Dienstag, 29. Juli 2014

Empfehlung "Julia" von Anne Fortier


 

Autor: Anne Fortier
Titel: Julia
Seiten: 640 und es reicht trotzdem nicht
Preis: 9.99.-


Worum es geht:

Worum es geht: Guiliettas Tante stirbt, und somit alle Verwandten, neben ihrer Schwester, die sie noch hatte.Diese vermacht ausserdem ihrer Schwester all ihr Hab und Gut. Gilietta steht vor dem Nichts. Bis ein Brief ihrer Tante sie erreicht. Sie soll nach Sienna, die Wahrheit über die verstorbenen Eltern rausfinden. Da sie nichts mehr in Amerika hält folgt Guilietta dem Wunsch ihrer Tante und findet sich bald in Italien wieder. Ungebekannte werden zur Familie und es gibt mehr als ein Geheimnis zu lüften. Könnte es sein, dass Shakespeare sich an einer Gegebenheit ihrer Vorfahren zu Romeo und Julia inspiriert hatte?

Meine Meinung: 

Die am meisten erzählte, wiederverwendete und in Büchern erwähnte Liebesgeschichte der Welt, schon so oft durchgekaut dass man sie eigentlich nicht mehr hören und sehen will, und doch wurde Anne Fortiers ein Hit.  
Das Cover macht alles, ausser Lust dieses Buch zu kaufen. So werden viele Leser davon abgeschreckt ihr zukünftiges Liebesbuch zu entdecken. 

Kaum die erste Seite beendet wird klar, hier hat man ein Juwel gefunden. 
Mit einer kaum auszuhaltenen Spannung folgt man Guilietta nach Sienna, findet Verwandte und fragt sich wie das alles in ein Bild passt. Was ist mit den Eltern geschehen? Was hat es mit dem Tagebuch auf sich, was mit dem Motorradfahrer der sie zu verfolgen scheint? Fragen über Fragen die nicht nur den Leser gefangen nehmen, auch Guiletta muss an ihrer Herrkunft zweifeln und über die Frage bis zu welchem Maß man über sein Leben bestimmen, ob man aktiv entscheiden kann, wohin es sich bewegt. 

Das Erstlingswerk von Anne Fortier hat mich sofort in den Bann gezogen. Durch den gekonnten wechselt zwischen Gegenwart und Vergangenheit kommt zu keinem Moment Langeweile auf. Ob Romeo und Julias "wahre" Geschichte 1340 oder Guilias Investitionen im heutigen Sienna, der Leser wird das Buch nicht aus der Hand legen können. Man könnte meinen, da man die Geschichte Romeo und Julias kennt, würde man auch hier alles wissen was von Bedeutung wäre, falsch gedacht! Bis zu den letzten Seiten ist selbst für alte Leseratten wie mich noch die ein oder andere Überraschung dabei gewesen. Die Handlung durchschauen war kaum möglich. Die Autorin weiss Atmosphäre aufzubauen, den Leser mit einzubinden, sodass man eigentlich bei jedem im Buch vorkommenden Protagonist fragt "Freund oder Feind?". 


Drei Jahre der Recherche, angezettelt durch den einen Satz ihrer Mutter, während einem Urlaub in Siena: ""Weißt du was? Ich habe herausgefunden, dass die ersten Fassungen der Romeo-und-Julia-Geschichte in Siena spielen."In diesem Moment, sagt Anne Fortier, wusste sie: Das ist es, das ist mein Buch, das ich seit meiner Kindheit schon immer schreiben wollte! Konnte die wahre Geschichte der Fehde zwischen den Tolomei und den Salimbeni Shakespeare tatsächlich Vorlage gewesen sein? Publisher Weekly schrieb: "Liest sich wie den DaVinci Code für die intelligente moderne Frau." und ja, man kann Paralellen zu Dan Browns Geschichtenaufbau erkennen, nur das Fortier für mich die bessere Schriftstellerin ist. Dies kann daran liegen dass Brown mir zu technisch ist, die Konzentration liegt klar auf den Rätseln und ich mich bei Fortier freute, dass auch die emotionale Ebene nicht zu kurz kam.

Dank dem ansprechenden Schreibstil fällt es leicht in die gegenwärtige aber auch die fiktive Welt Sienas einzutauchen. Blinzelnd kommt der Leser zu sich, sollte er bei der Lektüre gestört werden, lief man doch eben noch die Via del Paradiso entlang, roch die Früchte, hörte die Pferde. Ein Buch, dass es in sich hat und in meinen Augen viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommt. Starke weibliche Hauptfigur, historischer Hintergrund mit interessant vermischten Fakten und ansprechender Liebesgeschichte machen dieses Buch zu einem All-Time-Favorite von mir. 
Wer nach dieser Lektüre keinen Urlaub in Sienna machen will, hat ein anderes Buch gelesen

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