Mittwoch, 12. Februar 2014

Empfehlung zu "Barrakuda" von Tsiolkas Christos

Titel: Barrakuda
Autor: Tsiolkas, Christos
Verlag: Klett-Cotta
Seiten: 471 Seiten
Preis: 22.95 EUR

Worum es geht:
Danny Kelly ist der schnellste und stärkste Schwimmer am College. Je mehr die anderen Schüler den Stipendiaten mobben desto besser wird er in seiner Sportart, das ist seine Rache. Während Danny als Teenager versucht seinen Traum von Gold im Schwimmen hinterherjagt und dafür bereit ist alles aufzugeben muss Dan als Erwachsener mit den Konsequenzen seiner Jugendsünden zurechtkommen.
Meine Meinung: 
Wäre das Buch chronologisch gehalten würde man Danny wohl hassen. Ein schrecklich unsympathischer Junge mit einer Wut auf die Welt, egoistisch, keine Geduld und nur Motivation fürs Schwimmen und es den anderen Beweisen wollen. Doch zum Glück weiss der Autor was er tut, wie schon bei The Slap veranschaulicht, und wir bekommen von Anfang an auch den Erwachsenen Dan gezeigt, ein Mann der kaum noch was mit Danny gemein hat. Dieser Umstand hilft mit Danny mitzufühlen. man möchte wissen was passiert ist, was Dan's Leben so zerstört hat. War es nur er selbst? Hoher Erwartungsdruck von Seiten der Eliteschule und noch höherer Druck von sich selbst läuft Dan immer mehr in eine selbstzerstörerische Situation die sein Leben für immer verändern wird.


Tsiolkas schreibt mal wieder sehr eindringlich und schafft Szenen die man als Leser vielleicht gar nicht im Kopf haben will. Vor einem Wettkampf wird er von seiner Mutter komplett rasiert, und Dannys Unwohlsein schwappt auf einen selber über. Wie bereits bei The Slap scheut Tsiolkas auch nicht davor zurück auf die Migrationshintergründe der australischen Gesellschaft aufzubauen, schafft Figuren mit solch erstaunlichen Mischungen aus Nationalitäten wie man sie selten zuvor gesehen hat.
Viele Rezensionen zu dem Buch sind negativ, Leser sind wütend und finden das Buch "schlecht" weil es nicht locker flockig ist, Danny anstrengend ist und wie bereits gesagt ein egozentrisches Miststück. Aber genau das ist es. Ich finde es grossartig dass man sich ekelt, rasend vor Wut wird und nur noch den Kopf schütteln kann vor Dannys Niederlage und fehlendem Kampfgeist. Ein Buch bei dem man kämpfen muss, genau wie Danny.
Jetzt warte ich nur noch darauf dass Klett-Cotta "Loaded" herausbringen wird.


"[...] alle brüllten sie jetzt BARRAKUDA [...] Sie brüllten, klatschten, trampelten, jubelten. Alle jubelten ihm zu. BARRAKUDA! [...] Da fühlte er es. Da bedeutete es wirklich etwas."