Mittwoch, 28. Dezember 2016

Vorbereitung auf 2017 und Book Haul


Weihnachten ist vorbei und der Jahreswechsel steht bevor. 
Rückblickend war 2016 ein ziemlich mieses Jahr, nicht nur für mich persönlich. An der 
Anzahl meiner Rezensionen hier merkt man auch, dass ich weit hinter meinem Durchschnitt war, 
was lesen angeht... 
Ich gelobe Besserung für 2017. Ob eine Empfehlung dabei sein wird, liegt dabei natürlich nicht 
nur an meinem Lesetempo, sondern auch den Titeln. Bisher sind die Vorschauen auf 2017 allerdings 
vielversprechend! 

An Weihnachten habe ich dann auch endlich mal ein paar Bücher bekommen. Als Buchhändlerin gibts da ja gerne den Spruch "Du hast schon soviele, Willst sicher keine mehr" - "Wissen nicht welche du willst" und so weiter und so fort... 

Hier mein kleiner Dezember Book Haul, den ich hoffentlich 2017 auch gelesen kriege ( der SuB ist ja nicht gerade klein und die Pläne gross ) 

Das ganze Leben da draussen von Nina Sahm:

Am Fragefreitag habe ich zum gefühlten ersten Mal im Jahr 2016 etwas auf Lovelybooks gewonnen. Wenn ich etwas gewinne, wirds auch gleich ein richtiges Wunschbuch. Nina Sahm's zweiter Roman sprach mich schon alleine wegen dem Setting in Island an. Kurz vor Weihnachten erreichte mich dann dieses wundervolle Buch, welches ich auch als erstes begonnen und gerade am lesen bin! 
Rezi dann im nächsten Jahr. Freut euch! 
Elín ist ein besonderes Mädchen – eigenwillig, verträumt und wie aus der Zeit gefallen. Sie entfernt sich immer mehr von ihren Altersgenossen und folgt in jeder freien Minute den Fährten eines jungen Fuchses, der in der Umgebung von Reykjavik aufgetaucht ist. Selbst ihre Lehrerin Alfa dringt nicht zu ihr durch, obwohl auch diese eine ziemliche Außenseiterin ist. Ihre Welt hat einen Sprung bekommen, seit ihr großes Vorbild – ihr Großvater Magnús – sich das Leben genommen hat. Alfa würde am liebsten der Realität entfliehen und die Welt neu entdecken. Und so brechen die beiden jungen Frauen gemeinsam aus und begeben sich auf eine sehr eigene Reise jenseits von gesellschaftlichen Vorstellungen und Idealen.  - Droemer Verlag

Liebe ist etwas für Idioten. Wie mich. von Sabine Schoder:

Seit erscheinen wartete dieses Buch auf meiner Wunschliste, wurde nun endlich erlöst und durfte bei mir einziehen. Die Kritiken sind fast alle durchweg positiv, sodass ich echt neugierig bin. Sowieso hat der Fischer Verlag zurzeit einen Lauf bei mir. Schaut euch mal das Frühjahrsprogramm an! Ich hab so ziemlich jedes Buch auf meine Wunschliste gepackt. 
Optimistisch gesehen ist Vikis Leben eine Vollkatastrophe. Da kann man schon mal aus Frust ein paar Tüten zu viel rauchen. Da kann es auch passieren, dass man nach einem Konzert mit dem Sänger der Band im Bett landet, obwohl man den eigentlich total bescheuert findet. - Fischer Verlag 



The serpent king von Jeff Zentner

Nachdem Adam Silvera Jeff Zentner in den Himmel lobt, war ich neugierig. Erstaunlicherweise das einzige Buch in Englisch, was ist da los? auch hier überschlagen sich die positiven Reviews, mal sehen ob ich mich anschliessen werde ;-) 
Dill has had to wrestle with vipers his whole life at home, as the only son of a Pentecostal minister who urges him to handle poisonous rattlesnakes, and at school, where he faces down bullies who target him for his father's extreme faith and very public fall from grace.
The only antidote to all this venom is his friendship with fellow outcasts Travis and Lydia. But as they are starting their senior year, Dill feels the coils of his future tightening around him. Dill's only escapes are his music and his secret feelings for Lydia neither of which he is brave enough to share. Graduation feels more like an ending to Dill than a beginning. But even before then, he must cope with another ending one that will rock his life to the core.

Die unsichtbare Bibliothek von Genevieve Cogman:

Ich weiss, ich sollte mich schämen, dass ich erst jetzt auf diese Serie stosse... Kunden mussten mich mehrfach darauf aufmerksam machen. "Die Reihe ist wirklich wirklich wirklich gut!" Und als bei Bastei Lübbe dann das Taschenbuch in der Vorschau vorgestellt wurde, konnte ich nicht mehr wiederstehen und habs mir zu Weihanchten gewünscht. Grossformat natürlich. Für alle die auf das Taschenbuch wollen, es erscheint am 21.07.2017 bei Bastei Lübbe.
Die unsichtbare Bibliothek – ein Ort jenseits von Raum und Zeit und ein Tor zu den unterschiedlichsten Welten. Irene Winters arbeitet hier als Bibliothekarin im Außendienst. Ihr Job ist es, einzigartige Bücher zu besorgen. Zum Beispiel eine seltene Version der Grimm’schen Märchen, die in einer dem viktorianischen London ähnelnden Welt aufgetaucht ist. Doch was als einfacher Einsatz beginnt, wird schnell ein tödliches Abenteuer, denn Irene ist nicht die Einzige, die hinter dem Buch her ist ...

Ein anderes Wort für Glück von Deborah o'Brien: 

Dieses kleine Büchlein erreichte mich vom Bloggerportal, ebenfalls kurz vor Weihnachten. 
Die Prämisse lies mich an Simions "Rosie Projekt" denken, und ich bin voller Vorfreude auf dieses Buch. Lieben Dank an dieser Stelle nochmal ans Bloggerportal für die Bereitstellung des Buches. 
Kevin Dwyer ist ein Kauz, das würden alle unterschreiben, die dem stets korrekt gekleideten Finanzangestellten in seinem 47-jährigen Leben begegnet sind. Dass ihn seine Mitmenschen meiden, kommt Kevin nicht ungelegen – Beziehungen verwirren ihn, und seine ganze Leidenschaft gilt: Quizwettbewerben. Hier läuft er dank seiner gigantischen Allgemeinbildung zur Höchstform auf. Schnell zieht seine erfolgreiche Einmann-Show die Aufmerksamkeit der anderen Rateteams auf sich, doch Kevin ignoriert alle Beitrittsangebote – bis er Maggie begegnet. Denn die freundliche Lehrerin sieht etwas in Kevin, was keiner sonst sieht: einen besonderen Menschen mit einem großen Herzen.  - Goldmann Verlag

Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten von Becky Chambers:

Auf englisch hat mich das Buch mit all seinen Awards schon angesprochen, als der Fischer Verlag es dann in seinem neuen Unterverlag Tor veröffentlichte, musste ich es haben! 
Ich bin ja schon so ein kleiner Sci-Fi Fan und freue mich sehr auf die Lektüre! 
Wer noch nicht über Tor gestoplert ist, schaut euch das geniale Programm auf jeden Fall mal an. Ich will alles daraus lesen ;-)
Als die junge Marsianerin Rosemary Harper auf der Wayfarer anheuert, wird sie von äußerst gemischten Gefühlen heimgesucht – der ramponierte Raumkreuzer hat schon bessere Zeiten gesehen, und der Job scheint reine Routine: Wurmlöcher durchs Weltall zu bohren, um Verbindungswege zwischen weit entfernten Galaxien anzulegen, ist auf den ersten Blick alles andere als glamourös.Die Crewmitglieder, mit denen sie nun auf engstem Raum zusammenlebt, gehören den unterschiedlichsten galaktischen Spezies an. Da gibt es die Pilotin Sissix, ein freundliches und polyamoröses reptilienähnliches Wesen, den Mechaniker Jenks, der in die KI des Raumschiffs verliebt ist, und den weisen und gütigen Dr. Chef, der einer aussterbenden Spezies angehört. 
Doch dann nimmt Kapitän Ashby den ebenso profitablen wie riskanten Auftrag an, einen Raumtunnel zu einem weit entfernten Planeten anzulegen, auf dem die kriegerische Rasse der Toremi lebt. Für Rosemary verwandelt sich die Flucht vor der eigenen Vergangenheit in das größte Abenteuer ihres Lebens.  - Fischer Tor Verlag








Mittwoch, 23. November 2016

Rezension zu "Die Spionin" von Coelho Paulo

Titel: Die Spionin

Autor: Coelho, Paulo

Verlag: Diogenes

Seiten: 192 Seiten

Preis: 19.90 EUR

Worum es geht: 

Wer ist die Frau hinter dem schillernden Mythos? Paulo Coelho schlüpft in ihre Haut und lässt sie in einem fiktiven, allerletzten Brief aus dem Gefängnis ihr außergewöhnliches Leben selbst erzählen: vom Mädchen Margarethe Zelle aus der holländischen Provinz zur exotischen Tänzerin Mata Hari, die nach ihren eigenen Vorstellungen lebte und liebte und so auf ihre Art zu einer der ersten Feministinnen wurde. Doch als der Erste Weltkrieg ausbricht, lässt sie sich auf ein gefährliches Doppelspiel ein. - Klappentext @Diogenes





Meine Meinung: 


Als ich mit Vierzehn zum ersten Mal über Paulo Coelho stolperte, verschlang ich seine Werke über die nächsten Jahre. Er konnte mir nicht schnell genug schreiben. Wann sich die Euphorie über ein neues Buch gelegt, die Aussage von "Hervorragendes Buch "zu "Ja war ok, so, ne?!" wurde, kann ich mittlerweile gar nicht mehr sagen. Die letzten Titel Coelhos waren nicht meines, sosehr ich sie auch lieben wollte. Bin ich ihm entwachsen oder ist er es, der sich verändert hat?

Bei jedem Buch gebe ich ihm eine neue Chance, unserer gemeinsamen Geschichte wegen, und doch muss ich wohl einsehen, dass "Die Spionin" mein wahrscheinlich letztes Buch von Coelho sein wird. Die Geschichte Mata Haris, ganz schlimm aus ihrer Sicht geschrieben, kommt getrieben daher. Schnell, schneller, Paulo? 300 Seiten schreiben ist anstrengend und es scheint als habe er darauf keine Lust mehr. 190 müssen reichen. Mata Hari wird er dadurch leider nicht gerecht.

"Apparently foreigners were not welcome, or Parisians thought they were superior to all other peoples pf the earth."



Ich habe um das Potential der Geschichte geweint, geht er die Fakten nur durch ohne große Gefühle. Geschrieben als Brief von Mata Hari selbst an Mr Clunet, rekapituliert sie ihr leben in der Hoffnung der Brief möge ihrer Tochter überreicht werden. Ihr so ein Stück Geschichte hinterlassen zu können. Diese Seiten lesen sich so emotionslos wie eine Einkaufsliste. Das Buch hat einen starken Auftakt mit Mata Hari's Hinrichtung, und nach ihrem Brief endet Coelho mit einem Antwortschreiben von Clunet, der die letzten Tage nach der Gefangennahme nochmal für den Leser erläutert. Ebenso emotionslos.







Montag, 21. November 2016

Empfehlung zu "Das unerhörte Leben des Alex Woods" von Gavin Extence

Blanvalet/ randomhouse.de

Titel: Das unerhörte Leben des Alex Woods

Autor: Extence, Gavin

Verlag: www.randomhouse.de / Blanvalet

Seiten: 496 Seiten

Preis: 9.99 Euro



Worum es geht:

Eigentlich wollte Alex nur nach Hause fahren aber der Zoll hatte andere Pläne und er wird verhaftet. Dies überrascht ihn nicht sonderlich wusste er doch worauf ein sich einliess als er losfuhr. Bereits im Alter von 10 Jahren wurde er Weltweit berühmt und in die Geschichtsbücher eingetragen als 2. Mensch der von einem Meteoriten getroffen wurde. Nun 7 Jahre später flimmerte sein Foto abermals in den Nachrichten. Im Polizeiverhör erzählt er die unglaubliche Geschichte seiner Freundschaft zu Mr Peterson und wie es zu dem Pakt kam der dafür sorgte dass sie zu zweit losfuhren und nur er wieder heimkommen sollte.

Meine Meinung:

Ich habe das Gefühl Autoren mögen diese leichten asperger geplagten Figuren, Social unfähig aber super intelligent. Kam mir jetzt ein wenig zu häufig unter, deswegen war Alex für mich nicht ganz so sympathisch wie er sein kann. Wie so häufig bei dieser Art Protagonist wird sich nicht nur auf ein Thema versteift sondern alles ein wenig gestreift. Alex interessiert sich fürs Gehirn, wegen seinen epiletischen Anfällen seit dem Meteorit, ausserdem natürlich für Meteoriten. Neben diesen Themen liest Alex viel und findet in Mr Peterson einen Freund der ihn einführt in die Kurt Vonnegurt Bücher.

Wissenschaftliche interessen, diese bezaubernde Freundschaft zu Mr Peterson und später eine Reise erinnern an Pixars UP. Als Mr Peterson erkrankt erhalten wir eine Mischung aus "Ziemlich beste Freunde" und "Ein ganzes halbes Jahr" von Jojo Moyes.

Trotz vielen bekannten Komponenten weiss Alex Woods sich ins Herz zu schleichen!

Positiv:

- Tolle Figuren.
- Figurenbeschreibungen die einen zum schmunzeln bringen.
- Tolle Charakterentwicklung
- Freundschaften zwischen Teenager mit Problemen und älteren Menschen.
- Das Richtige tun auch wenn es wehtut

Negativ:

- Alex wird wegen seines Anderssein von Decla gemobbt wo es nur geht. Seine Mutter weiss das. Als er sich endlich mal wehrt wird Alex bestraft und soll sich entschuldigen. Die Mutter unterstützt diese Entscheidung.

Montag, 14. November 2016

Empfehlung zu "Libellen im Kopf" von Gavin Extence

Titel: Libellen im Kopf

Autor: Extence, Gavin

Verlag: Limes

Seiten: 352 Seiten

Preis: 19.99 EUR

Worum es geht: 

Das Leben hat seine Höhen und Tiefen. Die Kunst ist es, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Alles begann, wie es manchmal eben so ist, mit einem toten Mann. Er war ein Nachbar – niemand, den Abby gut kannte, dennoch: Einen Verstorbenen zu finden, wenn man sich nur gerade eine Dose Tomaten fürs Abendessen ausleihen möchte, ist doch ein bisschen schockierend. Oder sollte es jedenfalls sein. Zu ihrem eigenen Erstaunen ist Abby von dem Ereignis zunächst seltsam ungerührt, aber nach diesem Mittwochabend gerät das fragile Gleichgewicht ihres Lebens immer mehr ins Wanken, und Abby scheint nichts dagegen unternehmen zu können …

Meine Meinung:

Gavin Extence hat es mit seinem Debut "Alex Wood vs the Universe" geschafft Millionen Menschen zu begeistern. Ein Buch, das auch mich zu überzeugen wusste, und ich immer noch vielen Menschen empfehle. Gavin Extence war von da an ein Name, nach dem ich Ausschau hielt. Mit Libellen im Kopf legt er nun nach, allerdings anders als man erwarten würde. Viele beklagen das andersartige an dem Buch, nichts erinnert an Alex Woods, und ich finde das hervorragend. Ein wenig ließ mich dieser Umstand an Rachel Royce erinnern, die nach Harold Fry den Titel "Das Jahr das zwei Sekunden brauchte" herausbrachte, ebenfalls eine grandiose Änderung des Stils. Hätte er einen Alex Woods 2.0 geschrieben, hätte die Leser sich über seine Unfähigkeit etwas Neues auszudenken aufgeregt. Da bevorzuge ich doch lieber Kritiken, die aus ihrer Erwartungshaltung über das Thema heraus, vor den Kopf gestoßen wurden. Gavin schreibt nicht um den Erfolg von seinem Debut zu übertreffen, sondern um ein Thema an die Öffentlichkeit zu bringen, dass ihm wichtig zu sein scheint. Es fühlt sich ehrlich an, worüber er schreibt. Gavin Extence selbst hat eine bipolare Störung, was wohl half Abby so natürlich in ihrem Wahn wirken zu lassen. Man will glauben, dass ihm die Geschichte wichtiger ist als sein Name auf einer Bestsellerliste. Dass er schreiben kann und die Umsetzung des 2. Buches mir persönlich gefiel, hilft ihn gegen negative Reviews zu verteidigen. Geht offen an das Buch ran. Vergesst Alex Woods, und alles was ihr glaubt hier geboten zu kriegen. Schwups bekommt das Buch ein ganz anderen Stellwert und kann gefallen.

allhoppedupandreadytogo.wordpress.com


Wer sich offen an Libellen im Kopf versucht, bekommt einen dunklen Ausschnitt aus dem Leben der manisch-depressiven Journalistin Abby, die mit ihrer Art öfters mal aneckt. Das Schauspiel beginnt damit, dass Abby die Leiche ihres Nachbarn findet, dies in einem Artikel an die Öffentlichkeit bringt und daraufhin mit den Folgen leben muss. Wie weit Ehrlichkeit einem zum Verhängnis oder Glückseligkeit bringen kann, kann jeder für sich selbst herausfinden. Abbys Gedankengänge werden dem Leser logisch dargelegt, man nickt zustimmend bei ihren Erklärungen, ergibt alles Sinn, irgendwie. Auf Konfrontation reagiert sie mit Flucht, versteht halt bloß keiner, hört ja auch nie einer zu! Ich sah mich zwiegespalten zwischen den fronten, hatte ich Verständnis für beide Parteien.

Während Abbys familie versucht sie zu stützen und in ihrem Wahn zu bremsen, verliert sie sich zwischen Affenkreis, Abendkleidern und Kognitive Distanzen. Diese spannende Mischung an Themen, gepaart mit Abbys Persönlichkeit lassen es nicht langweilig werden. Man kommt nicht umhin zu schmunzeln, bei jedem neuen Thema, das sie aufschnappt und sich drin verbeißt,Sehr zum Leidwesen ihrer Umwelt. Beck, ihr Partner von 3 Jahren, repräsentiert realistisch die Frustration und Hilflosigkeit. Ihre Schwester, sowie ihr Vater, kommen nur kurz in Erscheinung, verlieren schnell die Geduld und stacheln Abby im Grunde nur noch mehr an. Denn die Hilflosigkeit besteht nicht nur im Umwelt, sondern auch in Abby selbst, die sich konstant unverstanden fühlt...

Dorchester Collection


Keine große Handlung, aber umso mehr Gefühl und ein kleiner Einblick in die Psyche werden uns hier geboten.

Ich freue mich auf das nächste Buch von Gavin und bin gespannt, womit er uns diesmal überrascht

Montag, 31. Oktober 2016

Empfehlung "The Sun is also a Star" von Nicola Yoon ( English Version )

Title: The sun is also a star

Author: Yoon, Nicola 

Publisher:  Delacort Press
 
Pages: 384


Headline: new book by Nicola Yoon manages to exceed expectations of one critical reader!

The cast consiste of: 

Natasha: I’m a girl who believes in science and facts. Not fate. Not destiny. Or dreams that will never come true. I’m definitely not the kind of girl who meets a cute boy on a crowded New York City street and falls in love with him. Not when my family is twelve hours away from being deported to Jamaica. Falling in love with him won’t be my story.
Daniel: I’ve always been the good son, the good student, living up to my parents’ high expectations. Never the poet. Or the dreamer. But when I see her, I forget about all that. Something about Natasha makes me think that fate has something much more extraordinary in store—for both of us.
The Universe: Every moment in our lives has brought us to this single moment. A million futures lie before us. Which one will come true?

The sun is also a star
a History of before:

"There's a Japanese phrase that I like: koi no yokan. It doesn't mean love at first sight. it's closer to love at second sight. It's the feeling when you meet someone that you're going to fall in love with them." 
This seems to match with my Yoon relationship. Of course I 've read "Everything Everything" but it didn't thrill me. It was nice and surprising refreshing but I never ran around gushing about it. Still, having the Koi no Yokan feeling, I knew we would get there. At some point I would  fall in love with her work. If this story wasn't it, so maybe "The Sun is also a star" would convince me? ( yes, yes, definitely! )



 follwed by a rambled recommandation of sort: 

"He thinks my hair smells like spring rain. I'm really trying to remain stoic and unaffected. I remind myself that I don't like poetic language. I don't like poetry. I don't even like people who like poetry. 
But I'm not dead inside either."


Observable Fact: Instalove is not something I like, but I did love it here. 
The only reason Nicola Yoon can pull off this "We're in Love after 4 hours of acquaintance" are her characters. You cannot not believe Daniel. Of course he's already in love with Natasha, because it's Daniel. The reader is already loving Natasha as well. And how could you not love Daniel? These two make you believe in love at first ( ok, second )  sight again.
The story is pretty basic: Boy meets girl, they spend some hours, fall in love. Natashas adventure for the day is to stop the deportation to Jamaica, Daniel's adventure is to get to an interview for Yale. How to fill the pages? With perfectly placed little pieces of history regarding people they meet or products they're using. Everything you do has an impact on your surrounding, giving these insights about these extras in this play is a delightful change of scenery. The pieces missing in a puzzle. 


Observable Fact: I like diversity. 
The little background into Jamaican and Korean cultur as well as the historical bits were well included into the story and gave a little Romeo and Juliet vibe to the lovestory. Daniel suffers from the expectations his parents put on him, while Natashas suffers from decision her parents made. 
Even though I don't like New York, the story setting there made me long for another trip to New York.

"And then there is you. I didn't know you this morning, and now I don't really remember not knowing you."

Dienstag, 25. Oktober 2016

Empfehlung zu "Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen" von Ulla Scheler

Autor: Scheler, Ulla

Titel: Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen

Verlag: Heyne fliegt

Seiten: 368 Seiten

Preis: 14.99.-


Worum es geht:  

Ben ist seit Ewigkeiten Hannas bester Freund. Er ist anders. Wild, tollkühn, ein Graffiti-Künstler, ein Geschichtenerzähler. Und keiner versteht Hanna so wie er. Nach dem Abi packen die beiden Bens klappriges Auto voll und fahren zum Meer. An einen verwunschenen Strand, um den sich eine düstere Legende rankt. Sie erzählen sich Geschichten. Bauen Lagerfeuer. Kommen einander dort nahe wie nie zuvor. Und Hanna hofft, endlich hinter das Geheimnis zu kommen, das Ben oft so unberechenbar und verzweifelt werden lässt. Doch dann passiert etwas Schreckliches …



Meine Meinung: 

"Zu meinem achtzehnten Geburtstag schenkte mir mein bester Freund Ben eine Sachbeschädigung." Der erste Satz weiß den Leser bereits zu fesseln!

Im August und September 2016 war es egal welche Buchblogger man folgte, welche Sozialmedia man aufmachte, gefühlt jeder sprach über Ulla Scheler und ihr Buch. Zugegeben weder der Titel noch das Cover waren hilfreich beim Versuch das Buch in eine Schublade zu stecken. Thriller, Liebesgeschichte, ist es überhaupt ein Jugendbuch? Vom ersten Blick war es schwer zu erfassen. Die ausschließlich positive Resonanz machte mich allerdings nach der 3. Woche neugierig. Es sollte noch 2 Monate dauern bis ich endlich selber dazu kam, es zu lesen. Morgens um 9 begonnen, Nachts um halb 2 beendet, war es seit langem wieder ein "Ich sag alles ab, muss weiterlesen"-Buch.

Die einzigen negativen Rezensionen konzentrieren sich darauf, dass erstmal nicht wirklich viel Handlung vorhanden ist. Die unangepassten Charakteren, machen sich keine Freunde, scheinen sie wie zwei fremdartige Planeten die nur um sich selbst drehen, ihr eigenes kleines Universum bilden. Die Autorin weiß eine Faszination darauf aufzubauen, wenn der Leser auch kaum Verständnis für sie hat. Vor allem Ben und sein Verhalten machen es einem sehr sehr schwer, dennoch kommt man nicht drum herum, die Worte wie im Sog aufzusaugen.

"Wir machten die Leute um uns herum wahnsinnig, aber wir fühlten uns golden."

In ihrem Egoismus ziehen sie noch weitere Menschen in ihr Spektakel, und wie bei einem Autounfall, können auch diese nicht so recht wegsehen. Sam, ein wenig verloren, alleine und einfühlsam, versucht sein Bestes und wird doch immer auf Distanz gehalten. Bis zum Schluss versucht Sam für Hannah da zu sein, sehr zu meinem Unverständnis. Chloé, trotz guter Begründung, ist ein weiterer schwieriger Charakter, der sich auch mehr gefallen lässt, als manch ein anderer würde. 08/15 Schema kann man Scheler keinesfalls vorwerfen.

Der Mix aus allem sorgt für eine Achterbahn der Gefühle, bis hin zum explosiven Ende. Ein Feuerwerk zum Abschluss, der für Atemlosigkeit sorgen wird.

Liest sich wie eine angenehme Mischung aus Antonia Michaelis und Sarah Kuttner.

Mittwoch, 19. Oktober 2016

Rezension zu "Wir beide vielleicht" von Kemper Donovan

Autor: Donovan, Kemper
Titel: Wir beide vielleicht
Verlag: Goldmann
Seiten: 381 Seiten
Preis: 9.99.-


Worum es geht: 

Richard und Elizabeth sind beide um die 30 und leben in L.A. – ansonsten haben sie wenig gemeinsam. Während der chaotische Richard sich als Filmproduzent gerade so über Wasser hält, arbeitet die smarte Elizabeth erfolgreich als Anwältin. Kein Wunder, dass sie sich bisher nie begegnet sind. Das ändert sich, als ein unbekannter Gönner ihnen je 500.000 Dollar verspricht. Einzige Bedingung: Sie müssen sich ein Jahr lang einmal pro Woche treffen. Ihr Plan: Sie ziehen die 52 Dates durch, jeder sackt seine halbe Million ein — und geht danach wieder seiner Wege. Noch ahnen sie beide nicht, wie sehr diese Begegnungen ihr Leben verändern sollen ...




Meine Meinung:

Eine Synopsis die an Filme a la 2 Millionen Dollar Trinkgeld erinnert und das Filmschema gekonnt durchzieht. Problemlos kann man die Geschichte als Film vor sich sehen, und das Lesen fühlt sich an wie Filmschauen. Der Stil ist der Geschichte angepasst, nicht zu hochtrabend, nicht zu flach. Der Autor verliert sich manchmal in Vor- und Rückblenden, was aber überschaubar bleibt.


Das Paar wird schnell, und ohne grosse Einführung zueinander geführt, sodass der Großteil der Geschichte sich auf das Kennenlernen konzentriert. Gleich zu Beginn wird klargestellt, dass die beiden etwas verbindet, was, kriegen sie nicht gesagt. Das ist der Grund, den der Leser zum weiterlesen animiert.

Richard und Elizabeth sind beide ein bisschen flach porträtiert, was es dem Leser eventuell schwer tun könnte sich auf sie einzulassen. Der Autor versucht mit viel Geschichte den Charakteren Leben einzuhauchen, doch meistens bleibt es bei genau dem, eine Geschichte. Vor allem das Ende kam dann irgendwie zu rasch, die Gefühlsentwicklung war mir leider nicht nachvollziehbar, trotz schönem Aufbau. Die Gefühle fehlten, dem Leser und den Figuren. Dabei versucht Donovan so so so angestrengt mehr zu sein, als nur eine 08/15 Liebesgeschichte, was dieses Buch auch definitiv
fictionologist tumblr
nicht ist. Viele Filme und Bücher werden besprochen, immer wieder ein netter Bonus.

Leider viel es mir schwer etwas zu empfinden. Die Sprache ist nicht schlecht und das Buch liest sich sehr angenehm, allerdings kümmerten mich Richards und Elizabeths Schicksal ab der Hälfte kaum noch, was am Ende der Lektüre meistens das Gefühl der Zeitverschwendung übrig lässt.

Herzlichen Dank ans Bloggerportal für das Leseexemplar.

Mittwoch, 12. Oktober 2016

Empfehlung zu "Our chemical hearts" von Krystal Sutherland

Titel: Our chemical Hearts

Autor: Sutherland, Krystal

Verlag: Penguin Random House

Preis: 14.99 .-

Seiten: 320

Worum es geht:

Henry Page war noch nie verliebt, und ist überrascht als sich die Liebe in sein Leben schleicht. Ganz anders als erwartet, nicht mit Paukenschlag, sondern mit Gehstock, schlürft Grace Town in sein Herz. Grace, die in viel zu weiten Jungskleidern und ungewaschenen Haaren die Schule wechselt, fasziniert ihn. Als sie sich den Editor Job der Schülerzeitung teilen, kommen sie sich näher. Doch je mehr Henry von Grace erfährt, desto deutlicher wird, dass mit ihr zusammen zu sein heißt, bis an die Grenzen gehen. Denn Graze hat Geheimnisse, von denen sich Henry allerdings nicht einschüchtern lässt. Zum Glück hat Henry Freunde, auf die er sich verlassen kann wenn es Hart auf hart kommt.


Meine Meinung:

Henry Page und Grace Town, I mean come one? "A perfect John Green & Rainbow Rowell Mix" wird ja öfters behauptet, in der Hoffnung ein Titel gut zu verkaufen. Hier kann ich mich zum ersten mal an die Aussage anschließen Die Dialoge zwischen Henry und seinen freunden, die Beziehung zu den Eltern, erinnert an John Green. Sowie Henry und Grace aber alleine sind erscheint eine "Rowell"ische Lyrik die an Eleanor & Park erinnert. Sutherland weiss es hervorragend die Zutaten zu mischen und etwas richtig Gutes zu produzieren. Our chemical Hearts ist eine traurig schöne Liebesgeschichte die es in jedes Jugendbuchregal verdient hat. Enter Stage: Hazel Grace Town, ups sorry, Grace Town und Henry Page der angehende Schriftsteller. Graze ist auf gar keinen Fall ein Klischee Manic Pixie Dream Girl aber vielleicht dann doch ein bisschen. Henry ist auf gar keinen Fall der einfühlsame Jugendbuchheld der gut mit Worten kann, bloß dass er es ist. Wenn die Chemie und meine Laune stimmt, kann mich das sehr unterhalten! ( -> Siehe "Die Anatomie der Nacht" von Jen Bennett)




"So what's your story, Henry Page?" she said. [...] "Give me all the gory details."
"I, um. Well." I got stage fright. "I like pina coladas and getting caught in the rain?" I said weakly.
"Don't you find it strange that whenever someone asks you to describe yourself, you draw a blank?"




Neben der Liebesgeschichte, spielen die Freundschaften eine große Rolle. Henrys Freunde sind seine Familie, ebenso wie er einen recht freundschaftlichen Ton mit seinen Eltern hat. Herrlich abgedrehte Individuen werden uns hier präsentiert. Als Leser kann man sich davor retten, man muss sie alle ins Herz schließen Die Freunde stellen ihn

Haben mich die Popkulturreferenzen bei "Holding up the Universe" schrecklich genervt, kam ich diesmal kaum aus dem Schmunzeln raus, so passend eingebracht waren sie. Man glaubt den Kiddies hier, was sie von sich geben. Kein Dialog wirkt aufgesetzt, und dabei gibt es auch hier gehört "over the top" Unterhaltungen.

Mein größtes Manko bei dieser Geschichte war leider die Vorhersehbarkeit von Hazel Grace's, ups sorry, Grace's Problem. Nicht, dass es stört bereits ab Seite 15 zu wissen was ihr Problem ist, aber das Henry so lange auf dem Schlauch steht, war dann doch irgendwann nervig. Ausserdem das Bedürfnis alle Namen mit Spitznamen zu ersetzen, teilweise sogar mehrere für eine Figur, in einem unerklärlichen Wechsel. Warum kann Sadie nicht einfach Sadie sein, sondern muss Suds gerufen werden?

Die Mitte hat mir zugegeben Angst gemacht. Ist dies, das Bild einer Beziehung, dass die Autorin den Jugendlichen mit auf den Weg geben will? Zum Glück hat alles seine Berechtigung und das perfekte Ende erklärt alles. Der Schluss reißt wirklich alles wieder raus. Sehr realistisch wird mit den Problemen umgegangen, sehr erwachsen. Eine Geschichte über ungesundes Verhalten, den Umgang damit, und dass Liebe manchmal doch nicht alles ist.

Donnerstag, 29. September 2016

Empfehlung zu "Noah will nach Hause" von Sharon Guskin

Autor: Guskin, Sharon
Titel: Noah will nach Hause
Verlag: Ullstein
Preis: 18.00.-
Seiten: 432 Seiten


Worum es geht:

Die alleinerziehende Janie ist ratlos. Ihr vierjähriger Sohn Noah hat Albträume und erzählt von grausigen Dingen. Immer wieder jammert er, dass er zu seiner Mama will. Aber ist er das nicht? Nachdem die verzweifelte Mutter verschiedene Ärzte konsultiert hat, stößt sie beim Stöbern im Internet auf die Seite von Jerome Anderson, einem Psychologieprofessor, der das Phänomen der Wiedergeburt erforscht. In ihrer Not nimmt sie Kontakt zu ihm auf. Kann er Noah helfen? Und so machen sie sich mit nur wenigen Anhaltspunkten detektivisch auf die Suche nach dem Ort, dem Haus, der Familie, der Mutter, nach der Noah sich so sehr sehnt – und werden fündig. - Ullstein Verlag




"Aber es gab kein Zurück, oder? War es nicht das, was einen das Erwachsensein, das Muttersein lehrte? Man musste dort sein, wo man war. In diesem Leben, in diesem Moment."

Meine Meinung:

Eine angenehme Mischung aus Tragik und Spannung findet sich in Sharon Guskins Debüt "Noah will nach Hause" zusammen. Erstaunt über den leichten Einstieg, las ich das Buch an einem ruhigen Tag am Stück. Einfache Sprache, gute Perspektivaufteilung und sympathische Figuren lassen dieses Buch zu einer kurzweiligen Lektüre werden. Lange war ich am Zweifeln ob die Thematik mir zusagen würde, mag ich keine Krimis oder Thriller. Noah will nach Hause ist weder noch, dennoch geht es drum einem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Bevor Janie und Anderson aufeinander treffen kriegt man ein sehr echtes Bild einer alleinerziehenden Mutter, die ihr bestes versucht. Lange rätselt auch der Leser was es mit Noahs Alpträume auf sich hat.
Das Thema der Wiedergeburt wusste zu unterhalten! Zwischen den Kapiteln werden Fälle bewiesener Wiedergeburten aus dem Buch "Life before Life" von Jim B. Tucker geschildert, die teilweise für Gänsehaut sorgen.
Guskin konzentriert sich außerdem auf die Problematik der Mütter. Wie geht eine Mutter damit um, wenn das eigene Kind sie abstößt und lieber zu einer Fremden will? Wie kommen zwei Frauen damit klar das gleiche Kind zu lieben. Zu wissen was das beste für den Sohn ist, es einem aber das Herz zerreißt?! Die Liebe der Mütter steht im Fokus.
Für mich persönlich überflüssig war die Gesundheitliche Geschichte um Anderson. Zu Beginn wird er mit einer Form von Demenz diagnostiziert, worunter er während der Handlung Zusehens leidet. In wieweit das notwendig für die Geschichte war, ist mir unverständlich. Für mich ist weniger manchmal mehr.
Nichtsdestotrotz ein einnehmendes Debüt, das Lust auf mehr Sharon Guskin macht. Hoffentlich bis bald.

Donnerstag, 25. August 2016

Rezension zu "Die relative Unberechenbarkeit des Glücks" von Antonia Hayes


Titel: Die relative Unberechenbarkeit des Glücks

Autor: Hayes, Antonia


Seiten: 464 Seiten

Preis: 19.99 Euro




Worum es geht: 

»Alles, was geschehen kann, geschieht auch. Und genauso kann man alles vermasseln und trotzdem ein guter Mensch sein.«

Der zwölfjährige Ethan hat ein paar ungewöhnliche Talente. Physik und Astronomie sind für ihn so selbstverständlich wie Lesen und Schreiben, und er sieht die Welt auf eine Weise, die anderen Menschen nicht begreiflich ist. Die wichtigste Person in seinem Leben ist seine Mutter Claire, aber je älter Ethan wird, desto öfter fragt er nach seinem Vater, den er nie kennengelernt hat. Er weiß nicht, dass er als Baby beinahe gestorben wäre und sein Vater in der Folge verurteilt wurde. Doch dann setzt ein unerwartet eintreffender Brief eine dramatische Kette von Ereignissen in Gang … - Klappentext www.randomhouse.de 


Meine Meinung:

Die australische Presse meinte, dass "Relativity" die perfekte Lektüre für Fans von Simions Rosie Projekt wären. Klang vielversprechend! Als die deutsche Version bei mir einzog, konnte ich es kaum erwarten das Buch zu beginnen. Das Cover schrie gerade zu nach mir, im Zusammenspiel mit dem Titel, traf der Blanvalet Verlag zumindest optisch genau meinen Geschmack. Ethan macht es einem auch recht einfach in die Geschichte einzusteigen. Die ersten Kapitel sind recht einladend und zugänglich. Dies ändert sich nicht, allerdings verschwand mein Interesse im Mittelteil. Verstand ich selber nicht, fand ich das Buch doch sehr angenehm. Irgendwas konnte mich nicht fesseln. Erst das letzte Drittel erweckte wieder so etwas wie Neugierde. Die Beziehung zwischen Ethan, Claire und Mark ist vielschichtig. Die Auflösung des großen Geheimnisses sehr dramatisch und wusste mich dann noch mal zu unterhalten. Das ganze Buch rätselt man... hat Mark es getan? Hat er es nicht getan?
Mein Hauptproblem war, dass die Geschichte sich um die fehlende Beziehung zwischen Ethan und seinem Vater drehen sollte, im Mittelteil aber erst mal ellenlang seine Mobbingprobleme in der Schule behandelt werden. Die werden dann allerdings nie mehr zur Geltung gebracht, sobald sein Vater auf der Bildoberfläche erscheint...
Die wechselnden Perspektiven wären ja eigentlich ein Garant für das Näherbringen der Figuren, leider wurde ich mit keinem so richtig warm. Dass die Autorin dann auch noch versucht den Leser zu tricksen, um auf das schockierende Ende aufzubauen, verwirrt nur. Das Ende war dann aber tatsächlich gut! Sehr gefühlvoll erinnert es an einen Jodi Picoult Roman. Mit Spannung fiebert man den letzten Seiten entgegen, will man wissen ob der Vater jetzt gemacht hat, was man ihm vorwirft!
Da Physik und Naturwissenschaften als Thema sehr prominent sind, werde ich es auch kurz mal erwähnen. Die Geschichte funktioniert auch gut ohne. Allerdings sind kindliche Hauptfiguren, die sich an der Grenze zum Autismus befinden ( oder Autistisch sind ), seit "Supergute Tage oder die besondere Welt des Christopher Boone" von Mark Haddon, ein sicherer Bestandteil eines Bestsellers. ( kleines Beispiel:
- Alex Woods vs the Universe von Gavin Extence
- Grandma sends her regards & apologies von Fred Backman
- Extrem laut und unglaublich Nah von Jonathan Safran Foer )
Und will nicht jeder Autor einen Bestseller?


Donnerstag, 18. August 2016

Book Haul - Gackelchens Neuzugänge des Sommers

Gackelchensbooks Instagram

NEUE MITBEWOHNER


Als ich im Buchhandel zu Arbeiten begann, lebte ich in den ersten 3 Monaten nur von der Hälfte meines Gehaltes. Die andere wurde im Laden gelassen. Ich wollte sie alle besitzen, diese schönen Titel und Geschichten die mich tagtäglich anlachten. Je länger man von einem Titel umgeben ist, desto charmanter wirkt es. Ein Billy Regal nach dem anderen füllte sich, die leeren Flächen meiner Wohnung erstrahlten in bunten Farbkleckse der Buchcover. Aus einem Stapel ungelesener Bücher wurden über die Jahre 2 1/2 Billys. Zum Glück sieht man die Ebooks nicht.
Vor 2 Jahren gab es auf Lovelybooks.de eine liebe Gruppe, die sich vornahm 6 Monate lang kein Buch mehr zu kaufen. Ein Weckruf, der mich dazu brachte, nicht nur keine Bücher mehr zu kaufen, sondern auch mal auszumisten. Viele Leseexemplare, die ich zugegebenermaßen nur aus Habgier zuhause hatte, "Will ja sonst keiner, IRGENDWANN werde ich es lesen" Gedanken zur Rechtfertigung, wurden zurückgegeben, gespendet an Kinderdörfer und in der öffentlichen Straßenbibliothek ausgelegt.
Seitdem bin ich sehr selektiv. Gekauft habe ich mir letztes Jahr 2 Bücher, Titel die ich vorab gelesen hatte und besitzen wollte, da neues Lieblingsbuch. Dieses Jahr sind es bisher 3, welche ich euch auch hier bereits gezeigt habe. Wiedermal bereits gelesen vorm Kauf und eine Herzensangelegenheit. In unserem Metier vermehren sich die Neuzugänge selbst mit einem Kaufverbot, und meine neuesten Mitbewohner der letzten Monate würde ich euch gerne vorstellen.
An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die einzelnen Verlage für die Leseexemplare, Netgalley für die Ebooks, außerdem Vorablesen und Lovelybooks für die tollen Gewinnspiele und Leserunden. 

GESAMTE AUFLISTUNG:

Cline, Emma: the Girls
Eberlen, Kate: Miss You
Hayes, Antonia: Die relative Unberechenbarkeit des Glücks
Hurley, Andrew Michael: Loney
Johnson, Julia Claiborne: Willkommen in der unglaublichen Welt von Frank Banning
Kovite, Gavin Ford: Der Krieg der Enzyklopädisten
Marsh, Katie: Die Liebe ist ein schlechter Verlierer
Netzer, Lydia: Das Liebes-Projekt
Niven, jennifer: Holding up the Universe
Norris, Andrew: Jessicas Geist
Picoult, Jodi: Die Spuren meiner Mutter
Strout, Elizabeth: Die Unvollkommenheit der Liebe
Thorne, Sally: The Hating Game
Vinesse Cecilia: Sieben Nächte in Tokio
Yoon, Nicola: The sun is also a star

Gehen wir mal ins Detail:

Mal abgesehen von "Holding up the Universe" welches ich über Netgalley erhalten habe, habe ich diese Leseexemplare über die Arbeit erhalten. Katie Marsh's "Die Liebe ist ein schlechter Verlierer" wurde bereits ganz schön herumgereicht unter meinen Kollegen, sodass der Zustand des Buches nicht mehr der Beste ist, aber mich stört sowas recht wenig. 
"Der Krieg der Enzyklopädisten" wurde in einer unserer grössten Filialen verschmäht! Kann mir einer sagen wieso? Ich fand es klingt sehr vielversprechend und mal nach was anderem. Ich habe jedenfalls schnell zugegriffen, als sich mir die Möglichkeit gab. Ist noch jemand so gespannt auf den Titel? Ebenso mit "The Girls".
Von "Loney" wird ja recht viel berichtet. "Best book of the year" Gewinner von den British book industry Awards, ausserdem Gewinner des Costa first novel awards... die Lobpreisungen nehmen kein Ende. Ein düsteres Meisterwerk. Mal sehen ob ich mich den Begeisterungsschreien anschliessen kann?! ;) 
Ich erinnere mich noch genau als meine Kollegin mit "Miss you" zu mir kam und fragte "Ist das nichts für dich?". Ja, meine Kollegen kennen meine Vorliebe für Drama und Liebe. Das Cover hatte sofort meine Aufmerksamkeit und ich nahm das Leseexemplar mit grösster Freude entgegen. Der nächste Urlaub kommt bestimmt!
Ich freue mich jedes mal, wenn ich ein Buch finde von einem Autor der nicht Amerikaner oder Brite ist. Antonia Hayes, eine australische Entdeckung, erfüllte vorab alle Voraussetzungen einen Platz in meinem Bücherregal zu ergattern. Der Blanvalet Verlag erschuf dann, mit dem Titel "Die relative Unberechenbarkeit des Glücks" und den meinen Geschmack treffenden Cover, das I-tüpfelchen. 
Ich gestehe auf Holding up the Universe habe ich mich seit Monaten gefreut und habe ungelogen einmal geschrien als ich die Email von Netgalley erhielt, dass ich es Lesen darf. Wie bei Die relative Unberechenbarkeit des Glücks und The sun is also a star, wurde dieser Titel bereits gelesen und die Rezension folgt in Kürze. Freut euch!
Wer mir auf Goodreads folgt weiss, dass "The sun is also a star" mich wirklich begeistern konnte und ich es im Grunde in einem Stück gelesen habe. Ein Reread ist geplant. Ein EXTRA DICKES Dankeschön an Netgalley, nochmal an dieser Stelle.



Sieht "Willkommen in der unglaublichen Welt des Frank Banning" nicht unglaublich gut aus? Spricht mich total an! Zugegeben der Klappentext klingt wie schon paar mal dagewesen, aber Pizza kann ich auch jede Woche essen!
Mit Anfang 20 hatte ich eine Jodi Picoult Phase. Innerhalb von 6 Monaten hatte ich so 12 Bücher von ihr gelesen?! Nach dem Buch "19 Minuten" ( welches eines meiner liebsten von ihr ist ) verlor ich aber das Interesse. Die Jugendbuchtitel mit ihrer Tochter "Between the lines - off the page" fand ich allerdings wieder wundervoll und freue mich sehr das neueste Buch "Die Spuren meiner Mutter" erhalten zu haben. Bin sehr gespannt wie ich auf Picoult reagieren nach fast... 10 Jahren Pause. ( 19 Minuten erschien 2007, mein letztes "Picoult" Buch. Die Kollaboration mit ihrer Tochter sehe ich als Werk ihrer Tochter, nicht ihres.)
Hab ich euch erzählt, dass ich Lydia Netzer's "das Liebes-Projekt" schon Monate bevor mir die deutsche Ausgabe auffiel, auf Englisch auf meine Wunschliste gesetzte hatte? Das Buch weiss mir einfach in allen Ausgaben zu gefallen! Dank des Blogger Portals konnte ich es dann auf Deutsch lesen und die Rezi findet ihr hier .
In den englischen Vorschauen ist mir Sally Thorne sofort aufgefallen ( allerdings mit einem anderen Coverart ). Mittlerweile gibt es schon viele positiven Stimmen zum "Hating Game" und ich bin sehr gespannt! Ganz ganz oben auf meiner "so schnell wie möglich lesen"-Liste.
Elizabeth Stroud ist bei mir unbegründet als "altbacken" abgestempelt. Fragt mich nicht wie ich darauf komme, ich habe noch keinen Stroud gelesen und bekomme ausschließlich positives Feedback! Als meine Kollegin mir "Die Unvollkommenheit der Liebe" weiterreichte, wieder mal mit Lobeshymnen, sagte ich mir, doch endlich mal eines zu Versuchen! Kost ja nix ;-D



Das beste zum Schluss, die Jugend- und Kinderbücher:

Wie beim "Liebes-Projekt" hatte ich Cecilia Vinesse "Sieben Nächte in Tokio" bereits auf Englisch auf meiner Wunschliste, als dieses Leseexemplar eintraf. Ihr wollt nicht wissen wie lange ich gebraucht habe um zu schnallen, dass es das gleiche Buch ist... Goodreads sei Dank hat es dann irgendwann klick gemacht. Als selbsterkorener Experte was Tokio angeht, bin ich bei diesem Titel sehr kritisch! Ich lass euch wissen, wie es mir gefiel ;)
"Jessicas Geist" ist mir ebenfalls bereits auf englisch aufgefallen, als ich das Leseexemplar bei einem auswärtigem Filialbesuch dann fand, und ein begeistertes "ohhhh" von mir gab, wurde es mir angeboten. Eine andere Kollegin, und viele Onlinestimmen, sind bereits begeistert und ich bin mir fast sicher, dass ich es auch sein werde.
Ich gebe jetzt zu, die "Die höchst wundersame Reise zum anderen Ende der Welt" lag ziemlich lange hier rum. Für ein so tolles Buch wahrscheinlich viel zu lange. Ich bin nicht zuständig für die Kinderbuchabteilung, sodass ich immer abwarte bis der Abteilungsleiter sich bedient hat, ehe ich mir Kinderbuchtitel aussuche. Aber selbst danach hab ich noch gezögert. Erst eine Review in der New York Times, die besagte, dass es das schönste Kinderbuch des Jahres sei, hat mich so richtig darauf aufmerksam gemacht. Ich hoffe, ich euch jetzt auch?

Ich hoffe der kleine Blick hinter die Kulissen hat euch ein bisschen Spass gemacht!
Über welches Buch würdet ihr euch am meisten freuen?



Freitag, 12. August 2016

Empfehlung zu "Bevor die Welt erwacht" von Monica Wood

@Ullstein Buchverlag

Titel: Bevor die Welt erwacht / the one in a million boy

Autor: Wood, Monica

Verlag: Ullstein Buchverlag / Headline

Preis: 9.99 Euro 

Seiten: 464 Seiten 

Worum es geht:

Warum ausgerechnet Ona? Als Quinn die 104-jährige Frau kennenlernt, fragt er sich, was sein zarter, verschlossener Sohn so an ihr mochte. Denn Ona ist kantig, eigensinnig, voller verstecktem Humor — und scheint so gar nichts mit der Welt eines 11-Jährigen zu tun zu haben. Doch jetzt ist der Junge tot, und Quinn voll Wut und Trauer. Nur Ona kann ihm zeigen, wie sein Sohn wirklich war. Quinn begibt sich auf eine ungewöhnliche Entdeckungsreise — zu Onas wilden Geschichten aus dem Leben, zurück zu dem letzten Wunsch seines Kindes und bis zu dem Punkt, an dem aus seiner tiefen Verzweiflung neue Hoffnung wächst.




Englischer Klappentext:

"Miss Ona Vitkus has - aside from three months in the summer of 1914 - lived unobtrusively, her secrets fiercely protected.
The boy, with his passion for world records, changes all that. He is eleven. She is one hundred and four years, one hundred and thirty three days old (they are counting). And he makes her feel like she might be really special after all. Better late than never...
Only it's been two weeks now since he last visited, and she's starting to think he's not so different from all the rest.
Then the boy's father comes, for some reason determined to finish his son's good deed. And Ona must show this new stranger that not only are there odd jobs to be done, but a life's ambition to complete. "

Meine Meinung:

"Als die Welt erwachte" von Monica Wood wurde mir großzügigerweise vom Ullstein Buchverlag als Ebook zur Verfügung gestellt. Mit über 200 Büchern auf dem SuB, hätte ich ja eigentlich die Finger davon lassen sollen. Ich will ja so eigentlich zuerst meine bereits vorhandenen Bücher lesen. Abends mal aus Neugierde reingeschaut, nach dem herunterladen auf den Ereader. Aufgeschaut habe ich 50 Seiten später. Ich sollte ja eigentlich ein anderes Buch lesen, ach was solls. Monica Wood weiß unaufdringlich zu fesseln.

Die Geschichte der Freundschaft zwischen Ona und dem Jungen, Ona's Versuchen einen Weltrekord für Quinn zu brechen, durchläuft mehrere Emotionen und Stadien. Trauer, historischer Roman, Liebe, Roadtrip, und Freundschaft, immer wieder Freundschaft. Durch wechselnde Perspektiven werden auch die Eltern eingebracht. Der Vater, Quinn, ein erfolgloser Jazzmusikant und seine Mutter, die untergeht in ihrer Trauer. Wie bei Jonas Jonassons "Hunderjährigem" kriegen wir, dank eines Schulprojekt Quinns, Rückblenden in die letzten 100 Jahre von Onas Leben. Allerdings bei weitem nicht so ausschweifend, und historisch kaum relevant. Onas Leben, so außergewöhnlich wie gewöhnlich zu der Zeit. Durch die Bindung der beiden Freunde vertraut Ona dem Jungen , und später seinem Vater, ein bisher unausgesprochenes Geheimnis an, einen Teil ihres Lebens, den sie tief in sich vergraben hatte und nun die Aufmerksamkeit aller auf sich zieht. Sie muss sich mit der Vergangenheit auseinander setzen, wenn sie Quinn's Wunsch eines Weltrekordtitels erfüllen will.




“You know, one meets so many people, the years pass and pass, but there are certain times, certain people— . . . They take up room. So much room. I was married to Howard for twenty-eight years and yet he made only a piddling dent in my memory. A little nick. But certain others, they move in and make themselves at home and start flapping their arms in the story you make of your life."




Selbst wenn die eine oder andere Figur mal nervt, mögen tut man sie alle, oder zumindest ich tat es. Selbst mit Lesepausen, bleiben einem die Charaktere haften. Menschlichkeit dargestellt auf höchstem Niveau. Jede Figur hat was tragisches und ja, man wird mehr als einmal Weinen bei dieser Lektüre. Monica Wood weiss, wo es wehtut. Dennoch würde ich es definitiv als "Feel Good"-Book bezeichnen. Nicht viele Autoren schaffen aus dem Tod etwas Positives. Das Loch, das der Junge hinterlässt lässt Ona und seine Eltern zusammenwachsen, selbst nach seinem Tod bringt er den Erwachsenen noch etwas bei.

Ein tolles Buch, das weniger durch verzwickte Handlung und mehr durch ergreifende Emotionen zu überzeugen weiß Ich hoffe es findet die Aufmerksamkeit die dem Buch zusteht.
Mein Akku war fast leer, als ich nach einer durchgelesenen Nacht die letzten Sätze las, und mir ein Klos im Hals steckte, der verschwand als ich lachend die letzten Tränen verdrückte. Ona weiß bis zu Letzt zu überraschen!





“Convince is for thought; persuade is for action. You couldn’t convince me that taping my horrible old-lady voice was a good idea, but you persuaded me to do it anyway, didn’t you, you little dickens?”