Dienstag, 16. April 2013

Empfehlung zu "Der Junge der Träume schenkte" von Luca di Fulvio

Titel: Der Junge der Träume schenkte
Autor: Di Fulvio, Luca
Verlag: Bastei Lübbe
Preis: 10.99.-
Seiten: 783 Seiten

Worum es geht:
New York der zwanziger Jahre: Cetta, eine vierzehnjährige Italienerin mit Kleinkind hat es geschafft und lebt ihren Traum von Amerika, als Prostituierte. Christmas, ihr Sohn, ist das Resultat einer Vergewaltigung und möchte seinem Milieu entkommen. Auf zwei Zeitebenen bekommen wir einmal Cettas Neubeginn und Leben in New York nähergebracht und andererseits Christmas' Versuch als Vierzehnjähriger im New Yorker Bandenkrieg zu überleben. Nachdem er Ruth, Tochter eines reichen Juden, verprügelt und vergewaltigt vorfindet und ins Krankenhaus bringt ist ihm eines klar: Ruth gehört ihm und der Täter wird dafür bezahlen.



„Mama ...“, sagte er nach einer ganzen Weile leise.
„Ja?“
„Sieht man, wenn man erwachsen wird, überall nur noch Schmutz?“
Cetta gab keine Antwort. Sie starrte ins Leere. Es gab Fragen, die man nicht beantworten musste. Denn die Antwort war nicht weniger schmerzlich als die Frage. Und so zog sie ihren fünfzehnjährigen Sohn an sich, nahm ihn in die Arme und streichelte ihm sanft über das Haar.
Instinktiv wollte Christmas von ihr abrücken, doch dann schmiegte er sich in die Arme der Mutter. Ahnte er doch, dass dies die letzten Liebkosungen waren, die er als Kind empfing.

Meine Meinung:
Trotz Brutalität und der immer wiederkehrenden Vergewaltigungen schafft es die Geschichte dass man sich ganz leicht in sie hineinfallen lassen kann. Man erlebt den Überlebenskampf und die Überbevölkerung der Immigranten hautnah mit. Cetta wächst einem ans Herz und wie sie, macht man sich Sorgen um Christmas und bangt um sein Leben.
Der Autor hat eine erschreckende Gabe den Figuren Leben einzuhauchen. Eindringlich erlebt man die Schicksalsschläge die einen in den Bann nehmen ziehen. Hier ist für jeden was dabei, Spannung, die grosse Liebe, Träume verwirklichen, Hoffnung, Familie und Freundschaften, Politik und für die männliche Leserschaft Bandenkriege die nur im Tod enden.
Man kann sich daran stören dass vielleicht nicht alles bis ins Detail recherchiert wurde, oder weder Titel noch Coverart wirklich zum Buch passen, aber wenn man offen rangeht ist dieses Buch ein Garant für grosses Kopfkino.


„Ein schöner Traum.“
„Es ist so, Maria“, entgegnete er mit Nachdruck.
Maria blickte ihm in die Augen. „Du hast die Gabe, einen an das glauben zu lassen, was du erzählst, weißt du das?“



Positiv:
- Spannung bis zum bitteren Ende.
- Schicksal der Auswanderer.
- Keine Schwarz-Weiss Figuren.
- Alle haben ihr Glück selbst in der Hand.
- Nichts für sanfte Gemüter da sich die Brutalität und Erniedrigungen bis zum Schluss durchziehen.