Freitag, 13. April 2018

Rezension zu "Kleine Feuer überall" von Celeste Ng


Autor: Ng, Celeste


Titel: Kleine Feuer überall


Verlag: DTV


Seiten: 384 Seiten


Preis: 22,00 Euro 



Worum es geht: 
Es brennt! In jedem der Schlafzimmer hat jemand Feuer gelegt. Fassungslos steht Elena Richardson im Bademantel und den Tennisschuhen ihres Sohnes draußen auf dem Rasen und starrt in die Flammen. Ihr ganzes Leben lang hatte sie die Erfahrung gemacht, »dass Leidenschaft so gefährlich ist wie Feuer«. Deshalb passte sie so gut nach Shaker Heights, den wohlhabenden Vorort von Cleveland, Ohio, in dem der Außenanstrich der Häuser ebenso geregelt ist wie das Alltagsleben seiner Bewohner. Ihr Mann ist Partner einer Anwaltskanzlei, sie selbst schreibt Kolumnen für die Lokalzeitung, die vier halbwüchsigen Kinder sind bis auf das jüngste, Isabel, wohlgeraten. Doch es brennt. Elenas scheinbar unanfechtbares Idyll – alles Asche und Rauch? - DTV Verlag 

Meine Meinung:

In Ohio, Shakers Heights ist der typische amerikanische Vorort, wie man ihn aus den Filmen kennt. Rasen perfekt gemäht, Bäume perfekt gestutzt, Familie perfekt in Szene gesetzt. Celeste Ng bringt uns zurück zu 1990, Jerry Springer, Clintons Affaire und mittendrin eine Familie. Abermals eine Familie mit mehreren Kindern, abermals eine Debate zur Chinesischen Kultur. Und auch hier ein "Unfall" der Leben verändert. Ist "Kleine Feuer überall" also nur eine Kopie von Ng's hochgelobten Debüt "Was ich euch nicht erzählte?".  
Die Handlung startet, wie beim Debut, sofort mit dem Unfall, dem Vorfall, hier ein Hausbrannt. Die drei ältesten Kinder sehen zu wie ihr ganzes Hab und Gut in Flammen aufgeht. Alle sind schnell darin die Jüngste Tochter, welche praktischerweise auch abwesend ist, zu beschuldigen. Ein Feruwehrmann erklärt, dass der Brannt durch viele kleine Feuer entstand. Ein Funke kann man 11 Monate zurück verfolgen, der Ankunft von Mia Warren in Shakers Heights.
Ich sags nicht gerne, aber wie bereits bei dem Vorgänger ( einen Satz den ich hier ziemlich oft einbauen könnte), kommen danach die Reflektionen der einzelnen Figuren. 
Die Richardsons, die in ihrer kleinen perfekten Welt leben und Mia Warren, alleinerziehende Mutter und frisch, zugezogen bilden das Zentrum. Mias Tochter freundet sich mit Moody, dem mittleren Sohn der Richardsons an, und bringt damit einen Stein ins Rollen. 
Die Autorin hat ein wundervolles Gespühr dafür Familiendynamik zu erschaffen. Doch auch hier ist wieder die Parallele zu ihrem vorherigen Roman: Die Eltern kriegen mal wieder herzlich wenig davon mit, was die Kidner bewegt und so treiben. 
Der Beginn, der einen glauben lassen könnte, dass sich das Buch mit der Brandstifung beschäftigen wird, täuscht. Es geht um Babies und die Frage was eine Mutter ausmacht. Es geht um Leihmutterschaft, Adoption, Abtreibung. In drei Handlungen durchleuchtet Celeste Ng ein Thema, welches den Leser auffordert eine Meinung zu haben. Erinnerte mich teilweise an Jodi Picoult. 

Celeste Ng kann schreiben, das ist keine Frage. Zu keinem Moment war ich gelangweilt, die Figuren haben genug Wirkung und die Geshichte gnug Feuer ( pun indented ). Aber. Ja es gibt leider ein aber. Vielleicht bin ich nicht die Zielgruppe, wahrscheinlich habe ich das Buch zu schnell nach dem ersten Buch gelesen, sodass es mir zu ähnlich war, womöglich liegt es an meinem fehlenden Mutterinstinkt... aber das Buch hat mich nicht sonderlich berührt.  Die grossen Debatten, die das Buch aufrührt, waren für mich schnell abgeschlossen. 
So, wie in Shakers Heights alles bis ins Detail geplant ist, fühlt sich auch Celeste Ng's neues Buch an. Durchplant und überarbeitet, bis es aufgesetzt wirkt.