Dienstag, 13. Oktober 2015

Empfehlung zu "More happy than not" von Adam Silvera


Titel: More happy than not                                                                                                   Autor: Adam Silver                                                                                                                 Verlag:  Soho Teen                                                                                           
Seiten: 293 Seiten                                                                                                                Preis: 14.36 .-                                                                                                                                                                                                   Worum es geht:                                                                                                                Aaron Soto hat es nach dem Suizid seines Vater nicht leicht wieder auf die richtige Spur zu kommen. Es ist Sommer und dank seiner Freundin Genevieve und seinen Kumpels versucht er nach vorne zu blicken. Als Genevieve für paar Wochen ins Sommercamp geht, freundet sich Aaron, zum Missfallen seiner Gang, mit Thomas, dem neuen Typ aus der Nachbarschaft an. Obwohl alle etwas gegen Thomas zu haben scheinen, kann Aaron bei ihm endlich er selbst sein und ist zum ersten Mal seit langem wieder glücklich. Als Aaron beginnt mehr als Freundschaft für Thomas zu empfinden sieht er sein Glück abermals gefährdet und entscheidet sich für einen drastischen Schritt. Das Leteo Institut verspricht die Auslöschung bestimmter Erinnerungen und Aaron ist sich sicher, dass er sein Glück wiedererlangen kann, sobald Leteo Thomas und seine Gefühle für ihn für immer löscht.









“I realize I'm crying a little, too. I remember.
 Sometimes pain is so unmanageable that the idea of spending another day with it seems impossible. Other times pain acts as a compass to help you through the messier tunnels of growing up. But pain can only help you find happiness if you remember it.” 

Meine Meinung:Adam Silveras Debut "More happy than not" schlug ein wie eine Bombe. Noch nicht erschienen fielen schon vergleiche mit David Levithan und Benjamin Alire Saenz. Zu hoch gepokert? Bei weitem nicht, denn trotz Lobpreisung bliebt die Erwartung bei mir recht klein, sodass das Buch wirklich zu überraschen wusste!Silveras Stil ist zu Beginn gewöhnungsbedürftig, es fiel mir nicht leicht rein zu kommen. Man steckt in Aarons Kopf und seine Gedanken sind nicht immer geordnet. Dementsprechend ist auch die Richtung der Geschichte nicht immer ganz klar was mich das Buch fast hat abbrechen lassen. Dennoch liest man das Potential des Autors. Vor allem nach beenden des Buches erkennt man Absicht dahinter. Das Buch sollte zum vollständigen Genuss definitiv zweimal gelesen werden.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                  “We all make mistakes... but it's also a step in the right direction. If nothing else it's a step away from the wrong one.” 
Hauptthematik des Buches ist natürlich das Coming-Out Aarons und dessen Überzeugung, dass Hetero sein ihn glücklicher werden lässt, sodass er versucht das Schwulsein aus seinem Kopf löschen zu lassen. Ein Wunsch den sicherlich viele jugendliche Homosexuelle verspürt haben. Das Leteo Institut verleiht dem Buch den kleinen Touch Science-Fiction, es gibt keine Jahresangabe zum Buch und der Autor hat keine weiteren futuristischen Erfindungen eingebaut. Die Atmosphäre ist durchgehend nostalgisch gehalten. Geschwängert von verschwitzten Sommertagen, Kinderspiele und Teenagergedanken. Jeder wird das ein oder andere Element aus seiner Kindheit wiedererkennen. Es kommt einem beim Lesen vor als könnte man die Jungs lachen hören, wie sie gerade "Man Hunt" im Central Park spielen. Silvera beschreibt den Übergang von Kinder zu Junge Erwachsene, die noch nicht recht wissen was von Ihnen erwartet wird.
Adam Silveras wuchs selbst als homosexueller in der Bronx auf, ein Umstand der das Buch fast Biografisch wirken lässt. Silvera weiss definitiv worüber er schreibt. Er sagte selbst, dass er ein Buch wie dieses in seiner Kindheit gebraucht hätte. Ein Buch, eine Person, die ihm gesagt hätte "Es ist ok. Du musst dich nicht ändern um glücklich zu sein. Du bist perfekt" Eine Aussage vom Autor an alle Jugendlichen dieser Welt. Der Autor hat selbst Puerto ricanische Wurzeln, sodass das Buch eine weitreichende Auswahl an Figuren unterschiedlicher Hautfarben und Hintergründe aufzeigt. Aaron lebt mit seinem Bruder und seiner Mutter in einem Einzimmerappartement und muss sich das Wohnzimmer mit seinem Bruder als Schlafzimmer teilen. Die Mutter arbeitet 2 verschiedene Jobs um sich die Wohnung leisten zu können und auch die Geschwister arbeiten und steuern ihren Teil der Miete bei.Genevieve ist Tochter eines Arztes, lebt in einem schicken Haus und zeigt ihm den Wohlstand während es für ihn schon Luxus ist zu sehen wie Thomas sein eigenes Zimmer hat. Aaron erklärt einmal sehr schön, dass es nicht darum geht, was er haben will, sondern was er braucht. Er braucht neue Schuhe, neue Bleisftifte für die Schule, ein neues Hemd. Die aufgezeigten Gesellschaftsschichten dringen sofort zum Leser durch und wissen zu überzeugen.


“Now I keep searching for happiness so I don't end up like he did. I learn about this town called Happy in Texas and think about how that must be the greatest place to live. I teach myself how to say and read and write happy in Spanish, German, Italian and even Japanese but I would have to draw the last one out. I discover the happiest animal in the world, the quokka. He's a cheeky little bastard that's always smiling. 
But it's not enough.” 
Neben Familie und Sexualität ist die Freundschaft ein wichtiger Bestandteil der Geschichte. Aaron und seine Clique, zusammengeschweißt durch die gemeinsame Kindheit, müssen erkennen dass sie als fast erwachsenen nichts mehr verbindet, außer die Vergangenheit. Aarons bester Freund der ihm nach und nach kein Freund mehr ist, oder zumindest nicht die Art von Freund die er braucht. Thomas, der neue Freund, die Distanz zu seinem Leben, die er braucht um sich selbst zu finden. Das natürliche Abkapseln Aarons gegenüber seiner Clique schmerzt, auch wenn jeder weiß dass es für das Beste ist.
Ohne jetzt groß zu Spoilern weiß das Buch nach 2 Drittel das Ruder nochmal komplett herum zu reissen ist dem Leser klar was kommt, wird er eines besseren belehrt. Eine ganz und gar überraschende Wendung verändert alles und löst immer mehr Wendungen aus, welches das Ende des Buches zu einer Achterbahnfahrt der Gefühle macht. Nichts scheint vor dem Tornado der Ereignisse in Sicherheit zu sein. Mehrmals habe ich Seiten zurückgeblättert und mich gefragt "Im Ernst jetzt? WAS GESCHIEHT HIER GERADE?" Das letzte Drittel liest sich wie ein Thriller und katapultiert "More happy than not" dann doch noch in die Riege David Levithans. Ein Buch das sich bereits liest wie ein Klassiker. Würde ich mir als Schullektüre wünschen. Zwingt allen Kindern dieses Buch auf!“If there's happiness tucked away in my tragedies, I'll find it no matter what. If the blind can find joy in music, and the deaf can discover it with colors, I will do my best to always find the sun in the darkness because my life isn't one sad ending - it's a series of endless happy beginnings.” 



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