Freitag, 14. September 2012

Empfehlung zu "Gute Geister" von Kathryn Stockett


Autor:  Stockett, Kathryn

Titel: Gute Geister - The Help

Verlag: BTB

Seiten: 608 Seiten

Preis: 9.99.-


Worum es geht: 
Mississippi, 1962: Die junge Skeeter wünscht sich nur eins: Sie will weg aus dem engen Jackson und als Journalistin in New York leben. Um etwas zu verändern, verbündet sie sich mit zwei schwarzen Dienstmädchen: Aibileen zieht die Kinder ihrer Arbeitgeber auf – das Tafelsilber darf sie aber nicht berühren. Und Minny ist auf der Suche nach einer neuen Stelle. Sie ist bekannt für ihre Kochkünste, aber sie ist auch gefürchtet: Denn Minny trägt das Herz auf der Zunge. Gemeinsam beschließen die drei Frauen, gegen die Konventionen ihrer Zeit zu verstoßen und etwas zu wagen. Denn sie alle haben das Gefühl zu ersticken und wollen etwas verändern – in ihrer Stadt und in ihrem eigenen Leben.






"Was ist Baby? Was ist passiert?
-Ich hab mich schwarz gemalt" heult sie.
"Was meinst du?"
"Miss Taylor hat gesagt, wir sollen malen, was wir an uns am liebsten haben"
und da sah ich ihre Zeichnung...mein weisses baby-girl hatte sich doch tatsächlich schwarz gemalt.
"Sie hat gesagt, schwarz heisst, ich habe ein dreckiges, hässliches Gesicht"
-Aibileen





Meine Meinung: 
Man öffne dieses Buch, man lese "Aibileen" über dem ersten Kapitel und dann passiert es. Ganz ungewollt findet man sich 5 Stunden später und 200 Seiten weiter noch genau am gleichen Fleck. Aber in einem drin hat sich alles geändert.
Man hat die Namen Skeeter und Minny neben Aibileens im Kopf. Man weiss man müsste schlafen gehen, wegen der Arbeit morgen, aber... wie könnte man denn jetzt an schlafen denken? Jetzt wo alles am laufen ist und die Drei auch kaum schlaf finden.
The Help - Gute Geister spielt in einer Zeit des Rassismus' und schildert den Höhepunkt der Rassentrennung. Die auf biografischen Erlebnissen basierende Handlung wird aus der Sicht dreier Frauen erzählt. Minny, eine schwarze Haushälterin, die wegen ihres losen Mundwerks, die Arbeitsplätze öfter wechselt als manch einer die Unterwäsche. Aibeleen, ebenfalls eine schwarze Haushälterin, die ihr siebzehntes weisse Kind grosszieht und ihr bestes gibt. Im Kontrast zu diesen beiden Frauen wird Skeeter sprachrohr der aufgeschlossenen Weissen. Als Kind ebenfalls von einer schwarzer Haushälterin aufgezogen, versteht sie die Welt nicht mehr als ihre geliebte Constantine nach ihrer Unizeit nicht länger für ihre Familie arbeitet. Der New Yorker bietet der angehenden Journalistin eine Chance, sie soll einen Artikel schreiben über ein Thema ihrer Wahl. Skeeter beginnt zu forschen, was ist mit ihrer Freundin, ihrer Verbündeten, passiert? Constantines Schicksal soll nicht das einzige bleiben dass sich ihr offenbart und für Skeeter steht fest: Diese Ungerechtigkeit muss ein Ende haben!


Bei geheimen Gesprächen mit den Haushälterinnen der Vorstadt bekommt Skeeter, und der Leser, einen Einblick hinter die Kulissen der feinen Herrenhäuser. Jede Frau, die ihr Bericht erstattet, lebt in der Gefahr die einzige Arbeit zu verlieren die sie ernähren kann, sollte bekannt werden wer ausgeplaudert hat. Und hier sind einige skandalöse Geschichten dabei!
Der Kampf der Frauen für Gerechtigkeit zu einer Zeit in der kaum jemand auf ihrer Seite war, steht klar im Mittelpunkt. Die Freundschaften, die aus dieser unüblichen Situation entstehen, werden zärtlich skizziert, beide Seiten behutsam in dem neuen Vertrauen ineinander. 

Die stilistisch angepassten Kapitel zu den jeweiligen Protagonisten waren ein Highlight für mich. Jede Frau hat ihre Sprache, sodass man nicht einmal Kapitelüberschriften bräuchte um zu wissen welche gerade "spricht". Trotz allem Ernst im Thema verliert das Buch nie seinen Humor. Dank Minnie wird der Leser lauthals auflachen statt, wie man meinen könnte, weinen über das Unglück aller Frauen. Die Figuren sind so real dass der Hass auf einige der weissen Frauen schon greifbar wird. Man schämt sich und man wundert sich. Stockett weiss mit ihrer Sprache zu überzeugen, ist sie bildlich und fesselnd, perfekte Vorraussetzung für einen Bestseller. 




Wir erleben hier den tiefen Süden in den frühen 60ern zur Zeit der Bürgerrechtsbewegung und Martin Luther Kings Marsch nach Washington. Während King in Washington für Gerechtigkeit kämpft, schreiben eine handvoll Frauen ein Buch und erreichen damit die Herzen der Leser. Bei der Erkenntniss dass die Geschehnisse des Romans nur 50 Jahre zurückliegen kriege ich eine Gänsehaut. 
Trotz allem Ernst im Thema verliert das Buch nie seinen Humor. Dank Minnie wird der Leser lauthals auflachen statt, wie man meinen könnte, weinen über das Unglück aller Frauen. 
Ein Buch das sich anfühlt wie Urlaub und dennoch wichtig ist und einem noch Jahrelang im Kopf herumspinnen wird. Selten war Geschichte als Roman verarbeitet überzeugender!
Die Autorin, die selbst mit einem schwarzen Hausmädchen aufgewachsen ist hat hier ihre Vergangeheit deutlich verarbeitet. Sie ist als junges Mädchen nach New York um Schriftstellerin zu werden. Man sieht Skeeter in ihr ebensowie Aibileen das Portrait ihrer Demitrie ist. Im Gegensatz zu den Dienstmädchen aus dem Buch ist Kathryn Stockett sich aber sicher, Demitrie ging es gut bei ihnen.

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