von Paris leben. Eine aufregende Suche beginnt und ein unvergessliches Abenteuer nimmt seinen Lauf. Doch wird Sophie ihre Mutter auf den Dächern von Paris wirklich finden?

"Das ist nicht richtig." Tatsache war, dass sie prima zurechtkamen, aber für Miss Eliot war das unbegreiflich. Sophie vermutete, dass Miss Eliot >>ordentlich<< meinte, wenn die >>richtig<< sagte. Sophie und Charles lebten nicht ordentlich, aber um glücklich zu sein, fand Sophie, war Ordnung nicht unbedingt erforderlich."

Meine Meinung:

Kurz vor Weihnachten kam eine Kundin zu mir, nahm meine Hand und meinte eindringlich "The Rooftoppers! Lesen Sie es! Selten hat mich ein Buch so in Atem gehalten. Wundervoll!" Der Titel klang schon vielversprechend. Dass es bereits auf Deutsch erschienen ist, machte es mir noch einfacherer. Dass "Sophie auf den Dächern" im deutschen als Jugendbuch erschienen ist, überraschte mich dann doch. Sophie auf den Dächern gehört für mich allerdings wieder in die Nische der Bücher die keine Altersangabe brauchen. Ja, die Hauptfigur des Buches ist zwölf Jahre alt, aber dank Büchern wie John Boynes Der Junge im gestreiften Pyjama und Mark Haddons Curious incident of the dog by nighttime" wissen wir dass das Alter nicht mehr viel Aussagen muss.

""Sie ist so blitzgescheit, dass sie einen Waldbrand auslösen könnte." 
"Auf mich machte sie einen recht gewöhnlichen Eindruck", erwiederte der Angestellte. 
"So verhält es sich mit den meisten Menschen, bevor man sie genauer kennenlernt", sagt Charles."



Kindisch ist jetzt auch nicht zusammenzubringen mit Sophie. Aufgewachsen mit Charles erscheint sie nie wie ein Kind. Charles hat Sophie vom Babyalter an wie einen gleichgestellten Erwachsenen behandelt, ein Umstand der so manches schmunzeln beim Leser hervorrufen wird. Sowieso ist Charles mein Highlight des Buches. Selten ist mir solche bedingungslose Vaterliebe begegnet. In seinen Augen furzt Sophie Regenbogen. Dass Sophie dennoch von ihm weg will, ihre leibliche Mutter finden will, hat mich für Charles mitleiden lassen, auch wenn er sie immerzu unterstützt. Jedes mal wenn sie von ihrer Mutter sprach, krampfte sich mein Herz zusammen und in meinen Gedanken ging es nur darum: "Und was ist mit Charles?" Ich wünsche mir ein weiteres Buch von Rundell über Charles Vergangenheit.

"Wir - die Himmselsläufer-, wir sind anders. Wahrscheinlich wird man irgendwann komisch, wenn man so lebt wie wir, auch wenn man es zu Anfang nicht war."
Das leuchtete Sophie ein. Darüber hatte sie schon einmal nachgedacht. "Im Grunde bekommt jeder Mensch etwas komisches mit auf den Weg. Die Frage ist nur, ob man es bewahren möchte oder nicht."

Wie bei allen guten Büchern ist die Kürze zu bemängeln. Ich hätte gerne mehr gehabt, mehr Charles, mehr Matteo, mehr Rooftoppers im Allgemeinen. Die Geschichte der Kinder die auf den Dächern Paris leben hat etwas Magisches, neben dem offensichtlich tragischen. Es erinnert an Peter Pan. Für Liebhaber von Paris definitiv ein Tipp, kriegt man die Stadt mal von oben porträtiert.


Eine lyrische Geschichte die magisch anmutet ohne magische Elemente zu benutzen. Rendell schafft es dem Buch ein Gefühl von Klassik einzuhauchen, ein zeitloses Märchen ähnlich Oliver Twist und Peter Pan. Ein Buch, das man als 8 jährige verschlingt, als 15 jährige wieder entdeckt, als Erwachsene liebt, und dann an seine Kinder weiterreicht. Ein Feel Good Buch wie man es sich wünscht.

"Almost impossible means still  possible."